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        Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Wanderer am Binenbach, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Wittenberge
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Wandertouren im Herbst in Brandenburg, die Sie einmal gemacht haben sollten

29. September 2020 von Matthias Schäfer

Die frische Luft in der Nase, die Blätter an den Bäumen verfärben sich, das Laub raschelt unter den Füßen: der Herbst in Brandenburg kennt viele Liebhaber. Für alle, die Brandenburg im Urlaub kennenlernen möchten oder wiederkommen wollen, haben wir fünf Orte in Brandenburg herausgesucht, die sich als Ausgangspunkt für eine Herbstwanderung toll eignen. Wann sehen wir uns?

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Uckermark: Wo Brandenburg wild und einsam ist

Eiszeitlich geprägte Landstriche, tiefe Kiefernwälder und glasklare Seen – Brandenburg hat abwechslungsreiche Naturlandschaften zu bieten, die zu ausgiebigen Wanderungen einladen. Zum Beispiel im Nordosten des Landes. Ausgangspunkt ist Angermünde in der Uckermark. Die Stadt am Mündesee gründeten ursprünglich die märkischen Askanier um das Jahr 1230 herum. Seitdem hat sich am historischen Stadtbild mit Franziskanerkloster und mittelalterlicher St.-Marien-Kirche nicht allzu viel verändert.

Ganz in der Nähe wartet ein ganz besonderes Waldgebiet, das ebenso gut in einem Märchenbuch vorkommen könnte: Es ist der Grumsin – ein Urwald mit bis zu 300 Jahre alten Buchen, die auf einer Landschaft aus tiefen Senken und Höhenzügen wachsen, dazwischen Moore und einsame Waldseen. Seit 2011 ist der Grumsin Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“. Der Grumsin ist mit 600 Hektar einer der größten zusammenhängenden Buchenwälder Deutschlands. Durch den Buchenwald führt der rund 17 Kilometer lange Grumsiner Genusswanderweg mit kulinarischen Höhepunkten am Wegesrand. Die Tour lässt sich am besten in Kombination mit dem Welterbe-Bus der Linie 496 erkunden. So kann man sich – ohne den Führerschein zu riskieren – ein Schlückchen in der Grumsiner Brennerei gönnen, die seit 2015 hochwertige Uckermärker Brände und Destillate wie Gin, Korn, Obstler und Liköre herstellt. Oder wie wäre es mit einem Besuch im Atelier Louisenhof, das am Rande von Altkünkendorf inmitten von Feld, Wald und Seen liegt. Wanderinnen und Wanderer sowie Kunstinteressierte können hier bei Kaffee und Kuchen eine Pause einlegen und nebenbei Kunst erwerben.

Eine andere Tour von Angermünde aus führt in Richtung Westen zum besonders klaren Wolletzsee. Er ist eingebettet in die waldreiche Hügellandschaft der Angermünder Endmoräne. Wer nicht genug bekommen kann von großartigen Blicken aufs Wasser, der ist auf der Wanderung rund um den Wolletzsee genug richtig. Auf der Seerunde kann es schon vorkommen, dass man Fischreihern, Eisvögeln und Bibern begegnet. Der rund 17 Kilometer lange Rundweg ist an der Markierung mit dem grünen Punkt auf weißem Grund zu erkennen.

Und für all diejenigen, die es lieber etwas kürzer und entspannter mögen, wählen die Wanderung rund um den Mündesee. Die Tour lässt sich gut mit einem Spaziergang durch den historischen Stadtkern von Angermünde verbinden. Nur wenige Schritte vom Markt entfernt beginnt der Rundweg um den See herum, der insgesamt acht Kilometer lang ist.

 

 

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Buchenwald Grumsin Buchenwald Grumsin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Antje Tischer
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Seenland Oder-Spree: Märkisches Meer, Schlaubetal und eine Schweiz

Eine Stunde östlich von Berlin liegt Bad Saarow. Bis Ende des 19. Jahrhunderts träumten die ehemaligen Rittergüter Saarow und Pieskow zu Zeiten von Theodor Fontane noch so vor sich hin: „Wirklich in Saarow war nicht viel, und als ich mich genugsam davon überzeugt hatte, hielt ich mich auf den See zu“, schrieb er in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Aufwärts ging es erst, als auf dem Scharmützelsee eine regelmäßige Schiffsverbindung eingerichtet wurde, 1911 ein Anschluss ans Bahnnetz nach Berlin geschaffen wurde und die Thermalsole des heutigen Moorheilbades entdeckt worden war. So erhielt der Kurort erst 1923 den heutigen Namen Bad Saarow, der ein idealer Ausgangspunkt für Wandertouren ist.

Eine davon liegt quasi direkt vor der Haustür und führt am zwölf Kilometer langen Scharmützelsee entlang. Hier verläuft die 11. Etappe des 66-Seen-Wanderweges, auf der unter anderem Storkow liegt. Die märkische Kleinstadt überrascht mit einer der höchsten Binnenlanddünen Deutschlands. Am südlichen Ende des Scharmützelsees liegt der staatlich anerkannte Erholungsort Wendisch Rietz.

Östlich von Bad Saarow, nur rund eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, liegt eines der schönsten und romantischsten Bachtäler Brandenburgs mit dem Schlaubetal-Wanderweg. Es ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Drei Viertel aller in Brandenburg vorkommenden Tier- und Pflanzenarten finden sich dort und einige sogar nur in dieser Region. Geformt wurde das Bachtal von den beiden Eiszeiten. Seitdem windet sich die Schlaube wie ein Mittelgebirgsbach an einigen Stellen durch ein tiefes Tal.

Eine andere mittelgebirgsartig geformte Landschaft befindet sich rund um Buckow, nördlich von Bad Saarow gelegen. Den Ort in der Märkischen Schweiz erreicht man mit dem Pkw in rund 50 Minuten. In Buckow „geht die Lunge auf Samt“, soll dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. einst empfohlen worden sein. Wer sich davon überzeugen will, dem sei die Naturparkroute Märkische Schweiz empfohlen. Auf rund 20 Kilometern Länge führt die Tour durch den kleinsten Naturpark Brandenburgs, dem Naturpark Märkische Schweiz.

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Großer Treppelsee im Schlaubetal Großer Treppelsee im Schlaubetal, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Fläming: Wandern in seiner schönsten Form

Die alte Burgenstadt Bad Belzig mit Thermalsole-Heilbad, ihren verwinkelten Gassen und liebevoll restaurierten Bürgerhäuser hat einen ganz besonderen Charme. Hinzu kommen die Erhebungen im Hohen Fläming, die quasi das „Dach“ Brandenburgs bilden. Wahrzeichen der Stadt ist die trutzige Burg Eisenhardt mit ihrem 24 Meter hohen Bergfried. Statt Kanonen erwartet Besucherinnen und Besucher dort oben aber heute ein Hotel sowie eine schöne Aussichtsterrasse mit Blick auf die historische Altstadt. Und wer schon immer mal wissen wollte, wie sich „unten ohne“ gehen anfühlt, läuft am besten ein paar Kilometer über Brandenburgs ersten Barfußwanderweg.

Ganz besonders überraschende Aussichten bietet der Internationale Kunstwanderweg im Naturpark Hoher Fläming. Zum Beispiel überdimensional große schwarz-weiße Kuheuter, die am Wegesrand stehen und im nächsten Moment beim näheren Betrachten an Hüpfsäcke erinnern. Auf dem Rundgang zwischen den Bahnhöfen Bad Belzig und Wiesenburg/Mark gibt es auf gut 38 Kilometern an vielen weiteren Stellen in der Landschaft Kunst zu entdecken. So regt jede Station zu ganz persönlichen Interpretationen an und ist damit ein besonderer Ausflugshöhepunkt für Wanderer und Kunstfreunde.

Neben der Kunst und landschaftlichen Reizen, hat der Fläming außerdem eine Vielzahl kulturhistorischer Besonderheiten zu bieten. Als ewiges Grenzland und Brennpunkt historischer Ereignisse in früheren Jahrhunderten verfügt die Wanderregion über eine überraschend große Anzahl stolzer Burgen. Die noch erhalten gebliebenen Burgen sind steinerne Zeugen eines dichten Festungsgürtels des frühen Mittelalters, die über den Burgenwanderweg miteinander verbunden sind. Dazu zählen die Burg Eisenhardt in Bad Belzig, Burg Rabenstein in Raben, Schloss Wiesenburg und die Bischofsresidenz Ziesar.

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Kunstwanderweg im Hohen Fläming Kunstwanderweg im Hohen Fläming, Foto: TMB-Fotoarchiv/Paul Hahn

Uckermark II: Wandern zwischen Seen und Kanälen

Als eine von nur drei Städten in Deutschland kann sich Lychen „Flößerstadt“ nennen. Eingebettet zwischen sieben Seen inmitten des Naturparks Uckermärkische Seen und umgeben von endlos erscheinenden Wäldern, hat Lychen eine sehr abwechslungsreiche Natur zu bieten. Aber auch im Ort selbst werden die Augen verwöhnt: Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit Resten der alten Stadttore umschließen den Ort mit seinem Herzstück, dem von Linden umgebenen Marktplatz und dem barocken Rathaus.

Direkt in der Stadt Lychen startet der Wurlsee-Rundweg. Der erste Abschnitt es Wanderweges führt durch die Berliner Straße. Ab dem Retzower Weg beginnt der teils naturbelassene Waldweg, oft schmal, verwurzelt und ganz nah am Ufer. In einzelnen Feuchtgebieten sorgen Bohlenwege und Asphalt dafür, dass die Füße beim Laufen immer trocken bleiben. Und entlang des rund sieben Kilometer langen Weges stehen immer wieder Bänke bereit, die zum Genießen der Aussicht einladen.

Der Woblitz-Rundweg verdankt seinen Namen einem kleinen Kanal, der das Lychener Seenkreuz mit den Gewässern rund um Himmelpfort und somit der Havel verbindet. Die Uferzonen sind vielfach sumpfig, sodass der Wanderweg mit einigem Abstand zum Flusslauf verläuft. Wer hier und da einen direkten Blick auf die Woblitz erhascht, wird sofort verzaubert von seiner stillen Romantik und der urwüchsigen Natur.

Dass die Natur viele Gesichter haben kann, können Wanderfreunde auf dem Hohe-Heide-Rundweg erleben. Auf dieser Tour wechselt sich Waldlandschaft – teils aus Kiefern, teils aus Mischwald mit prächtigen Buchenbeständen bestehend – mit Wiesen, Sumpfniederungen und kleinen Gewässern ab. Der 15 Kilometer lange Wanderweg führt unter anderem zu den ehemaligen Heilstätten Hohenlychen, dem Küstriner Bach und der Strandpromenade am Oberpfuhlsee.

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Oberpfuhlsee in Lychen Oberpfuhlsee in Lychen, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Spreewald und Dahme-Seenland: Wandern auf den Spuren der Wenden

Am Rande des unteren Spreewalds liegt einer der ältesten Spreewaldorte – das heutige Feriendorf Schlepzig, was in der Sprache der dort lebenden wendischen Minderheit Słopišća heißt. Hier im Süden Brandenburgs reichen dunkle und dichte Erlenwaldbestände bis an das Dorf heran; die Spree umfließt den Ortskern, Wälder, Wiesen sowie Felder und ist damit ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen im Unterspreewald.

So führt der 15 Kilometer lange Wanderweg Schlepzig-Lübben zunächst zu mehreren Fischteichen, die typisch für diese Region sind. Am Ende der Teichgruppe befindet sich rechter Hand die Spree und das neu gebaute Hartmannsdorfer Wehr, das ein sehenswerter Schleusenneubau ist. An der alten Bahnbrücke der Spreewaldbahn wird die Spree (Nordumfluter) überquert. Auf der anderen Flussseite erwartet Wanderer das Gasthaus Lehnigksberg. Ein wunderschöner Ort mit Biergarten direkt am Wasser. Auf dieser Tour Richtung Lübben wandert man gleichzeitig auf den Spuren von Paul-Gerhardt, dem berühmten Kirchenlieddichter. So führt die letzte Wanderetappe dieses Weges auch an seine letzte Wirkungsstätte, die Paul Gerhardt 1669 angetreten hatte.

In der Nähe der Köthener Heideseen können Wanderer zudem zur höchsten Erhebung des Spreewaldes, den 144 Meter hohen Wehlaberg, aufsteigen. Auf dem „Gipfel“ befindet sich der Wehlaturm. Der 28 Meter hohe hölzerne Aussichtsturm bietet einen herrlichen Rundumblick über die Landschaft des Dahme-Seengebietes und den Unterspreewald.

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Fließ bei den Spreewood Distillers in Schlepzig Fließ bei den Spreewood Distillers in Schlepzig, Foto: Spreewood Distillers

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Herbstgeschichten im Brandenburg-Blog

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