• Ziegenwanderung im Oderbruch, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Ziegenwanderung im Oderbruch, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
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Ziegenwanderung im Oderbruch Mit Ziegen durch das Oderbruch wandern

27. August 2014 von Steffen Lehmann

Wer im Oderbruch unterwegs ist, dem kann es passieren, dass er Mirko Zimmermann und seinen Pfauenziegen begegnet. Mit seinen Tieren wandert er zusammen mit Gästen durch das Oderbruch. Eine Entdeckung der besonderen Art. Und mit einer Ziege an der Hand, kommt man mit jedem Brandenburger ins Gespräch.

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Ziegenwanderung im Oderbruch Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Per Trecker-Shuttle kommen die Ziegen über die Felder nach Altwustrow. Hier startet heute die Wanderung. Steffen und Aragon heißen unsere Begleiter für die nächsten drei Stunden. Bis zu 15 Kilo tragen die Ziegen. Heute gibt es nur leichtes Marschgepäck. In den Satteltaschen werden nur ein paar Getränkeflaschen verstaut.

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Oderbruch: Der Weg ins Paradies

Unser kleiner Trupp setzt sich in Bewegung und stoppt das erste Mal nach drei Metern. Steffen muss erst noch ein paar Blätter von einem Strauch abrupfen, bevor er sich endgültig in Marsch setzt. Mit dabei sind Silke Rommel und Thomas Rathay vom Blog „Outdoor Hochgenuss“. Wir laufen auf einem Feldweg vorbei an Raps und Weizenfeldern. Am Rand stehen ein paar Apfelbäume. Der Blick schweift zum Horizont. Das ist das Oderbruch pur. Die Stille wird nur unterbrochen von den kleinen Glocken, die beide Ziegen tragen. „Das ist mein Weg ins Paradies“, schwärmt Mirko Zimmermann.

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Mirko Zimmermann mit seinen Ziegen Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

In der Schweiz hat Mirko Zimmermann das erste Mal die Pfauenziegen in Aktion gesehen und gewusst, die passen auch ins Oderbruch. Die Pfauenziege ist eine alte Rasse und die größte in Europa, erzählt Mirko Zimmermann und stützt sich auf seinen Hirtenstab. In Deutschland gibt es nur wenige Züchter, in Brandenburg sind die Pfauenziegen aus dem Oderbruch Unikate.

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Seltene Ziegenrasse

Mirko Zimmermann ist im Oderbruch geboren, er ist nie weg gegangen und kann sich auch nicht vorstellen je wegzugehen. Seit 2012 wandert er mit seinen Ziegen durch das Oderbruch. Neben seiner Ziegenzucht betreibt er in Altreetz noch das Café und Restaurant „Zur Alten Bäckerei“.

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Ziegenwanderung durch den Oderbruch Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Steffen und Aragon sind gut drauf. Wenn einer stehen bleibt, um zu fressen, macht es der andere ihm nach. Das Marschtempo ist dementsprechend langsam. Das ist aber nicht schlimm. So bleibt genug Zeit zum Fotografieren und Plaudern. Raus aus der Stadt und die Entschleunigungstaste gedrückt. So soll es sein. Wer sich besonders beliebt bei den Vierbeinern machen will, bringt eine Schale Himbeeren oder Heidelbeeren mit.

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Mit den Ziegen in Neulietzegöricke, dem ältesten Kolonistendorf des Oderbruchs. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Dann erreichen wir nach einer knappen Stunde Neulietzegöricke. Es ist das älteste der Kolonistendörfer, die Friedrich II. anlegen ließ, um das Oderbruch zu besiedeln. Mit den beiden Ziegen im Schlepptau drehen wir eine Runde durch das Dorf.

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Bei Ziegen wird der Brandenburger gesprächig

Wo immer die Ziegen auftauchen, gibt es ein großes Hallo. Leichter kommt man mit Brandenburgern nicht ins Gespräch. Und dass, obwohl der Brandenburger ja gemeinhin nicht als Plaudertasche gilt. Vorbei an der restaurierten Kirche und dem Gasthaus „Zum Feuchten Willi“ kommen wir zum neuen Kolonisten-Kaffee von Martina Herrlich-Gryzan, das seit Mai im ehemaligen Dorfkonsum geöffnet hat.

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Wandern macht hungrig: Vor dem neuen Kolonisten-Kaffee in Neulietzegöricke. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Nach der Ehrenrunde durch Neulietzegöricke geht es zurück nach Altwustrow. Die innere Feierabenduhr von Steffen und Aragon schlägt pünktlich um 16 Uhr. Die beiden wissen, jetzt gibt es Futter und nichts hält sie auf. In Altwustrow wartet schon der Trecker auf die beiden Ziegenböcke. Nach der vierstündigen Wanderung versteht man Mirko Zimmermann, warum er keinen anderen Job möchte. Und wer als Stadtpflanze eine gering ausgeprägte Neigung zum Wandern hat, den belehren die Ziegen eines Besseren.

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