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„Landschaftliches Kabinettstück“: der Faszination Spreewald, dieser einmaligen Naturlandschaft, war auch schon Fontane erlegen. Der ersten Tag dieses dreitägigen Ausflugs mit zwei Übernachtungen führt in den malerischen Kurort Burg.
Ein Besuch im Spreewald ohne Kahnfahrt? Für Fontane undenkbar! Am zweiten Tag gleitest du mit dem Spreewaldkahn geruhsam von Lübbenau nach Lehde. Von diesem Ort schwärmte Fontane, man könne schlicht „nichts Lieblicheres sehn“.
Aber Fontane war nicht nur ein Naturgenießer, sondern auch ein Kunstliebhaber, der die zeitgenössische Landschaftsmalerei sehr schätzte. Dem von ihm verehrten Maler Carl Blechen ist eine Sonderausstellung im Schloss Branitz in Cottbus gewidmet, das Ausflugsziel wird am dritten Tag erkundet. Zum guten Abschluss winkt Süßes in der Cottbusser Baumkuchen Manufaktur.
Typisch Spreewald? Auf den Kurort Burg trifft das ganz bestimmt zu. In Deutschlands größter Streusiedlung prägen die markanten Blockbohlenhäuser, Wiesen mit romantischen alten Bäumen und eine von unzähligen Fließen und Gräben durchzogene Landschaft das Bild. Was liegt da näher, als es Fontane gleich zu tun und diese einmalige Natur wandernd zu erleben?
Gleich nach der Ankunft in der Pension Schlangenkönig in Burg-Kauper kann es losgehen: der etwa 10 km lange Fontane-Rundweg liegt direkt an der Pension. Unterwegs geht es an alten, teilweise denkmalgeschützten Spreewaldhöfen, Kahnfährhäfen und Gasthäusern vorbei. Für die entspannte Rast bietet sich das Waldhotel Eiche an. Spreewälder Handwerkskunst kann in der Töpferei Piezonka erlebt werden.
Nach einer kleinen Pause in der Pension Schlangenkönig geht es am Nachmittag nach Burg-Dorf. Beim Bummeln lässt sich der malerische Spreewaldort am besten erkunden. Wer unterwegs Lust auf Kaffee und Kuchen oder original Spreewälder Hefeplinsen bekommt, ist im „Kleinod im Spreewald“ genau richtig.
Nicht nur an heißen Tagen lockt leckeres Eis: das beste Eis im Ort gibt es in Urban`s Eis & Kaffeeladen. Wer es lieber herzhaft-deftig nach Spreewälder Art macht, wird die „Kräutermühle“ in Burg lieben.
Und wird der Bismarckturm erkundet, das Wahrzeichen Burgs. Aus 27 m Höhe lässt sich die sagenhafte Spreewald-Landschaft wunderbar überblicken.
Ausklang zum Abend
Zurück in Burg, verwöhnt der Brandenburger Meisterkoch Marco Giedow am Abend seine Gäste mit kulinarischen Kreationen in seiner „Speisenkammer“. Glücklich erschöpft sind die Betten der Pension Schlangenkönig die letzte Station des Tages und die verzaubernde Magie des Spreewalds wird zur Kulisse in den Träumen.
Am zweiten Tag führt die Reise von Burg nach Lübbenau. Bei einem kleinen Stadtbummel kann die hübsch sanierte, „heimliche Hauptstadt des Spreewalds“, wie Fontane sie titulierte, und Geburtsstadt der beliebten Spreewaldgurke mit dem prächtigen Schloss erkundet werden. Besuchermagnet in Lübbenau ist der Große Spreewaldhafen, an dem es zahlreiche Stände mit original Spreewald-Produkten von Leinöl bis zum Meerrettich und natürlich auch Spreewaldgurken gibt.
Verzaubert wie Fontane
Dann geht es weiter im Fontane-Stil: Eine Kahnfahrt bringt dich ins benachbarte Lagunendorf Lehde. Dieses Fleckchen zog nicht nur den Dichter vom Liebreiz in seinen Bann.In Lehde zeigt das Freilandmuseum, wie die Bewohner des Spreewalds zu Zeiten Fontanes gelebt haben. Ihre handwerklichen Traditionen wie das Korbflechten pflegen die Spreewälder bis heute.
Je nach Geschmack
Auf dem Rückweg nach Lübbenau ist der Besuch im Gasthaus Kaupen No. 6, das direkt an einem Fließ liegt, ein Muss. In diesem urgemütlichen Bauernhaus aus der Zeit Fontanes wird traditionelle Spreewaldküche serviert. Genieße den Blick auf die vorbeiziehenden Kähne beispielsweise bei Pellkartoffeln, Leinöl und Quark.
Im Schlosshotel Lübbenau ist dann Zeit für eine ausgedehnte Pause bei Kaffee und Kuchen. Ein anschließender Spaziergang führt durch den weitläufigen Schlosspark, zur Orangerie und zum Marstallgebäude.
Ausklang zum Abend
Am Abend geht es zurück nach Burg. Unterwegs lädt die Bio-Kolonieschänke zum Abendessen ein. Im Hotel-Restaurant des gemütlichen Vier-Seiten-Hofs, direkt an der Hauptspree in Burg-Kolonie gelegen, wird regional geprägte Bio-Küche großgeschrieben – gesund und richtig lecker. Auch zur zweiten Spreewald-Nacht lädt die Pension Schlangenkönig ein.
Nach dem Frühstück geht es nach Cottbus. Der Lausitzmetropole näherst du dich von ihrer wohl schönsten Seite, dem Schloss und Park Branitz. Die Anlage ist das Meisterwerk des genialen und exzentrischen Fürsten Pückler, in der Seepyramide mitten im Park befindet sich seine Grabstätte.
Im spätbarocken Schloss Branitz gibt es Einblicke in die stilvolle Privatsphäre des Fürsten, dessen ungewöhnliches Leben die aufwändig restaurierten Innenräume des Schlosses widerspiegeln. Von einzigartiger Originalität und erlesenem Geschmack zeugen die drei Orienträume, die Bibliothek, das Musik- und das Speisezimmer.
Königlich genießen
Was wäre ein Besuch bei Fürst Pückler ohne die berühmte Eiskreation zu genießen, die seinen Namen trägt? Im Herzen des Branitzer Parks im Oberhaus an der Orangerie verwöhnt das Pückler Café „Goldene Ananas“ mit Pücklers Leibspeisen, Kaffeespezialitäten und himmlischen Torten (geöffnet von Mitte Mai bis Ende September).
Cottbus für Körper und Geist
Cottbus ist eine Stadt abwechslungsreicher Kontraste: modern und urban, mit viel Grün entlang der Spree, dazu Kunst und Kultur – und nicht zuletzt einer liebevoll sanierten historischen Altstadt rund um den Altmarkt. Dort befindet sich auch das Apothekenmuseum. Wer Einblicke nehmen möchte in den Beruf, den auch Fontane ursprünglich wählte, ist hier genau richtig.
In der benachbarten Mühlenstraße erlebst du dann, was schon Fontane in seinen Kindertagen glücklich gemacht hat: die Herstellung von Baumkuchen. In Cottbus gibt es dafür eine eigene Baumkuchen-Manufaktur. Gleich nebenan, im Café Lauterbach, finden die drei erlebnisreichen Tage mit Fontane gemütlich bei Kaffee und Baumkuchen ihren Abschluss.
Mit dem Pkw:
Von Berlin über die A 100, A 113 und A 13 Richtung Dresden bis zum Dreieck Spreewald, von dort über die A 15 weiter bis zur Abfahrt Vetschau, dann über die L 54 nach Burg im Spreewald, Fahrzeit: ca. 90 Minuten.
Mit Bahn & Bus:
Von Berlin Hbf mit dem RE 2 Richtung Cottbus bis Lübben, dort umsteigen in den Bus 500 bis Burg im Spreewald, Fahrzeit: ca. 2 Stunden.
ÖPNV: Fahrplanauskünfte gibt es auf bahn.de/brandenburg und in der Fahrinfo des Verkehrsverbundes.
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