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        Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer Caputher Gemünde, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Caputh
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TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Fontane 200 Mit dem Rad zu Fontane-Orten am Schwielowsee

04. Juli 2019 von Matthias Schäfer

Wer Natur sucht und nicht auf Kultur verzichten möchte, ist am Schwielowsee im Havelland genau richtig. Die Havel gleicht hier an vielen Stellen einer Seenlandschaft, auf denen Flöße, Hausboote oder Kanus durchs Wasser gleiten. Von Potsdam ist beispielsweise der idyllisch gelegene Ort Caputh nur rund zehn Minuten mit der Regionalbahn entfernt, wo ich meine Rundtour um den Schwielowsee beginne. Hier kreuzte einst schon der Physiker Albert Einstein mit seiner Jolle und ebenso der Dichter Theodor Fontane verbrachte ein paar Tage in der Region.

Das 1317 erstmals erwähnte Caputh, das sich über mehrere Kilometer am Ufer der Havel entlang schlängelt, wurde vor allem durch das Schloss und Einsteins Sommeridyll bekannt. In der abwechslungsreichen Landschaft mit ausgedehnten Buchenwäldern und den weiten Wasserflächen des Schwielow- und Templinersees fanden seit jeher Künstler die nötige Ruhe und Inspiration für ihre Arbeit. So auch Theodor Fontane, der sich im Sommer 1869 den lang gehegten Wunsch einer Segelpartie erfüllte.

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Das Schloss Caputh zählt zu den ältesten seiner Art im Land Brandenburg. Schloss Caputh, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Das „Chicago am Schwielowsee“

In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ hat er Caputh ein ganzes Kapitel gewidmet. Zu seiner Zeit war der Ort ein bedeutender Handelsplatz für Ziegelsteine. An vielen Orten am Schwielowsee waren Ziegeleien zu finden, in denen Millionen von Steinen für das unermüdliche Wachsen der Stadt Berlin gebrannt wurden. Und die Männer des Ortes setzen auf den Bau von Lastkränen, um diese dorthin zu transportieren. Für Fontane war Caputh deshalb „das Chicago am Schwielowsee“.

Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Caputh hat sich zu einem beliebten Wohnort entwickelt und setzt auf den Tourismus. Im Zentrum steht das Schloss in der Ortsmitte, erbaut 1662 nach holländischem Vorbild. Es zählt zu den ältesten im Land Brandenburg. Fontane hat es in seinen Wanderungen durch das Havelland ausführlich beschrieben und war besonders beeindruckt von den Deckengemälden. Mir gefällt an diesem Sommertag die kühle Temperatur im Inneren Schloss, so dass ich mir auch noch den Fliesensaal anschaue. Friedrich Wilhlem I. ließ den Souterrainraum um 1720 mit mehr als 7.000 niederländischen Fayance-Fliesen dekorieren.

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In Erinnerung seines Schöpfers hängt die Figur des Sandmännchens an einem Wohnhaus mitten in Caputh. Sandmännchen in Caputh, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
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Zwischen dem Schloss und dem Templiner See suche ich mir anschließend im schattenspendenden Schlosspark – der übrigens vom Gartenbaumeister Peter Joseph Lenné angelegt worden ist – einen Platz zum Ausruhen. Wen es aufs Wasser zieht, kann von hier aus auch ein Fahrgastschiff der „Weißen Flotte“ besteigen oder einfach den Blick in Richtung Potsdam genießen. Immer wieder tun sich mir kleine „Fenster“ zwischen den Büschen auf. Allerdings ist die Sicht nicht mehr so frei wie einst zu Fontanes Zeiten. Denn am Horizont sind die Bahnbrücke und der Bahndamm des Berliner Außenrings zu sehen, der zu DDR-Zeiten gebaut wurde.

Der Tag ist zwar noch jung und für eine Gute-Nacht-Geschichte ist es noch viel zu früh. Trotzdem begegne ich nur wenige Meter vom Schlosspark entfernt einem niedlichen Geschöpf mit weißem Bart und einer roten Zipfelmütze – dem Sandmännchen. Die Figur hängt an einem Wohnhaus an der Havel- Ecke Weberstraße. Hier wohnte einst der Schöpfer des Sandmännchens, das bis heute jeden Abend im Fernsehen den Kindern eine kleine Geschichte zur Nacht erzählt. 1929 wurde Gerhard Behrendt an der Weberstraße 12 in Caputh geboren.

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Blick auf den Templiner See in Caputh. Der Ort war früher ein Handelszentrum für Ziegelsteine. Caputher Gemünde, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Ganz in der Nähe soll auch Fontane übernachtet haben, weil er den letzten Zug verpasst hatte, erzählt mir die Gästeführerin und Fontane-Kennerin Rosl Luise Schiffmann. Damals existierte hier die Gaststätte „Boßdorf“. „Er hat das beste Bier und die besten Betten“, heißt es in den „Wanderungen“. Und am nächsten Morgen „unter einem Lindenbaum in Front des Hauses wurde der Kaffee genommen…es waren Semmeln in großem Format“. Heute sind in dem Gebäude Ferienwohnungen untergebracht.

Bevor ich mit der Seilfähre „Tussy“ von Caputh nach Geltow übersetze, die sich an der schmalsten Stelle zwischen Templiner See und Schwielowsee befindet, genehmige ich mir noch ein zweites Frühstück im „Café Heimath“. Für mich ist diese Fähre eine kleine Attraktion, für Andere ist sie die tägliche Verkehrsverbindung, um auf dem schnellsten Weg nach Werder oder Potsdam zu gelangen. Wieder an Land, passiere ich den 480 Meter langen Wentorfgraben, der eine schmale Wasserverbindung zwischen dem Petzinsee und dem Schwielowsee ist. Links und rechts des Grabens ragen efeubewachsene Bäume in die Höhe, die aus der Perspektive eines Paddelbootes wie ein kleiner Urwald wirken.

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In diesem Gebäude in Baumgartenbrück wurde früher der Brückenzoll kassiert. Gaststätte Baumgartenbrück Geltow, Foto: Matthias Schäfer

Von Caputh nach Baumgartenbrück

Hinter dem Wentorfgraben geht es gleich links ab durch den Wald über die Fahrradstraße, einem Teilstück des Fernradweges R1, bis nach Baumgartenbrück, wo ebenso Fontane Station machte und dem Ort ein eigenes Kapitel widmete. „Es ist eine ,Brühlsche Terrasse‘ am Schwielow-See… Man sitzt wie auf dem Balkon eines Hauses“, schrieb er. In der Tat kann man es in dem idyllischen Biergarten unter schattigen Bäumen gut aushalten, mit Blick auf dem Schwielowsee und dem höchsten Berg im Havelland – dem 126 Meter hohen Wietkiekenberg. Die Gaststätte dort gibt es seit 1748. Theodor Fontane skizzierte 1869 in seinem Tagebuch: „Viel Linden, kostbar zur Baumblütenzeit. Der Wirt ist auch der Brückenzöllner. Der Schiffsverkehr ist enorm.“

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Die gelernte Weberin Petra Steinfurth während der Arbeit Handweberei in Geltow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Doch ich genieße nur kurz die Aussicht und fahre gleich weiter nach Geltow zur Handweberei von Ulla Schünemann, der wohl größten und ältesten Manufaktur ihrer Art in Deutschland, in der bis heute produziert wird. Beispielsweise Leinentücher, die mehrere Jahrzehnte halten. Beim Anblick des malerischen Hofcafés mit den bunten Stühlen beschließe ich von den selbst gebackenen Kuchen und Limonaden aus eigener Herstellung zu kosten. Wer sich für das Handwerk interessiert, kann während der Öffnungszeiten die Manufaktur besichtigen und mit ein bisschen Glück Weberin Petra Steinfurth bei der Arbeit über die Schulter schauen.

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Hinter dieser Fassade befindet sich die wohl älteste und größte Handweberei in Deutschland. Handweberei in Geltow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Von Geltow nach Petzow

Dann schwinge ich mich wieder auf mein Rad und fahre weiter nach Petzow, wo auch der Bio-Sanddorngarten von Christine Berger zu finden ist. Doch ich steuere direkt das alte Waschhaus im Schlosspark an, wo heute das Heimatmuseum Petzow sein Domizil hat. Das reetgedeckte Backsteinhaus ist gerade an heißen Sommertagen ein idealer Ort zum Abkühlen. Betrieben wird das Museum vom Heimatverein Petzow, dessen Vorsitzender Karl-Heinz Friedrich ist. Früher wurde im Waschhaus – wie der Name schon sagt – die Wäsche aus dem nahe gelegenen Schloss gewaschen und auf der Wiese davor gebleicht. Die kleine Ausstellung im Inneren des Gebäudes hat sich deshalb der Kulturgeschichte der Wäschepflege verschrieben. Zu sehen sind historische Bügeleisen und die ersten Modelle von Waschmaschinen.

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Im Inneren des Waschhauses gibt es eine kleine Ausstellung über die Kulturgeschichte des Wäschewaschens. Waschhaus in Petzow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Dem Ort Petzow hat Fontane in seinen Wanderungen ebenso ein ganzes Kapitel gewidmet. Er verglich die Lage des Ortes mit Sanssouci. Und weil Fontane „hier so gut wie an jedem Grashalm gestanden hat“, erzählt Karl-Heinz Friedrich, habe sich der Verein dazu entschlossen mehrere „Wanderungen zu Fontane“ anzubieten, die auf Anfrage gebucht werden können.

Auch bei Fernsehleuten ist das Waschhaus eine gern gesehene Kulisse! So wurden dort 2011 Teile der TV-Märchenproduktion „Jorinde und Joringel“ für das rbb-Fernsehen gedreht. In den Hauptrollen unter anderem: Katja Flint und Uwe Kockisch.

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Kleine Insel mit Kiefern im Bonsaigarten in Ferch Insel mit Kiefern im japanischen Bonsaigarten Ferch, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Meine Fahrradtour um den Schwielowsee neigt sich nun dem Ende. Ich fahre noch nach Ferch, vorbei am Bonsaigarten, der bei Pflanzenliebhabern und Asienfans unbedingt einen Halt Wert sein sollte, bis zum südlichen Ende des Sees, wo ich mir am Landhaus noch eine Weile den Wind um die Nase wehen lasse, bevor ich zurück zum Bahnhof Schwielowsee radele.

Weitere Informationen

• Gesamtlänge der Radtour: rund 20 Kilometer
• Anreise per Bahn: zwei Mal pro Stunde hält ein Zug in Caputh (einmal von Potsdam und einmal von Michendorf kommend)
• Die Radtour ist auch mit Leihrädern von Nextbike möglich, es gibt von März bis Oktober mehrere Ausleihstationen rund um den Schwielowsee und Templiner See, unter anderem in Caputh

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