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        Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer Mohnknospen, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Wittenberge
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Medizin aus Blüten und Blättern Von Kräutern gegen Stress und luftigen Höhen im Havelland

15. August 2021 von Matthias Schäfer

Brandenburg ist das Bundesland der großen Gärten und Parks. Preußische Könige, Fürsten, aber auch der Landadel ließen einst weitläufige Parks anlegen, die bis heute die Gartenkunst ihrer Zeit widerspiegeln. Aber es gibt auch die kleinen Gärten, weitab der großen Städte wie Potsdam oder Cottbus. Sie wurden meist von Privatleuten angelegt und befinden sich an Orten, wo man sie nicht vermutet. Es sind Kleinode, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen wie beispielsweise Brandenburgs einziger Apothekergarten in Milow, wo mehr als 150 verschiedene Arzneipflanzen wachsen. Er ist das Ziel meiner heutigen Reise.

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Das Pumpwerk mit seiner Aussichtsplattform liegt direkt an der Havel. Pumpwerk Havel Premnitz, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Morgens halb zehn auf zum Frühstück an der Havel

Es ist kurz vor halb zehn am Morgen. Pünktlich rollt mein Zug im Bahnhof ein. Ich habe Premnitz erreicht und atme die frische Morgenluft am Hafen der Kleinstadt an der Havel ein. Premnitz liegt neun Bahnminuten südlich der Optikerstadt Rathenow. Jetzt trennen mich nur noch rund vier Kilometer von meinem eigentlichen Ziel – dem kleinen Dorf Milow, wo Brandenburgs einziger Apothekergarten zu finden ist.

Meine erste Station des Tages ist die Aussichtsplattform eines Pumpwerks in Premnitz. Dort oben schlürfe ich genüsslich meinen ersten Kaffee zu einer belegten Käseschrippe und verschaffe mir einen ersten Eindruck von der Region – weit geht mein Blick in Richtung Westen. Das übernächste Dorf Kuxwinkel gehört schon zu Sachsen-Anhalt. Und dann sind da noch drei auffällige, bewaldete Hügel, die aus der Landschaft ragen. Alpinisten werden darüber lächeln, doch zu übersehen sind sie in der flachen Havellandschaft nicht – die Milower Berge. Doch dazu später mehr.

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Der Luckehof in Premnitz: Er ist einer der wenigen bis heute erhaltenen Vierseitenhöfe in Brandenburg. Luckehof Premnitz, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer
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300 Jahre alter Luckehof in Premnitz - ein Lieblingsort

Zunächst laufe ich vom Bahnhof zum wenige Meter entfernten Luckehof, wo ich mir ein Fahrrad ausleihen werde. Denn die letzte Meile zum Apothekergarten möchte ich mit Pedalkraft zurücklegen, schließlich ist das flache Havelland bestens dazu geeignet. Der Luckehof in Premnitz ist eine architektonische Besonderheit. Das Ensemble mit seinen teils bis zu 300 Jahre alten Gebäuden ist einer der wenigen bis heutige erhaltenen Vierseitenhöfe in Brandenburg. Bewirtschaftet wird die denkmalgeschützte Anlage in der 10. Generation von der Familie Lucke.

Heute ist der Luckehof ein Freiluftmuseum, Bildungsstätte für Jugendliche sowie ein Ort, auf dem größere Gruppen Ferien machen können. Oder man mietet sich, so wie ich an diesem Tag, eines der 20 Räder, um nach Milow zu gelangen. Der Name ist wendischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Lieblingsort“. Nachdem mir das Rad vom Hausmeister mit der passenden Sattelhöhe fertig gemacht wurde, geht es auch schon los zu diesem vielleicht auch von mir bald neuen Lieblingsort in Brandenburg. Nur rund drei Kilometer sind es, bis ich die Havel überquere. Auf der Brückenmitte lege ich einen kurzen Stopp ein und genieße die weite Flusslandschaft, hinüber zum Biwakplatz für Wasserwandernde und auf der anderen Seite zum Gasthof Milow, der direkt an der Mündung des Flüsschens Stremme in die Havel liegt.

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Fachwerkkirche von Milow Fachwerkkirche Milow, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Brandenburgs einziger Apothekergarten

Doch bevor ich dort einkehre, gönne ich mich erstmal frisch gebackene Hefeteilchen mit Johannisbeeren von der Bäckerei Wittstock, welche direkt auf meinem Weg liegt. Kurz zuvor werfe ich einen Blick auf die Kirche von Milow, die mir sofort aufgrund ihres schönen Fachwerks und der Turmspitze mit der geschwungenen Haube auffällt.

Gut gestärkt mit Kuchen erreiche ich wenige Minuten später die Anker-Apotheke in Milow mit ihrem daneben liegenden Apothekergarten. Die bereits 1895 an diesem Ort erstmals erwähnte Kronen-Apotheke, die später in Anker-Apotheke umbenannt wurde, gehört heute zu den ältesten Apotheken des Havellandes.

Hier hat sich Apotheken-Inhaberin Beatrix Schlegel mit dem 400 Quadratmeter großen Kräutergarten einen Traum erfüllt. Ich tauche ein in das Gelände, auf dem es überall summt und in bunten Farben blüht, ich rieche am Fenchel sowie der Kamille und streife über die filigranen Blättchen des Gänsefingerkrauts. „Der Apothekergarten in Milow ist der einzige dieser Art in Brandenburg“, erzählt Beatrix Schlegel. „Er besteht seit 2007 auf einem Grundstück direkt neben der Anker-Apotheke, die ich 1993 übernommen habe.“ In ganz Deutschland gibt es nur 30 Apothekergärten.

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150 verschiedene Heilpflanzen

Auf übersichtlich gestalteten Schautafeln werden mir die jeweiligen Pflanzen mit ihren Eigenschaften und Wirkstoffen erklärt und wie man sie in der Naturheilkunde anwendet. So erfahre ich, dass das gelb blühende Johanniskraut beruhigend wirkt und gegen Nervosität hilft. Löwenzahn wird in der Naturheilkunde bei Appetitlosigkeit sowie Verdauungsproblemen empfohlen.

Insgesamt wachsen auf dem seit dem Jahr 2007 gestalteten Terrain rund 150 verschiedene Heilpflanzen. „Von Anfang an war es mein Wunsch, solch einen Kräutergarten anzulegen. Deshalb steckt in meinem Apothekergarten auch sehr viel Herzblut. Wir Apothekerinnen und Apotheker sind ja halbe Botaniker und haben von alters her das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen. Das möchte ich in meinem Apothekergarten anschaulich vermitteln“, berichtet Beatrix Schlegel.

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Das gelb blühende Johanniskraut wirkt beruhigend und hilft gegen Nervosität. Johanniskraut Apothekergarten Milow, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Der Garten zeigt außerdem, dass Kräuter nicht nur schön aussehen können, sondern einheimische Gewächse ebenso einen Nutzen für unsere Gesundheit haben. Somit ist es nicht verwunderlich, dass ein Schwerpunkt der Anker-Apotheke die Homöopathie sowie Naturkosmetik ist. „Es kommen sehr viele Menschen hier her und sind überrascht von diesem Kleinod“, sagt Beatrix Schlegel. „Sie riechen den Duft der Pflanzen, wandeln durch den Apothekergarten und entspannen sich dabei.“

Wer mehr über die Naturheilkunde wissen möchte, den führt sie gerne nach vorheriger telefonischer Anmeldung (Telefon 03386. 280 380) durch ihren Schaugarten. „Aus einigen dort wachsenden Pflanzen stellen wir sogar Kräuter-Essige, Kräuter-Salze und Kräuter-Öle her, die man bei uns in der Apotheke erwerben kann“, erzählt sie. Somit kann sich jede und jeder aus dem Apothekergarten sogar eine kleine Erinnerung mit nach Hause nehmen.

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Große Überraschung: Im Havelland gibt es auch Berge. Hinweistafel Drei-Berge-Tour Milow, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Aufstieg in die Berge

Doch Milow hat noch eine weitere Besonderheit zu bieten. Die drei markanten bewaldeten Erhebungen hatte ich schon vom Zug aus gesehen. Nun möchte ich es genau wissen, was es mit den Hügeln, die für Brandenburger Verhältnisse eigentlich schon Berge sind, auf sich hat. Nachdem ich mit dem Fahrrad einmal quer durch Milow geradelt bin, zweigt die Straße rechts ab zum Friedhof. Gleich daneben entdecke ich eine Hinweistafel, die mich bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Hier lese ich, dass die höchste Erhebung, der Vieritzer Berg, eine stolze Höhe von 85,9 Metern misst. Doch ich werde mich mit dem etwas niedrigeren Milower Berg zufrieden geben, der immerhin 71,4 Meter hoch ist. Nach einem rund 15 minütigem Aufstieg habe ich ein weiteres Etappenziel erreicht und werde mit einer grandiosen Aussicht in die flache Landschaft des Havellandes belohnt. Ich ruhe mich aus auf einer der großzügigen Steinbänke mit Tisch und lasse dabei meinen Blick in die Ferne des Naturparks Westhavelland schweifen.

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Blick vom Milower Berg (86 m) ins Havelland Milower Berg, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Rasten und Schlemmen in Milow

Jetzt bekomme ich langsam richtig Appetit auf etwas Herzhaftes. Sogleich schwinge ich mich auf mein Rad, nehme den Waldweg, der mich einmal rund um das Naturschutzgebiet Untere Havel Süd führt. Während der Tour fahre ich auch am wild romantischen Verlauf des Flüsschens Stremme entlang, wo ich es riskiere, eine Pontonbrücke zu überqueren, die schon ziemlich schief wirkt. Aber alles hat geklappt – und ich bin sicher und trocken auf der anderen Seite des Ufers angekommen. Danach halte ich noch kurz inne an einer alten Streuobstwiese. Hier wachsen Birnen- und Apfelbäume mit grandios klingenden Namen wie „Köstliche aus Charneux“, „Kaiser Wilhelm“ oder „Ontario“.

Nach weiteren 30 Minuten habe ich Milow wieder erreicht und steuere umgehend den Gasthof mit herrlichem Havelblick an, wo ich mich als erstes auf ein großes alkoholfreies Bier freue. Mit einem grandiosen Ausblick auf die vorbeischippernden Hausboote und Kanus klingt ein erlebnisreicher Tag für mich im Havelland aus.

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Auf Garten-Entdeckungstour durchs Havelland...weitere Tipps

Wer länger bleiben möchte und noch mehr die Gegend erkunden will, nimmt sich einfach ein Zimmer im Gasthof Milow und macht am nächsten Tag noch einen Abstecher ins Künstlerdorf Bahnitz an der Havel – mit herrlicher Badestelle und einem kleinen Café in Strandnähe. Dorthin radelt es sich besonders schön über den gut ausgebauten Havelradweg. Wer lieber den Wasserweg dorthin nehmen möchte, leiht sich in Milow ein Kanu.

Darüber hinaus warten neben dem Apothekergarten noch zahlreiche weitere kleinere Parks und Gärten im Havelland darauf, entdeckt zu werden. Dazu zählt zum Beispiel der Optikpark Rathenow, der Landschaftsgarten Kleßen, der Birnengarten Ribbeck oder der Landschaftspark Nennhausen.

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