• Der Kahn der Sinne, Foto: TMB-Fotoarchiv/Martina Göttsching Der Kahn der Sinne, Foto: TMB-Fotoarchiv/Martina Göttsching
    Ort: Burg (Spreewald)

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Vergnügen der besonderen Art Unterwegs im Kahn der Sinne und in der Pyramidengondel

22. Juni 2011 von Katja

Wie sich der vor rund 100 Jahren entwickelte Spreewaldkahn doch verändern kann! Gleich zweimal habe ich in letzter Zeit völlig neue Ideen entdeckt und bin dabei stets auf einen offensichtlich sehr rührigen Hafenmeister im Spreewaldkurort Burg gestoßen. Dirk Meier dirigiert in diesem lebhaften Touristenzentrum nicht nur die An- und Abfahrten vollbesetzter Touristenkähne und die Ausleihe von Kanus und Fahrrädern, sondern findet auch Zeit und Muße für Tüfteleien.

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Ein Paar ist unterwegs mit dem Kahn der Sinne Foto: TMB-Fotoarchiv/Martina Göttsching

Herausgekommen ist zunächst ein „Kahn der Sinne“. Er war durch seine ungewöhnliche Konstruktion schon vom Fahrrad aus auf den Spreewaldfließen rund um Burg aufgefallen. Aber erst in Meiers schön gelegener Pension „Zum Schlangenkönig“ in Ortsteil Kauper konnten alle Details erfragt werden. „Wir nehmen sämtliche Bänke und Tische heraus und legen auf die freie Fläche vier große Liegekissen“, erzählt der frühere Radsportweltmeister. „Die Kissen sind mit Kügelchen aus Styropor gefüllt und fühlen sich daher sehr warm und angenehm an.“

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Unterwegs mit dem Kahn der Sinne Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Auf die Fahrgäste – maximal ist Platz für vier Personen – wartet zunächst die Begrüßung mit einem Wellnessgetränk. Danach geht es in sehr bequemer Lage auf eine einstündige Tour. Allein die Position macht die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis. Denn die Augen sind in die Baumkronen gerichtet. In vielen Farben schimmernde Vögel und Libellen fliegen vorbei, während Reiher und Störche sich kaum von der Stelle rühren. Am Rande beobachten nur Kühe mit ihren Kälbern das ungewöhnliche Gefährt. Im Unterschied zu den üblichen Touristenfahrten behält der sonst so redselige Kahnfärmann seine mehr oder weniger humorvollen Sprüche auf dieser Fahrt für sich. Nichts soll die Ruhe und den Genuss stören.

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Hafenmeister Dirk Meier Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Ganz harmonisch geht es auch in der zweiten Erfindung von Dirk Meier zu. Für den gar nicht weit vom östlichen Spreewald entfernten Fürst-Pückler-Park Branitz bei Cottbus hat er zusammen mit einem Lübbenauer Kahnbauer erstmals eine Gondel entwickelt. Dafür wurden einfach die beiden Enden eines Spreewaldkahns leicht nach oben gezogen und in eine Trapezform gebracht. Aber erst die Farbgebung schwarz-blau-gold und das bunte Wappen am Heck machen aus dem Boot eine Gondel. Schon der Schöpfer des Landschaftsparks, der umtriebige Fürst von Pückler-Muskau, hatte seine Gäste regelmäßig zu Fahrten auf dem Wasser eingeladen. Allerdings durfte er vor 150 Jahren noch nicht die Spree für seine Kanäle anzapfen, wodurch sich das Vergnügen in Grenzen hielt. Heute dehnen sich die Wasserarme auf rund zehn Kilometer Länge aus, wovon jetzt drei Kilometer befahren werden.

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Gondelfahrt durch den Fürst-Pückler-Park Branitz Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Dirk Meier hält so eine Gondelfahrt durch den Branitzer Park sogar für romantischer als eine gewöhnliche Spreewaldtour. Hier sei man doch der Natur ganz nahe, während im Spreewald doch immer wieder Gehöfte ins Bild rückten, meint er. Außerdem gebe es nur in Branitz echte Pyramiden. In der Seepyramide fanden Pückler und seine Frau ihre letzten Ruhestätten.

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Fahrgäste der Pyramidengondel Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Vorerst legen die Gondeln nur auf Vorbestellung und für Gruppen zur einstündigen Fahrt ab. Meier und die Parkstiftung hoffen auf eine gute Resonanz, um die regelmäßigen Fahrten auch für spontane Interessenten anbieten zu können. Die Chancen darauf stehen gut.

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