• Himmlisches Theater im Kloster Neuzelle, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

    Kultur in Brandenburg erleben!

    Kloster Neuzelle ist ein Paradebeispiel süddeutschen und böhmischen Barocks und trägt deshalb zu Recht den Spitznamen "Barockwunder an der Oder". Eines seiner Schätze: das "Himmlische Theater".

    Kloster Neuzelle ist ein Paradebeispiel süddeutschen und böhmischen Barocks und trägt deshalb zu Recht den Spitznamen "Barockwunder an der Oder". Eines seiner Schätze: das "Himmlische Theater".
    Ort: Neuzelle

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Kloster Neuzelle und das "Himmlische Theater"
Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab

Einen Ort wie diesen vermutet man nicht unbedingt in Brandenburg. Der Turm der Stiftskirche St. Marien grüßt von Weitem den Besucher, der sich dem Kloster Neuzelle vom Bahnhof aus nähert. Hinter der schweren Holztür der Stiftskirche wartet eine barocke Üppigkeit, die sonst nur in Süddeutschland zu finden ist. Die 1268 vom Meißener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gegründete Klosteranlage in Neuzelle gilt als das nördlichste Zeugnis süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa und trägt deshalb völlig zu Recht den Spitznamen "Barockwunder an der Oder".

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Großartig und überwältigend

Auf der anderen Seite des großen Innenhofs des Klosters wartet eine nicht minder "großartige" Attraktion: das Museum Himmlisches Theater für die berühmten Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab. Die bis zu sechs Meter hohen bemalten Leinwände und Holztafeln entstanden um 1750 und gelten nach Umfang, Größe und ihrer künstlerischen Qualität als in Europa einzigartig.

Mit einem Heiligen Grab erinnern die Kirchen zu Ostern an den Leidensweg Jesu. Der Neuzeller Abt Gabriel beauftragte 1751 den böhmischen Künstler Joseph Felix Seifrit mit der Konzeption eines Heiligen Grabes. Es ist aus fast 240 Teilen aufgebaut, von denen rund 220 erhalten geblieben sind. Von den 15 Passionsszenen sind erstmals seit über 150 Jahren sind die beiden Szenen "Judaskuss" und "Kreuztragung" nach umfangreicher Restaurierung mit 109 Figuren und Tafeln wieder vollständig in der Öffentlichkeit zu sehen. 

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Museum Himmlisches Theater Museum Himmlisches Theater , Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Verblüffend und detailreich

Das Entree des Museums ist im ehemaligen Kutschstall untergebracht. Der Ausstellungsraum der Passionsdarstellungen wurde in den alten Weinberg des Klosters gebaut. Gedämpftes Licht empfängt den Besucher. Das Neuzeller Heilige Grab nutzt theatralisch die Mittel und Möglichkeiten barocker Inszenierung und ist auch technisch eine Meisterleistung. Die Anordnung der Figuren und Tafeln ergibt einen verblüffenden dreidimensionalen Eindruck. Je näher man herantritt, um so größer gerät das Staunen. Die Fülle der Details ist überwältigend. 

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Museum Himmlisches Theater Museum Himmlisches Theater , Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Erlebnistipps

Nehmen Sie sich nach dem Besuch des Himmlischen Theaters noch etwas Zeit für einen Rundgang durch die Klosteranlage. Sie ist eine der wenigen vollständig erhalten Zeugnisse zisterziensischer Baukunst.

Neben einem der schönsten Weinberge Brandenburgs finden Sie in Neuzelle auch die letzte produzierende Klosterbrauerei des Landes. Bereits im 13. Jahrhundert brachten die Mönche das traditionsreiche Handwerk hierher. Bei einer Führung können Sie dem Brauer über die Schulter schauen und natürlich die Bierspezialitäten verkosten. 

Neuzelle liegt direkt am Oder-Spree Radweg und unweit des Oder-Neiße-Radwegs. Entdecken Sie das reizvolle Bachtal der Schlaube oder die Flusslandschaft Oder mit dem Rad.

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Klosterbrauerei Neuzelle Klosterbrauerei Neuzelle, Foto: TMB

Video-Inspiration: Durch das zauberhafte Schlaubetal zum Wunder des Barock nach Neuzelle

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