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  • Spreewald im Herbst,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Spreewald im Herbst, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Burg (Spreewald)
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TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Glücksmomente im stillen Spreewald

04. Dezember 2018 von Steffen Lehmann

Eine Tour in den Spreewald ist im Herbst und Winter eine Auszeit vom Alltag. In der kalten Jahreszeit ist der Spreewald ein Ziel für alle, die es still mögen. Wir haben es ausprobiert – und sind begeistert zurückgekommen!

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Für eine Winterauszeit im Spreewald plant man idealerweise ein Wochenende. Ich mache die komprimierte Tagesvariante – und sollte nicht enttäuscht werden. Mein Spreewald-Programm geht sportlich los. Start ist in Lübbenau. Kurz nach zehn, an einem Donnerstag, komme ich beim Kanuverleih Richter an. Die Sonne wärmt schon ein wenig. Es sind vielleicht zehn Grad. Keine schlechten Bedingungen für eine winterliche Kanutour.

Auf der Karte zeichnet mir der Mitarbeiter des Kanuverleihs den Streckenverlauf ein, den er mir empfohlen hat. Schnell noch die wichtigsten Verkehrszeichen erklärt und schon sitze ich in meinem Kajak. Hinter mir liegt der Große Fährhafen, aber mein Ziel heißt Lehde. Als ich einmal die Spreewaldweihnacht besuchte, herrschte auf den Fließen ein Verkehr wie auf dem Canale Grande in Venedig. Heute bin ich allein unterwegs.

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Kanuverleih Richter in Lübbenau Kanuverleih Richter in Lübbenau, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Mit dem Kanu kann man sich im Spreewald nicht verfahren. Die großen Fließe tragen alle Namen wie Straßen in der Stadt. Zuerst geht es in den Lehder Graben. Die Sonne blinzelt durch die Baumkronen, die kaum noch Blätter tragen. Das erste Fotomotiv ist das Bootshaus von Andrea Bunar. Sie ist die einzige Kahnpostfrau in Deutschland und bringt von April bis Oktober den Anwohnern die Post mit dem Kahn. Denn zahlreiche Häuser in Lehde sind gar nicht mit dem Auto erreichbar.

Am Gasthaus Kaupen Nr. 6 biege ich rechts ab. Im Sommer ist hier richtig Trubel, aber jetzt sind ein paar Enten die einzigen Gäste, die sich auf der Terrasse tummeln. Die ersten Minuten komme ich kaum voran. Immer wieder halte ich an und mache Fotos. In einem Gehöft bellt ein Hund. Auf einer Wiese lassen sich ein paar Schafe das frische Heu schmecken. Hinter mir im Wald ist ein Specht zu hören. Vor zwei Stunden bin ich in Berlin im Getöse der Großstadt losgefahren und jetzt umgibt mich – Ruhe. Das sind hier echte Glücksmomente.

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Kanutour in Lehde Kanutour in Lehde, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Als ich in den Hechtgraben einbiege, scheuche ich eine Entenfamilie auf. Damit haben sie wohl nicht gerechnet. Kurz danach erreiche ich das Freilandmuseum Lehde. Zwei Spaziergängerinnen kommen mir am Ufer entgegen und grüßen freundlich. Ansonsten „gehört“ Lehde mir. Im Sommer ist hier ordentlich Trubel. Die Kahnlinie bringt im Minutentakt die Touristen zum Freilandmuseum. Vom Kanuverleih habe ich noch den Tipp bekommen, eine kleine Extrarunde durch Lehde zu drehen. Nichts lieber als das. Das Paddeln hat mich schön durchgewärmt und die frische Luft ist ein Genuss. In Lehde kommt nicht nur die Post mit dem Kahn, sondern auch die Feuerwehr, wie das Bootshaus der Freiwilligen Feuerwehr verrät. Nach ein paar Minuten biege ich in den Suezkanal ein. Der Name ist kein Witz. Schnurgerade, wie sein Namensvetter in Ägypten, liegt er vor mir. Eine Entenfamilie steuert auf mein Kanu zu, nimmt aber keine Notiz von mir.

Hier ist Halbzeit meiner Tour. Es geht wieder zurück in Richtung Lübbenau. Ich hetze nicht, denn schließlich habe ich Zeit. Die Holzhäuser sind tolle Fotomotive. Die Vorgärten alle pikobello in Schuss. Der Lehder Graben bringt mich wieder zurück nach Lübbenau. Und jetzt begegne ich auch dem ersten Kahn mit Gästen. In ihren Decken eingemummelt, schauen sie mich ein wenig mitleidig an. Doch für mich gibt es gerade keinen besseren Ort, an dem ich sein möchte. Nach knapp neunzig Minuten komme ich wieder beim Kanuverleih an. Das war ein schönes Aufwärmprogramm. So könnte ein Donnerstag immer beginnen.

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Spreewald im Herbst, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Made in Spreewald: die Kaminkahnfahrt

Meine zweite Station an diesem Tag ist die Pension „Zum Schlangenkönig“ in Burg (Spreewald). Mit dem Auto dauert die Fahrt von Lübbenau nach Burg eine halbe Stunde. Im Sommer habe ich schon einmal eine Kahnfahrt gemacht. Heute steht die erste Winterkahnfahrt auf dem Programm. Für die Kahnfährmänner ist das ganze Jahr Saison. Nur, wenn die Fließe zugefroren sind, legen sie nicht ab. Im Winter, wenn sich die Stille über den Spreewald legt, sind die Gäste eingemummelt in Decken. An Bord gibt es Tee, Glühwein und kleine Flaschen mit Hochprozentigem.

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Pension "Zum Schlangenkönig" Pension "Zum Schlangenkönig", Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Nach meinem Aktivvormittag erwartet mich am Nachmittag etwas Einmaliges: eine Kaminkahnfahrt. Die gibt es nur in Burg und nur beim „Schlangenkönig“. Kahnfährmann Robert wartet schon am Steg. Die Sache mit dem Kamin haben sich die Kahnfährmänner vor einigen Jahren selbst ausgetüftelt, erzählt Robert, der Kahnfährmann, während er den Kahn startklar macht. Made in Spreewald. Er selbst hat vor Jahren seinen Bürojob an den Nagel gehängt und fährt seitdem mit seinem Kahn die Gäste durch Burg. Bereut hat er es noch keinen Tag. Auf einen Spreewaldkahn passen bis zu 25 Gäste. Das Besondere ist, die Kaminkahnfahrt kann man auch allein oder zu zweit genießen (Tipp: romantische Geschenkidee).

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Kaminkahnfahrt im Spreewald Kaminkahnfahrt im Spreewald, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

In der nächsten Stunde werden wir nur einem anderen Kahn begegnen. Das ist aber nichts, was mir an diesem Nachmittag Verdruss bereitet. Ich bekomme eine warme Decke und halte meine Hände über den gasbetriebenen Kamin. Mit seinen zwei bis drei Kilometer pro Stunde gleiten wir durch das Labyrinth der Fließe. Auf der rechten Seite taucht die „Speisenkammer“ auf. In dem Restaurant kocht Marco Giedow, der von den Restaurantkritikern des „GaultMillau“ wieder mit hervorragenden 15 Punkten benotet wurde. Ich frage mich, ob man als Kahnfährmann abends eigentlich Muskelkater hat. „Nein“, antwortet lächelnd Robert. Dann zeigt er nach vorn, wo einer dieser Heuschober auftaucht, die so oft auf Fotos aus dem Spreewald zu sehen sind. Wir haben einen Abschnitt erreicht, an dem gar keine Häuser stehen. Die Abgeschiedenheit ist eine wahre Wonne.

Der Kamin sorgt unterdessen weiter für warme Beine. Ich bin mittlerweile im Entspannungsmodus, während Robert den Kahn wieder in Richtung „Schlangenkönig“ stakt. Schlangen waren früher im Spreewald keine Seltenheit. Heute, so Robert, sieht man sie nur noch selten. An eine 1,50 Meter lange Ringelnatter erinnert er sich so lebhaft, dass ich rechts und links das Ufer inspiziere. Als wir nach einer Stunde wieder zurück sind, hat es angefangen zu dämmern. Das Licht des Kamins taucht den Kahn in ein besonderes Licht. Kahnfährmann Robert hat Feierabend. Für mich geht es zurück in die große Stadt. Ich war nur einen Tag im Spreewald. Die Stunden an der frischen Luft haben mir aber gut getan. Erkenntnis des Tages: Wenn es mal wieder zu viel Grau in der Stadt gibt, der Alltag nervt, dann lasse ich mir ein oder zwei Tage im Spreewald verschreiben.

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Fließ im Spreewald Fließ im Spreewald, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

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