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        Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer Schloss Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Plaue
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TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Fontane 200 Für Fontane-Kenner: Unterwegs auf dem Plauer Fontaneweg

27. August 2019 von Matthias Schäfer

Auf der Landkarte betrachtet ist es ein einziges langes, blaues Band. Es erstreckt sich von Potsdam über Werder und Paretz sowie die Stadt Brandenburg bis nach Plaue. Schon vor Beginn meiner Reise wird mir klar, dass die Havel in diesem Abschnitt ein ideales Revier für Segler, Motorboot- und Hausboot-Skipper ist. Der Fluss gleicht hier an vielen Stellen eher einer Seenlandschaft. Überall Wasser, soweit das Auge reicht. Das wusste einst auch schon der Dichter Theodor Fontane zu schätzen, der auf seinen Reisen durch die Mark Brandenburg gerne am Ufer an der Havel in Plaue gesessen hatte und zusammen mit seinem Freund Carl Ferdinand Wiesike den Blick übers Wasser schweifen ließ und mit ihm philosophierte.

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Fontane hat den Ort Plaue zu seinen Lebzeiten mehrfach besucht und sich dabei zahlreiche Notizen für seinen Band „Fünf Schlösser“ gemacht. Ich möchte wissen, wie Fontanes Plaue heute wirkt und wähle aber statt eines Bootes die schnellere Anreise mit der Bahn dorthin. In weniger als einer Stunde bringt mich der Regionalexpress RE 1 von Berlin zunächst bis nach Brandenburg an der Havel. Die restlichen Kilometer in den Stadtteil Plaue lege ich mit Bus und Straßenbahn zurück. Vom Hauptbahnhof geht es über die Neustadt und Altstadt. Und immer wieder erhasche ich Blicke aufs Wasser, denn Brandenburg an der Havel ist von zahlreichen Kanälen und Seitenarmen durchzogen, so dass die Stadt an manchen Stellen wie Klein-Venedig anmutet. Am westlichen Stadtrand erblicke ich eine langgestreckte Industriehalle am einstigen Stahlstandort. Der letzte Siemens-Martin-Ofen ist dort jedoch schon lange erkaltet, stattdessen ist das imposante Gebäude zu einem Industriemuseum geworden.

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Wasserblick auf die Neustädtische Bucht in Brandenburg an der Havel Wasserblick auf die Neustädtische Bucht in Brandenburg an der Havel, Foto: STG Brandenburg
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Geheimtipp für Fontane-Kenner

Nun sind es nur noch wenige Minuten bis Plaue. An der Haltestelle Margarethenhof steige ich aus und gehe zu Fuß über die Alte Plauer Landstraße in Richtung Havel. Bis September 2002 fuhr hier noch die Straßenbahn, die Brandenburg, Plaue und Kirchmöser miteinander verbunden hatte. Relikte aus dieser Zeit sind kaum noch zu erkennen. Einzig und allein auf der alten Havelbrücke, die darauf wartet, vom Rost befreit zu werden und inzwischen allein Fußgängern vorbehalten ist, sind die Schienen der alten Tramstrecke noch zu sehen. Leider trüben die zusätzlichen Absperrgitter auf der Brücke die Sicht aufs Wasser und die Sportboothäfen ein wenig.

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Über die alte Plauer Havelbrücke fuhr bis zum Jahr 2002 noch die Straßenbahn. Alte Plauer Havelbrücke, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

An dieser Brücke beginnt auch der Plauer Fontaneweg, der mich zunächst zur Villa Wiesike führt. Auch hier erwarten mich Absperrgitter. Denn das historische Gebäude steht seit Jahrzehnten leer. In dem Anwesen auf der anderen Havelseite mit direktem Blick auf das Plauer Schloss hatte einst der Gartenbaumeister Carl Ferdinand Wiesike den Dichter Theodor Fontane mehrmals empfangen und nächtigen lassen. Doch das Gebäude ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Schnee und Regen haben ihre Spuren hinterlassen. Aber es besteht Hoffnung: Erst im August 2018 wurde bekannt, dass die Villa verkauft worden ist und damit die dringende Sanierung in greifbare Nähe kommt. Die Fassade, die Sichtachse zum Schloss und der Park – das alles soll wieder so werden, wie es im 19. Jahrhundert einmal war, heißt es vom neuen Besitzer.

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Grabstätte des früheren Gartenbaumeisters Carl Ferdinand Wiesike in Plaue Wiesike Grabstätte Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Plaue ist ein Ort für Fontane-Kenner. In dem kleinen Stadtteil von Brandenburg an der Havel scheint an manchen Stellen die Zeit stehen geblieben zu sein und noch nicht wirklich aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht zu sein. So zeigt das Schloss am Ufer – die nächste Station des Fontaneweges – seine Schönheit erst auf den zweiten Blick. Von Innen ist das Gebäude nutzbar und es wird gerne zu Anlässen wie Hochzeiten gebucht. Seine Außenfassade wartet jedoch noch darauf, saniert zu werden. Dafür ist ein Nebengebäude bereits fertig, in dem man auch übernachten kann.

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Die Schloss-Schänke in Plaue an der Havel Schloss-Schänke Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Ein wenig Farbe ins Bild bringen die beiden in orange gestrichenen Hausboote, die direkt vor dem Schloss vor Anker liegen. Wer sich hier für ein paar Tage einen Platz am Wasser gebucht hat, wacht jeden Tag mit einem Plätschern und dem Schnattern der umher schwimmenden Enten auf. Und für Ausflüge übers Wasser steht den Gästen ein Kanu bereit, das direkt an den Havel-Chalets liegt. Etwas daneben befindet sich die Schloss-Schänke, die täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat. Auf der Karte stehen unter anderem Flammkuchen, eine hausgemachte Sülze sowie frische Salate der Saison.

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Schloss Plaue Schloss Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Frisch gestärkt setzte ich meinen Spaziergang durch den angrenzenden Schlosspark fort. Mir fällt auf, dass viele Radfahrer die Route durch den Park nutzen. Und am nächsten Wegweiser wird mir klar, warum das so ist: Dieser Abschnitt des Plauer Fontaneweges ist gleichzeitig ein Teilstück des Havelradweges, der 7-Seen-Tour sowie der Tour-Brandenburg. Der Park, der eher ein kleiner Wald ist, schmiegt sich gut einen Kilometer direkt ans Ufer des Plauer Sees. Die teils urwüchsigen Flächen sind durchbrochen von Kunstwerken, die einen willkommenen Farbakzent setzen. Dann erblicke ich von weitem unter hohen Buchen einen weißen Steinsockel, auf dem eine schwarze Figur zu erkennen ist. Bei näherem Betrachten erkenne ich, dass sie Theodor Fontane zeigt. Gestiftet wurde die Statue im Jahr 2015 vom Förderverein Schlosspark Plaue, der dem Wanderer damit an dieser Stelle ein Denkmal setzte. Geschaffen hat sie übrigens Dirk Harms, ein Plauer Bildhauer.

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Fontane-Statue im Schlosspark Plaue Fontane-Statue in Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Der Schlosspark ist ursprünglich aus einem Landschaftspark hervorgegangen, der Mitte des 19. Jahrhunderts vom damaligen Grafen von Koenigsmarck angelegt worden ist. Er besteht hauptsächlich aus Laubbäumen, die zwischendurch immer wieder den Blick aufs Wasser und das mit Röhricht bewachsene Ufer freigeben. Besonders weit blicken kann man vom ehemaligen Zollanleger, der zu DDR-Zeiten entstanden ist. Zur Überwachung der Transit-Binnenschifffahrt von und nach West-Berlin wurde dieser T-förmige Anleger Mitte der 1970er-Jahre aufgeschüttet.

Von hier aus fällt mein Blick auf eine kleine Mauer, die wie eine Aussichtsplattform wirkt. Links und rechts davon thronen zwei Tierfiguren aus Stein – einem Bären und einem Markhor, was eine wilde Ziegenart ist. Dabei handelt es sich um den „weltweit ältesten ehemaligen Tontauben-Schießstand“ aus dem 19. Jahrhundert, wie ich auf einer Infotafel lese.

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Tontauben-Schießstand im Schlosspark Plaue Tontaubenschießstand im Schlosspark Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Ich laufe weiter in nördlicher Richtung und erreiche nach ein paar Minuten eine Mauer, die zum Teil mit Efeu bewachsenen ist und den Schlossgarten vom Pfarrgarten sowie Friedhof abgrenzt. Durch die Baumwipfel lugt von hier aus bereits die Spitze der Pfarrkirche. Der Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert steht zentral im Ort auf einer kleinen Anhöhe. Um sie mir von nahem zu betrachten, muss ich zunächst durch das Engelstor gehen.

Es ist Teil der Friedhofsmauer und nicht zu übersehen. Zwei große Engelskulpturen begrenzen die zweiflügelige Toranlage. Das Tor ist offen und somit gelange ich von hier aus auf direktem Weg zur Kirche, die erstmals im Jahr 1216 erwähnt wurde. Auffallend ist ihr einzeln stehender Turm, der erst 1844 als Blickachse am Ende der Kirchstraße errichtet worden ist.

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Pfarrkirche in Plaue Pfarrkirche Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Bunt wie ein Tuschkasten

Etwas abseits des Fontaneweges liegt die so genannte Gartenstadt von Plaue, die man auf gar keinen Fall links liegen lassen sollte. Aufgrund der besonders farbenfroh gestalteten Gebäude ist das Wohnviertel, das heute unter Denkmalschutz steht, auch als „Tuschkastensiedlung“ bekannt. Sie steht für ein städtebauliches Ideal, das Anfang des 20. Jahrhunderts in zahlreichen Städten verwirklicht wurde. Gartenstädte sollten „gesunde Wohnungen“ schaffen, in denen die Mieter dauerhaft zu niedrigen Preisen leben können. Die Gartenstadt in Plaue gilt heute als bedeutendes Frühwerk des Architekten Paul Schmitthenner. Er plante unter anderem auch die Gartenstädte in Staaken, Berlin und Baden-Baden.

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Aufgrund der bunten Fassaden wird dieses Viertel in Plaue auch Tuschkastensiedlung genannt. Gartenstadt Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

In der Gartenstadt lasse ich meinen Ausflug in Plaue in einem Biergarten ausklingen. Denn gleich um die Ecke liegt das Wirtshaus „Kneipe pur“. Hier braut Gernot Brätz jedes Jahr 15 bis 20 verschiedene Biere. Seine Frau Karola kümmert sich um das kulinarische Wohlergehen der Gäste. Spezialitäten sind unter anderem historische Plauer und Brandenburger Biere. Bei einem frisch gezapften Bier lasse ich die außergewöhnliche Architektur der historischen Gartenstadt noch einmal auf mich wirken, bevor mich der Bus zurück zum Bahnhof in Kirchmöser bringt, von wo aus es zurück mit dem Regionalexpress nach Berlin geht.

Und das Fazit, welches Theodor Fontane einst über Plaue zog, ist auch heute noch gültig:

„Am schönsten ist es aber doch
am Rand des Sees, wo Weidicht und Rohr abwechseln.
Besser: hoch das Rohr steht.
Es ist wie zu Johann von Quitzows Tagen.
Hier sitzen im Abendschein.
Dann raucht und raschelt es.
Man horcht auf und fröstelt,
als führe Quitzow heraus.“

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Das Wirtshaus „Kneipe pur“ in Plaue liegt in der Gartenstadt. Kneipe pur Plaue, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Weitere Informationen:

An- und Abreise: Die Regionalexpresszüge der Linie RE1 fahren von Berlin aus alle halbe Stunde nach Brandenburg an der Havel. Von dort geht es weiter mit dem Bus nach Plaue. Am Bahnhof Kirchmöser halten die Züge stündlich und fahren über Brandenburg (Havel) zurück nach Berlin.

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