• Udo Lindenberg bei der Eröffnung seiner Ausstellung, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Udo Lindenberg bei der Eröffnung seiner Ausstellung, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Potsdam

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Sonderzug nach Pankow hielt in Potsdam Dokumentation über Udo Lindenberg in der Villa Schöningen

23. August 2013 von Steffen Lehmann

Dunkler Hut, Sonnenbrille, das unvermeidliche Nuscheln, Blitzlichtgewitter: Panikrocker Udo Lindenberg rockt auch mit 67 Jahren. Das Museum Villa Schönigen in Potsdam zeigte in der Daueraustellung die Dokumentation "Die Akte Lindenberg - Udo und die DDR" von Reinhold Beckmann über das einzige Lindenberg-Konzert in der DDR und eine Videoinstallation von Stefan Roloff.

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Udo Lindenberg und Reinhold Beckmann sitzen beisammen Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Es war der Auftritt auf den seine Fans so sehnsüchtig gewartet hatten. Im Palast der Republik singt Udo Lindenberg beim Festival des politischen Liedes vier Lieder. Zwar saßen im Saal keine Fans, sondern nur die "Steiftiere mit ihren blauen Hemden". Noch ein Song mehr damals, sagt Lindenberg, und die bestellten Applaudierer wären auch von ihren Sitzen aufgesprungen. Das Konzert ging trotzdem in die Geschichte ein. In der Villa Schöningen erzählte Udo Lindenberg gemeinsam mit ARD-Talker Reinhold Beckmann ein paar Anekdoten rund um das Konzert.

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Udo Lindenberg erzählte über sein denkwürdiges Konzert im Oktober 1983 in Ost-Berlin. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Die Erinnerungen sind bei beiden auch 30 Jahre später präsent. Der Auftritt in Ost-Berlin sollte nur das Vorspiel für eine Tour durch die DDR sein. "Der Vertrag war fix und fertig", sagt Lindenberg. Später knickt die SED-Führung ein und sagt die Konzerte ab. Seine Fans müssen dann bis 1990 warten, bevor sie den Panikrocker live erleben konnten. In Leipzig stehen sie dann in der Messehalle in "einem Meer aus Tränen", erinnert sich Lindenberg.

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Stefan Roloff eröffnet mit Udo Lindenberg dessen Ausstellung Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Lindenberg-Doku an der Glienicker Brücke

Das Museum an der Glienicker Brücke zeigte dafür in einer Dauerausstellung die Dokumentation "Die Akte Lindenberg - Udo und die DDR". Fernsehmoderator Reinhold Beckmann erzählt darin die Geschichte des Konzerts. Beckmann ist 1983 als Tonassistent für die ARD bei dem Konzert hautnah dabei.

Lindenberg erinnert sich, wie er es schafft, seine "Kontrollettis" abzuschütteln und auf den Platz vor dem Palast der Republik zu gehen. Dort warten seine Fans und feiern ihn mit Sprechchören. Für über 40 Fans hat das später ein Nachspiel. Sie werden von der Volkspolizei verhaftet. Auch deshalb, so Beckmann, wollte er die Geschichte des Konzerts erzählen.

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Udo Lindenberg bei der Eröffnung seiner Ausstellung Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Neue Installation von Stefan Roloff

Vor der Lindenberg-Doku kam der Besucher durch die Videoinstallation "Das Leben im Todesstreifen" von Stefan Roloff. Beim Pressetermin machten es sich Lindenberg, Beckmann und Roloff bei Erdnussflips und Salzstangen erstmal gemütlich. Der Berliner Künstler hatte ein heimeliges Wohnzimmer mit Plüsch, bunten Tapeten und dicken Teppichen gestaltet. Die heile Welt wurde nur durch die Videos gestört, die in den Fensterrahmen lief. Die Videos zeigten Szenen aus dem Grenzgebiet und bildeten einen frappierenden Kontrast zu der Welt aus Plüsch und Plastikblumen.

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Panikrocker Udo Lindenberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

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