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  • Pyramide Branitzer Park,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer Pyramide Branitzer Park, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Cottbus
  • Auf Fontanes Spuren im Branitzer Park
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TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Fontane 200 Ein Spaziergang durch Cottbus und den Branitzer Park

Der Spreewald ist ein einzigartiges Wasserlabyrinth in Europa. Es ist ein riesiges Binnendelta, das sich aus unzähligen Fließen zusammensetzt und aus der Luft betrachtet wie ein Spinnennetz anmutet. Auch die Menschen, die hier im Südosten Brandenburgs leben, sind besonders. Sie sind stolz auf ihre Traditionen sowie ihre regionalen Produkte – allen voran die berühmte Spreewaldgurke. Bekannt wurde der Spreewald ebenso durch Theodor Fontane. 1859 besuchte der Dichter und Reiseautor diese Region. Als Pionier und Entdecker war er einer der ersten, der für den Spreewald geworben hat. Fasziniert beschreibt er in seinen Büchern die Vielzahl an Möglichkeiten, die der Spreewald einem Reisenden bietet. Dazu gehören nicht nur Kahnfahrten, sondern auch Gaumenfreuden wie „Hecht in Spreewald-Soße“ – Erlebnisse, die Fontane nachhaltig in Erinnerung geblieben sind.

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Eine weitere Besonderheit im Spreewald ist die Volksgruppe der Sorben und Wenden. Fontane hatte sich insbesondere in seinem vierten Band „Spreeland“ aus den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ mit ihren Traditionen näher beschäftigt. Sichtbar ist dies noch heute an den zahlreichen zweisprachigen Orts- und Straßenschildern wie beispielsweise in Cottbus, wo mich meine heutige Tour hinführt.

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Zweisprachige Straßenschilder (deutsch/sorbisch) bestimmen das Bild in der Cottbus Zweisprachiges Straßenschild in Cottbus, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Zweisprachige Straßenschilder

Schon kurz nach der Ankunft am Bahnhof sehe ich, dass hier etwas anders ist, im Vergleich zu anderen deutschen Städten: Auf den Ortsschildern auf den Bahnsteigen steht neben Cottbus auch der Name Chóśebuz. Das ist die sorbische Bezeichnung für die Stadt an der Spree. Die Zweisprachigkeit begleitet mich auf meinem Rundgang an vielen weiteren Stellen in der Stadt.

Nachdem mich der Regionalexpress von der Berliner Stadtmitte in rund einer Stunde und 15 Minuten bis hierher gebracht hat, verspüre ich bereits wieder Appetit. Kein Wunder, schließlich ist es gleich Mittag. Und so werde ich beim Schlendern durch die Stadt plötzlich wie magisch von einem süßlichen Duft angezogen. Es riecht nach frisch gebackenen Keksen oder Kuchen, so vermute ich. Aber eine Bäckerei ist nicht zu sehen. Dann fällt mein Blick auf ein Haus in einer Seitenstraße. Dort lese ich an der Fassade: „Cottbuser Baumkuchen Manufaktur“. Dieses traditionelle Gebäck wurde in dieser Stadt erstmalig im Jahr 1819 in der Vorweihnachtszeit hergestellt. Über einer offenen Flamme wird der Teig Schicht für Schicht auf eine sich drehende Walze aufgetragen und nach dem Erkalten mit einer Zuckerglasur überzogen, welche mit Zitrone aromatisiert wurde.

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Sitz der Cottbusser Baumkuchen-Manufaktur an der Mühlenstraße 45 Baumkuchen-Manufaktur Cottbus, Foto: Matthias Schäfer

Um das Jahr 1900 existierten in der Stadt etwa 20 Baumkuchen-Manufakturen. Er wurde in alle Teile Deutschlands und sogar bis in die USA versandt. An diese Tradition erinnernd wurde im Jahr 2006 die Cottbuser-Baumkuchen-Manufaktur Max Lauterbach gegründet, die seitdem die Produktion dieses alten Konditorei-Handwerks fortführt.

Nachdem ich mich mit einem Stück Baumkuchen und einem Kaffee gestärkt habe, laufe ich über den Altmarkt und weiter zum alten Elektrizitätswerk, das direkt an der Spree liegt. Das Gebäude ist ein beeindruckendes Beispiel für Industriearchitektur. Lautstark rauscht hier das Wasser an einer Staustufe in die Tiefe. Ganz gemächlich geht es hingegen auf der gegenüberliegenden Seite zu. Hier zeigt sich die Spree von ihrer ganz romantischen und stillen Seite. Fast geräuschlos fließt der Fluss an den letzten zwei erhaltenen Gerberhäusern vorbei, die in den vergangenen Jahren aufwändig saniert worden sind. Das blaue Ruderboot an der Terrasse lädt förmlich dazu ein, sofort einen kleinen Trip über die Spree zu unternehmen.

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Die sanierten Gerberhäuser an der Uferstraße – im Hintergrund das alte Elektrizitätswerk Gerberhäuser Cottbus, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Die heute zu Wohnhäusern umgebauten Gebäude an der Uferstraße nutzten nach dem 30-jährigen Krieg eingewanderte Hugenotten für das Gerberhandwerk. Zu jener Zeit waren diese Häuser reine Betriebsstätten. Im Zuge der industriellen Lederproduktion wurde die Gerberei in Cottbus im Jahr 1901 jedoch aufgegeben. Heute dienen die alten Gerberhäuser teils auch als Ferienunterkünfte.

Die Gerberhäuser sowie das alte Kraftwerksareal, in dem sich heute das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst befindet, liegen inmitten eines Grüngürtels, der sich von Nord nach Süd über den Eliaspark und Tierpark bis hin zum Branitzer Park zieht. Zu Fuß wären es rund fünf Kilometer, doch ich nehme die Buslinie 10. Die so genannte Pückler-Linie – gut erkennbar an den Haltestellen am Konterfei des Fürsten Pückler – bringt mich in einer viertel Stunde zum Haupteingang des Branitzer Parks, wo mich ein wunderbarer Park im englischen Stil erwartet. Entgegen meiner Erwartung ist der Eintritt sogar kostenfrei.

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Blick auf das Schloss Branitz von der Seite des Marstalls aus gesehen Schloss Branitz, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Märchenhafte Blickachsen

Gleich nachdem ich den Garten betreten habe, muss ich mich entscheiden, in welche Richtung ich gehen möchte. Denn der berühmte Gartengestalter und Weltenbummler Fürst Hermann von Pückler-Muskau hat den Garten so angelegt, dass man am liebsten alle Wege gleichzeitig laufen möchte. Hinter jeder Biegung vermutet man ein nächstes überraschendes, märchenhaftes oder geheimnisvolles Element, das ich entdecken möchte. Das liegt auch an den zahlreichen Blickachsen und Fensterblicken, die sich beim Laufen durch den Park immer wieder öffnen und im nächsten Moment wieder verschließen.

Fürst Hermann von Pückler-Muskau war ebenso Unternehmer, Schriftsteller sowie Lebenskünstler und hat bis zu seinem Tod im Schloss Branitz gelebt. Geblieben ist bis heute neben dem Schloss der herrlich weitläufige Park – eine grüne Oase am südöstlichen Rand der Stadt. Der Branitzer Park ist nur wenige Kilometer vom Spreewald entfernt und zählt zu den schönsten Gartenlandschaften Europas. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Jedes Detail ist vom Fürsten gestaltet worden.

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Blickachse im Branitzer Park über den Teich in Richtung Schloss Blickachse im Branitzer Park, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Das macht gerade den besonderen Reiz beim Laufen durch den Branitzer Park aus. In einem Moment lugt die Spitze des ehemaligen Cavalierhauses durch die Baumspitzen, dann taucht ein kleines Fließ auf, das in einen größeren Teich mündet, auf dem sich ein schön gestaltetes Häuschen für Enten befindet. Und schon an der nächsten Biege ist der Blick frei auf eine der zahlreichen Brücken, die man am liebsten sofort überqueren möchte.

Zwischendurch gibt es Abschnitte, die mir den Eindruck vermitteln, als wäre ich in einem Wald, mal mit Laub-, dann mit Nadelbäumen bestanden. Dann zeigt sich ein kleiner Hügel mit einer glänzenden silbernen Kugel darauf, in der sich die Sonne bricht. Nachdem ich die wenigen Stufen erklommen habe, ist der Blick frei auf das Schloss Branitz, in dem der Fürst einst gewohnt hat. Von hier aus sehe ich gleich die nächste Erhebung. Ein Aussichtspunkt mit einer großen Überdachung, welche die Form eines riesigen Parasols hat. Von dort kann ich auf ein Fließ und weitläufige Wiesen schauen.

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Auf einer kleinen vorgelagerten Insel befinden sich die Gräber des Fürsten Pückler sowie seiner Frau Lucie Muskau. Pyramide und Grab Branitzer Park, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Pyramiden mitten in Brandenburg

Und dann steht sie auf einmal vor mir: eine grüne Pyramide – mitten in einem See. Ein Kranich ruht sich gerade an ihrem Fuße aus und beobachtet entspannt das Ufer, an dem ich in diesem Moment stehe. Es ist eine Form, die man nicht hier, sondern eher in Ägypten erwartet. Doch es gibt sie auch in Brandenburg. Und im Branitzer Park stehen gleich zwei davon – eine an Land und jene im Wasser. An dieser Stelle liegen der Fürst und seine Gemahlin begraben wie an dem Kreuz auf dem Feldstein mit Aufschrift auf einer kleinen vorgelagerten Insel zu erkennen ist. Es ist ein Ort, an dem ich länger bleibe und einfach die Ruhe sowie das wechselnde Spiel von Sonne und Wolken beobachte.

Und wer noch tiefer in die fantastische Welt des Fürsten von Pückler eintauchen möchte, sollte die Ausstellung im Schloss Branitz besuchen. Hier ist im Fontane-Jahr außerdem eine Schau über den großen Romancier und Dichter sowie den romantischen Landschaftsmaler Carl Blechen zu sehen. Fontane stammt zwar aus Neuruppin und Blechen aus Cottbus – doch beide lebten später in Berlin und machten beide ihre ganz eigenen Erfahrungen mit der Mark Brandenburg. Aus alten Manuskripten weiß man, dass Theodor Fontane den Maler Carl Blechen bewunderte. Eigentlich sollte es in seinen „Wanderungen“ ein eigenes Kapitel über „Blechen als Maler“ geben. Warum dies nie veröffentlicht worden ist, davon handelt die Ausstellung im Schloss Branitz.

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Der Altmarkt in Cottbus mit der St.-Nikolai-Kirche Cottbus Altmarkt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Doch für mich stand heute die Natur des Branitzer Parks im Vordergrund. Und so bringt mich der Bus nach meinem rund zwei Stunden langen Spaziergang wieder zurück ins Zentrum. Dort entdecke auf meinem Weg zum Hauptbahnhof unweit des Altmarktes ein kleines Bistro, das erst 2018 von Benjamin Lorenz eröffnet wurde. „Mitten im September“ heißt das Bistro an der Mühlenstraße. Hier gibt es herzhafte Quiches, Suppen und Kuchen. Genau das Richtige nach meiner Tagestour. In einem Raum des Ladens gibt es sogar eine kleine Lese-Ecke mit einem Bücherregal und zwei Sesseln, in dem ich das Erlebte vom Tag bei einer Tasse Tee noch einmal Revue passieren lassen kann.

 

Weitere Informationen:

Gesamtlänge der Tour: rund 8 Kilometer

Anreise per Bahn: stündlich fahren Regionalexpresszüge von Berlin nach Cottbus, Weiterfahrt mit dem Bus (Pückler-Linie) zum Branitzer Park

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