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  • Kanutour auf der Unteren Havel,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob Kanutour auf der Unteren Havel, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob
    Ort: Milow (14715)
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Der Stille auf der Spur Mit dem Kanu auf der Unteren Havel

12. Juni 2020 von Geertje Jacobs

Es ist erst kurz vor sieben an diesem Sonntagmorgen am Biwakplatz in Milow an der Stremme. So heißt der kleine Nebenarm der Havel, an dem wir heute Nacht gezeltet haben. Ich quäle mich mühsam in meine Outdoorschuhe im Sitzen auf dem harten Untergrund, fingere im Halbdunkeln nach den Schnürsenkeln, habe es endlich geschafft und krieche aus dem Vorzelt unseres grünen Tipis. Der Mond verbreitet ein fahles Licht. Der große Sohn aus dem Nachbarszelt hat heute Morgen ein ehrgeiziges Projekt: den Sonnenaufgang beobachten. Wir ziehen die zwei Kanus vom Ufer ins Wasser und positionieren uns mit Kamera und Schwimmweste und paddeln schließlich los.

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Kanutour auf der Unteren Havel Kanutour auf der Unteren Havel, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

Sonnenaufgang über dem Havelland

Leise tauchen die Paddel links und rechts des Bootes ein und kaum hörbar bewegen wir uns auf dem Wasser in Richtung Naturschutzgebiet. Der folgende See heißt der Bützer und darf die meiste Zeit des Jahres nicht mit Booten befahren werden. Hier nisten viele Vögel. Am östlichen Horizont ist mittlerweile ein kleiner oranger Schimmer zu sehen und der restliche Himmel wird langsam zu einem bewölkten Graublau. Ich bin froh, dass ich noch schnell meine Daunenjacke über geworfen habe, denn es ist empfindlich kühl. Meinen jugendlichen Begleiter kann das nicht schrecken, er setzt gerade seine Sweatshirt-Kapuze ab.

Wir bewegen uns mittlerweile ganz dicht am Schilfrand. Da platscht ein Biberschwanz ins Wasser. Schade, das dazugehörige Tier habe ich mit der Kamera knapp verfehlt. Außerdem ist es noch etwas zu duster für gute Fotos von der Tierwelt. Umso schöner ist aber das Wolkenspiel am Horizont. Die Sonne hat ihren spektakulären Auftritt. Großes Kino. Wir paddeln noch ein Stück auf den See. Mit einem gewaltigen Getöse erheben sich eine Schar Enten von ihren Übernachtungsplätzen und weiter hinten rauscht eine Schwanenfamilie in die Luft. Ein beeindruckendes Schauspiel, das sich hier an diesem Morgen unseren Augen und Ohren bietet. Gegen acht ist die Sonne schon soweit herausgekommen, dass man die Landschaft im Tageslicht betrachten kann.

In unseren Kanus paddeln wir gemächlich zurück zu unserem Biwakplatz an der Stremme gleich hinter der Milower Kirche. Die zwei Zelte stehen hier am Ufer und von der Lagerfeuerstelle steigt Rauch auf. Die Kids haben schon mal Feuer entfacht und ich gönne mir einen dampfenden Kaffee nach diesem entspannten Sonntagmorgen mitten in der Natur des Havellandes. Meine Hände umklammern die Campingtasse und der Kaffee duftet paradiesisch. Für die Kinder koche ich eine Runde Porridge auf dem Campingkocher, das gehört bei unseren Ausflügen in die Natur zu einem guten Morgenritual dazu. Unsere Große hat tags zuvor im Naturparkzentrum ein Glas Quittengelee gekauft. Das streichen wir versonnen auf unser Brot und schmecken noch den vergangenen Sommer. Ich erinnere mich an den Besuch hier im Museum.

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Kanutour auf der Unteren Havel Kanutour auf der Unteren Havel, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob
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Mit Kindern im Naturparkzentrum Westhavelland

Im Naturparkzentrum Westhavelland in Milow gibt es neben regionalem Apfelsaft, verschiedenen Marmeladen und anderen Produkten aus dem Havelland, vor allem viel zu sehen und Lehrreiches zu entdecken. Hier steht gleich eine präparierte Großtrappe im Eingangsbereich und ich wundere mich, dass es hier solch riesige Vögel geben soll. Sie ist die schwerste flugfähige Vogelart der Erde. Sie ist ein eigentlich ein Steppenvogel, der dem Menschen in die Agrarlandschaft gefolgt ist, dort fand er vor der Intensivierung der Landwirtschaft bis Mitte des 19. Jahrhunderts ideale Bedingungen vor. Dann wurde er selten. Heute hat die Art wieder eine Chance sich auszubreiten, wenn ein komplexer Naturschutz auf den Agrarflächen betrieben wird. Ich streiche über die prächtigen Federn und schaue dem beeindruckenden Tier direkt in die Augen. Und hoffe heimlich, so ein scheues Tier einmal in der Natur Brandenburgs beobachten zu dürfen. Herr König ist Mitarbeiter hier und gibt uns eine ausführliche Führung durch die Ausstellung. Sie erzählt von der Renaturierung und Bewirtschaftung der Havel, wie von der Flora und Fauna an ihren Ufern. Spannende interaktive Exponate laden Groß und Klein ein, die Tiere zu untersuchen, Fell zu tasten, Vogelstimmen zu hören und Sterne zu beobachten.

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Kanutour auf der Unteren Havel Kanutour auf der Unteren Havel, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

Sterne funkeln im Sternenpark Westhavelland

Hier erfahren wir auch, dass es im Havelland besonders viele Sterne gibt. Das stimmt natürlich nicht ganz. Es ist hier so dunkel, weil es so wenig Lichtverschmutzung gibt, dass man besonders viele Sterne am Himmel beobachten kann. Nur 70 Kilometer westlich der Hauptstadt befindet sich der Sternenpark Westhavelland mit der Auszeichnung International Dark Sky Reserve. Hier pilgern mittlerweile viele Touristen her, um Sterne und Himmelsphänomene zu sehen. Wir beobachten in der kommenden Nacht den Sternenhimmel auf unserem Biwakplatz an der unteren Havel mal etwas genauer. Die Zeit hier im Naturparkzentrum Havelland vergeht wie im Fluge und mir knurrt schon der Magen vor Mittagshunger. Zum Glück liegt nebenan gleich der Gasthof Milow, dessen Speisekarte für uns alle etwas bietet. Schnitzel mit Pommes und eine deftige Soljanka oder eine fruchtige Tomatensuppe füllen unsere Mägen. Von der Terrasse des Restaurants schauen wir direkt auf Havel und Stremme. Hier haben wir unsere Kanus perfekt am Steg vertäut und liegen neben Hausbooten, Motoryachten und Segelbooten. Scheinbar ein beliebter Anleger. Hier kann man auch in einer Pension übernachten, wenn man nicht wie wir die Wasserwanderrastplätze an der unteren Havel nutzt. Gestärkt steigen wir in unsere gut gepackten Gefährte. Die Kanus haben wir beim Verleih "Das Havel Kanu" geliehen. Das Team des kleinen regionalen Unternehmens kennt sich hier besonders gut aus und hat uns bezüglich der Route kurz vor der Abfahrt noch einmal professionell beraten. Außerdem ist der Bring- und Holservice unübertroffen, da wir uns so keine Gedanken machen müssen, wie wir wieder an unseren Ausgangspunkt, wo das Auto steht, zurückgelangen. Wir können in Ruhe flußabwärts paddeln.

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Überraschungen im Schilf

Wir haben alles für den Ausflug in die Natur Brandenburgs dabei: Zelt und Schlafsack, Campingkocher und Leckereien für die Zeit an der frischen Luft. Taschenmesser, Sonnenhut und Fernglas dürfen auch nicht fehlen. Denn unterwegs gibt es auch an diesem Nachmittag und am frühen Abend in der Dämmerung einige einheimische Tiere zu beobachten. Die Paddel tauchen gleichmäßig in das klare Wasser der untere Havel und die Sonnenstrahlen glitzern auf der Oberfläche. Der Horizont färbt sich langsam orange. Trotzdem ist die Luft noch angenehm warm. „Da!“ ruft der Kleinste, der vorne im Boot sitzt und die beste Aussicht hat. Sein Finger zeigt auf eine Stelle im Schilf wo es raschelt. Wir schärfen unseren Blick, sind mucksmäuschenstill und hören auf zu paddeln. Da sitzt tatsächlich ein Biber in voller Lebensgröße und knabbert an einem Ast. Sein prächtig breiter Schwanz glänzt ledern in der Sonne. Was für ein beeindruckendes Tier. Ich glaube, ich habe hier noch nie einen Biber in freier Wildbahn gesehen.

An der Havel stehen die Chancen allerdings recht gut, denn pro Kilometer Fluss, soll es einen Biber geben, etwa 300 Stück an der Zahl. Mit geübtem Blick entdecken wir dann auch noch häufiger die typisch angenagten Bäume der Biber und Teile von Biberburgen, den kunstvollen Bauwerken aus Naturmaterialien. Weiter flussabwärts sitzt ein Kormoran auf einem abgestorbenen Baum, der wie ein Mahnmal ohne Blätter in den Himmel ragt. Im Naturparkzentrum hatten wir erfahren, dass diese großen Vögel bei den Fischern nicht so beliebt sind, weil sie die Fischbestände sehr reduzieren können. Trotzdem geben sie ein erhabenes Bild ab. Was wir auch noch nicht wussten: Der Kot der Kormorane sorgt dafür, dass die Bäume absterben, auf denen sie sitzen. Es ist also diesmal keine Umweltverschmutzung im herkömmlichen Sinne daran Schuld.

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Kanutour auf der Unteren Havel Kanutour auf der Unteren Havel, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

Natur pur: Ein Biwak in Brandenburg

Auf unserem nächsten Biwakplatz bauen wir unsere Zelte auf und sammeln flugs das Lagerfeuerholz für den Abend. In der Dämmerung hören wir die Wasservögel schwatzen und ein paar Kraniche sind auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Jetzt im Spätsommer sind tausende von ihnen in Brandenburg unterwegs. Die Kinder haben nicht ganz einträchtig aber dann doch final unser Tipi aufgebaut und die Schlafstätten eingerichtet. Der Kleinste entfacht mit einem Feuerstahl auf traditionelle Art und Weise das Lagerfeuer, nachdem er ein wenig Zunder unter das Feuerholz positioniert hat.

Der Biwakplatz ist hervorragend gepflegt, das Gras gemäht, Papierkörbe geleert und die eigentliche Attraktion an dieser Stelle ist ein Kneipp-Barfußpfad. Hier in Bahnitz kümmert sich der Kunstverein um diesen beliebten Platz. Wir laufen mit nackten Füßen über Kieselsteine, Bambusrohre und Kienäpfel und tauchen sie dann in eiskaltes Wasser. Ein prickelndes Erlebnis für müde Outdoorfüße. Am Lagerfeuer sind sie aber schnell wieder aufgewärmt und es gibt Würstchen vom Grill und auch ein paar Marshmallows hinterher. Und dann richten sich meine Blicke gen Himmel. Je länger ich hinschaue, desto deutlicher zeichnet sich die Milchstraße mit ihren Millionen von Sternen ab und plötzlich fällt eine Sternschnuppe vom Himmel und ich werde rasch einen Wunsch los. Die Dunkelheit ist faszinierend und ein wahrer Schatz für Mensch und Tier hier an der unteren Havel. Nach dem intensiven Tag an der frischen Luft kuscheln sich Groß und Klein bald in die Schlafsäcke und genießen die endlose Stille weit ab vom Lärm der Großstadt. Natürlich träumen wir von Bibern, Kranichen und rosaroten Seerosen. Und ein bisschen schaukelt es noch als wir uns in die Horizontale bewegen.

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Unterwegs auf der Unteren Havel


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