• Knotenpunkt 75, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Bernau bei Berlin

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Radeln nach Zahlen
Neue Knotenpunkt-Wegweiser für Radfahrer im Barnim

19. März 2014 von Matthias Schäfer

61-68-75-76-77-99 - das ist keine Telefonnummer, hinter diesem Zahlencode verbirgt sich vielmehr eine Fahrradtour und zwar die von Bernau über Börnicke, Albertshof und Tempelfelde nach Biesenthal. Das so genannte Knotenpunkt-Radfahren ist nach der Prignitz nun auch im Barnimer Land möglich. Wir erklären, wie es funktioniert.

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Muss ich an einem ganz bestimmten Ort meine Tour beginnen?

Nein, eine Radtour kann an jedem beliebigen Knotenpunkt beginnen, vorzugsweise an einem Ort, der gut mit der Bahn erreichbar ist. So könnte ein Tagesausflug mit Rad beispielsweise in Bernau am Bahnhof starten. Hier befindet sich der Knotenpunkt mit der Nummer 61. Überall im Landkreis wurden dafür Wegweiser mit den auffälligen weißen Ziffern auf rotem Grund ergänzt.

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In Börnicke bei Bernau befindet sich der Knotenpunkt mit der Nummer 68. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Wie funktioniert das System genau?

Beim "Radeln nach Zahlen" geht es nicht darum, die Ziffern in der richtigen Reihenfolge abzufahren. Hinter den Zahlen stehen einzelne Orte im Barnimer Land. Diese sind in einer Übersichtskarte eingezeichnet. Für eine bestimmte Tour wählen sich Radtouristen zunächst eine individuelle Strecke und notieren sich die entsprechenden Nummern. Aus der Zahlenkombination 61-68-75-76-77-99 ergibt sich zum Beispiel eine Radtour von Bernau über Börnicke, Albertshof und Tempelfelde nach Biesenthal.

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Die Ziffern auf den Wegweisern zeigen Radtouristen, wo sie sich gerade befinden. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Natürlich kann jeder spontan nach Lust, Laune und Wetter jederzeit die Tour verkürzen oder verlängern, in dem Knotenpunkte weggelassen oder hinzugenommen werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Abstecher nach Danewitz? Der Ort mit seinen zahlreichen Gebäuden aus Feldsteinen liegt bei Biesenthal und hat bis heute seinen historischen Charakter weitgehend bewahren können. Aus Feldsteinen sind hier jedoch nicht nur viele Häuser gebaut, sondern auch fünf alte Feldsteinbacköfen, die auf den Wiesen der Grundstücke stehen. Nachdem 1826 ein Großbrand weite Teile des Dorfes zerstört hatten, durften die Backöfen danach nur noch in sicherer Entfernung von mindestens 50 Metern von den Gehöften wieder aufgebaut werden.

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Welche Hilfen zur Orientierung gibt es noch?

Jeder der insgesamt 126 Knotenpunkte im Barnimer Land ist mit einer Übersichtskarte ausgestattet. Diese Karte zeigt alle Knotenpunkte in der näheren Umgebung, so dass sich Radfahrer sogar gänzlich ohne eigene Landkarte oder Navigationsgerät orientieren können.

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Orientierung leicht gemacht: An jedem Wegweiser hängt eine Übersichtskarte. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Wie groß ist das Radwegenetz im Barnimer Land?

Im Barnimer Land gehören rund 610 Kilometer Radwege zum Knotenpunkt-System, davon rund 130 Kilometer auf Radfernwegen. Einziger Wermutstropfen ist, dass viele Routen nicht über separate Fahrradwege, sondern über Landstraßen führen.

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Käsetheke im Milchladen „Lobetaler Bio“ in Biesenthal – im Hintergrund die Molkerei. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Auf der Beispielstrecke von Bernau nach Biesenthal kommen Radler unter anderem auch an der gläsernen Molkerei ''Lobetaler Bio'' vorbei. In der dortigen Käserei ist jeder Arbeitsschritt Handarbeit. Gleich neben dem Reiferaum hinter der Glaswand liegt "Der Milchladen". Hier können alle frisch hergestellten Molkereiprodukte, wie Joghurt und Frischmilch, auch gleich probiert und gekauft werden. Im Angebot sind darüber hinaus Früchte und Gemüse der Saison aus der Umgebung.

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Wo gibt es das Knotenpunkt-System sonst noch?

Die im Nordwesten Brandenburgs gelegene Prignitz war die Vorreiter-Region für das Knotenpunkt-Radeln. Hier können Fahrradfahrer sich ebenso nach Herzenslust in alle Himmelsrichtungen abstrampeln. Ein ausgeklügeltes Radwege-Leitsystem, das mit 130 Knotenpunkten insgesamt 1.100 Kilometer Radwege verbindet, ermöglicht immer wieder neue und individuelle Radtouren. Ursprünglich stammt die Idee der Knotenpunkt-Wegweisung aus den Benelux-Staaten.

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