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  • Wandern im Biesenthaler Becken, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Wandern im Biesenthaler Becken, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Biesenthal

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Ice Age und Picknick im Wald Wanderungen im Naturpark Barnim

03. März 2016 von Steffen Lehmann

Brandenburg ist ja eher ein Flachland. Aber an einigen Stellen wird es hügelig. Wie im Biesenthaler Becken im Naturpark Barnim. Hier hat die letzte Eiszeit mächtige Spuren hinterlassen. Bei einer Wanderung mit Naturführer Julian Beyer gibt es nicht nur Biberspuren, und mit Glück, den Eisvogel zu sehen. Am Ende wird ein zünftiges Picknick im Wald zubereitet.

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Nach der Eiszeit blieben neben Findlingen solche Bachtäler zurück. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Bis hier reichte der Gletscher, sagt Julian Beyer und zeigt in Richtung Hellsee. Vor 15.000 Jahren lag hier alles unter einer riesigen Eisschicht. Ice Age im Barnim. Ob es hier auch Säbelzahntiger, Mammuts und Faultiere wie in dem gleichnamigen Hollywood-Animationsfilm gegeben hat? Ich stehe mit Julian an der Hellmühle, die gut eine Stunde von Berlin, im Naturpark Barnim liegt.

Als das Eis der letzten Eiszeit schmilzt, bleiben riesige Findlinge und tiefe Bachtäler wie im Biesenthal zurück. Mit dem Naturführer will ich in den nächsten vier Stunden die Szenerie erkunden. Mit dabei sind die Bloggerin Gertie Jacob und ihre beiden Kinder Morten und Merle. Zusammen sind sie die Nordic Family aus Potsdam. Dass es heute kein besonderes gutes Wetter ist, stört sie nicht. Die Kids nehmen erst einmal die zahlreichen Regenpfützen in Augenschein.

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Julian Beyer führt durch den Naturpark Barnim. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Schon nach wenigen Metern auf dem Pfad beginnt das Bachtal, das die Eiszeit hinterlassen hat. Die Hänge ragen steil hinauf, wir klettern über umgestürzte Bäume. Auf einer kleinen Lichtung liegt ein Baum, der langsam verwittert. Das ist der Kreislauf der Natur. Der Regen tröpfelt durch das Blätterdach. Uns stört das nicht, denn an der nächsten Ecke wartet schon die nächste Attraktion: Ein Wanderbriefkasten. Schnell eine kleine Nachricht für die Nachwelt hinterlassen und schon geht es weiter.

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Mit dem Wanderbriefkasten können anderen Naturliebhabern Nachrichten hinterlassen werden. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Das Hellfließ im Naturpark Barnim führt im Herbst nicht viel Wasser. Der trockene Sommer hat den Wasserstand sinken lassen. Das sind aber gute Voraussetzungen, um den Eisvogel zu beobachten, der sich gerne an den Überhängen des Bachufers einnistet. Wir haben leider kein Glück und sehen den bunten Vogel dieses Mal nicht.

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Naturbursche unterwegs im Naturpark Barnim

Julian Beyer zeigt auf Spuren und aufgewühlten Boden: hier waren Biber und Wildschweine gewesen. Die Spuren sind noch frisch. Allein wären wir Großstadtbewohner bestimmt vorbeigelaufen. Die Biber seien die Vegetarier im Wald, die besonders die Baumrinde bevorzugen, meint Julian. Er ist das, was man als Naturbursche bezeichnet. Er hat Internationale Forstwirtschaft in Eberswalde studiert und weiß alles über die Bäume und ihre Eigenarten. Ich bin der genaue Gegenentwurf. Meine Turnschuhe sind inzwischen aufgeweicht. Wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Aber von ein paar nassen Schuhen lasse ich mir die Laune nicht verderben.

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Julian Beyer kennt die Natur auch abseits der Wege sehr gut. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Wir überqueren eine kleine Brücke und stehen plötzlich inmitten eines Buchenwaldes. Die Bäume recken sich weit in die Höhe. Die Baumkronen formen sich zu einem Dach. Das Laub schimmert rot. Es fühlt sich an, als ob wir in einer Kathedrale stünden. Sogar ein kleines Echo gibt es, als wir in den Wald hineinrufen.

Die meiste Zeit laufen wir auf ausgeschilderten Wanderwegen. Aber Julian Beyer geht auch gerne links und rechts vom Weg. Und so gibt es immer etwas Überraschendes zu sehen und jede Tour mit dem Naturführer ist anders. Heute führt er uns an einem Moor vorbei aus dem die Baumstämme wir Zahnstocher ragen.

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Moor im Naturpark Barnim. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Bevor wir losmarschierten, hat Julian einen großen Rucksack im Wald verstaut. Darin sind die Zutaten verstaut, die er für den krönenden Abschluss unserer Wanderung benötigt: ein Picknick im Wald. Und nach knapp vier Stunden fängt mein Magen langsam an zu knurren. Aber dagegen hat Julian das passende Rezept. Käse aus Brodowin, Hirschsalami und tolles Essener Brot aus dem Regio-Laden in Eberswalde. Gemüse aus dem Oderbruch. Und Kaffee. Die Tischdecke wird ausgebreitet, zwei Teelichter angezündet und dann beginnt der Schmaus. Es schmeckt einfach köstlich. Einen Stadtmenschen glücklich zu machen, kann so einfach sein.

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Zum Abschluss der Wanderung gibt es ein leckeres Picknick. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Das muss man im Biesenthaler Becken erleben


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