• Blick auf die Siechenhauskapelle in Neuruppin, Foto: Up Hus Idyll
    Ort: Neuruppin

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Stadtgeschichten: Ein Tag in Neuruppin
24 Stunden auf Entdeckungstour

25. Januar 2015 von Matthias Schäfer

Lange und breite Straßen mit stattlichen Plätzen bestimmen das Bild. Sie ist zudem der Geburtsort von Theodor Fontane und zählt flächenmäßig zu den größten Städten Deutschlands. Die Rede ist von Neuruppin im Ruppiner Seenland. Die Stadt gilt als Musterbeispiel preußischer Baukunst. Nun wurde mit dem Anbau des Museums ein weiterer städtebaulicher Akzent gesetzt.

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Seit Ende Januar ist der neue Anbau des Museums Neuruppin für Besucher geöffnet. Hinter dem Hanggarten ist der Rundtempel zu sehen, der bereits Teil des Tempelgartens ist. Foto: Museum Neuruppin. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Per Bahn ist die Anreise nach Neuruppin besonders bequem. Jede Stunde fährt der Prignitz-Express von Berlin oder Wittenberge aus in die Fontane-Stadt. Immer zur halben Stunde erreichen die Züge den Bahnhof Rheinsberger Tor. Er ist der zentrale Verkehrsknoten in der Stadt. Gleich im Bahnhofsgebäude ist der Tourismus-Service untergebracht. Hier gibt es alle Informationen, die Gäste benötigen. Von der Auskunft zur Abfahrt des nächstes Zuges, über Fahrtkarten, bis hin zu Veranstaltungen, Stadtführungen und Ausflugstipps. „Wir vom Bürger-Bahnhof sind der zentrale Anlaufpunkt. Von hier aus lotsen wir unsere Gäste nach Ankunft gleich in die richtige Richtung“, sagt Daniel Schmidt vom Tourismus-Service Neuruppin.

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Am 25. Januar 2015 wurde das Museum in Neuruppin nach seiner Sanierung wiedereröffnet. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Und zwar in Richtung Stadtmauer und Wallgraben, die vom Bahnhof Rheinsberger Tor kaum fünf Minuten entfernt ist. Es ist der grüne Gürtel der Fontane-Stadt – mit Bäumen, Sträuchern und Wegen, die zum Promenieren einladen. Wer auf dem Wallgraben Kurs hält, erreicht nach rund zwanzig Minuten den Tempelgarten. Ein exotisch anmutender Park mit barocken Sandsteinputten. Kronprinz Friedrich hatte sich während seiner Zeit als Regimentskommandeur diesen Garten geschaffen. Sein Freund Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete 1735 mit dem Apollotempel hier sein erstes Bauwerk. Ein Rundtempel war zu jener Zeit einmalig in Europa. „Der Tempelgarten ist einer von drei friderizianischen Tempelgärten im Land Brandenburg“, sagt Hansjörg Albrecht, Leiter des Museums Neuruppin. Bekannt sind vor allem der im Park Sanssouci in Potsdam und der im Schlosspark Rheinsberg.

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Tor zum Tempelgarten von Neuruppin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Museum Neuruppin wiedereröffnet

Gleich hinter dem Tempelgarten liegt das Museum der Stadt, das seit dem 25. Januar wieder Besucher empfängt. „Mit dem neuen Anbau wurde ein Bindeglied zwischen dem Tempelgarten und dem Museum geschaffen“, erklärt Hansjörg Albrecht. Hier präsentiert seitdem eine Dauerausstellung die Geschichte der Stadt sowie die Ur- und Frühgeschichte im Ruppiner Seenland. Außerdem widmet sich das Haus den beiden herausragenden Persönlichkeiten der Stadt: Friedrich Schinkel und Theodor Fontane.

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Mittelalterliches Neuruppin: Häuserzeile am Neuen Markt Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Für Fontane-Liebhaber ist das Museum ein wahres Schatzkästchen. Schließlich hatte der Dichter und Wanderer, der hier 1819 geboren worden ist, einen ganz besonderen Blick auf seine märkische Heimat. An 20 Tonstationen können die Besucher passend zu den Ausstellungsstücken, Zitaten aus Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ lauschen. Gesprochen werden die Texte vom Schauspieler Burghart Klaußner, bekannt aus Filmen wie „Das weiße Band“ oder dem TV-Dreiteiler „Das Adlon“. Wer sich selbst ein Bild von Fontanes Geburtshaus machen möchte, erreicht das Gebäude vom Museum aus zu Fuß in rund fünf Minuten.

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Mitten in der Stadt liegt das Geburtshaus des Dichters Theodor Fontane. Es steht an der Karl-Marx-Straße 84, in dem sich heute eine Apotheke befindet. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Rezeption in der Kapelle

Ein Muss bei einem Rundgang durch Neuruppin ist ein Besuch der Siechenhauskapelle sowie des einstigen Siechenhauses. Hier im mittelalterlichen Teil der Stadt an der Siechenhausstraße befindet sich auch das Up Hus. Es handelt sich dabei um das älteste Fachwerkgebäude, das während des verheerenden Brandes Ende des 18. Jahrhunderts unversehrt geblieben ist. Heute wird es als Hotel und Restaurant genutzt. Das Besondere an dem Ensemble ist die direkt gegenüberliegende Siechenhauskapelle – ein spätgotisches Kleinod, in dem unter anderem die Rezeption für das Hotel Up-Hus-Idyll untergebracht ist. „Heutzutage ist die ehemalige Kapelle ein Mehrzweckraum, der für Ausstellungen, als Standesamt sowie Konzertsaal genutzt wird“, sagt Gabriele Lettow, Inhaberin des Hotels und Restaurants Up-Hus-Idylls.

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Kultur in der Kirche: Die Lautten Compagney Berlin spielt auch in diesem Jahr beim Aequinox-Musikfestival. Foto: Ida Zenna

Bach im Flugzeughangar

Gleichzeitig ist sie die Vorsitzende des Fördervereins der Siechenhauskapelle Neuruppin e.V. und Mit-Veranstalterin des Aequinox-Festivals, den Musiktagen zur Tag- und Nachtgleiche. Die etwas andere brandenburgische Konzertreihe findet in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal statt. Und schon der Name verspricht Außergewöhnliches: „Aequinox steht für Tag- und Nachtgleiche“, erklärt Gabriele Lettow. Denn genau zu diesem Zeitpunkt, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, – nämlich vom 20. bis 22. März 2015 – sind die Konzerte in Neuruppin zu erleben. Ungewöhnlich sind auch viele der Konzertorte. „Wir hatten schon Musik in einer Mülltonnen-Fabrik, einem Autohaus oder einem leerstehenden Kaufhaus. In diesem Jahr wird es erstmals ein Konzert mit Musik von Bach in einem stillgelegten Flugzeughangar geben, der zuletzt vor 25 Jahren von der russischen Armee genutzt worden war“, erzählt sie.

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Hier unter freiem Himmel lässt es sich im Winter entspannt aushalten: In der Fontane-Therme Neuruppin im Resort Mark Brandenburg. Foto: TMB-Fotoarchiv/P. Stuening

Wer sich von dem erlebnisreichen Rundgang durch die Stadt erholen möchte, findet danach Entspannung in der nahe gelegenen Fontane-Therme. Hier schweben warme Dämpfe über der Wasseroberfläche. Gleichzeitig ist der Körper von wohltuend 34 Grad warmem Thermalwasser umspült. Und gleichzeitig schweift der Blick in die Ferne über den Ruppiner See. Das Resort Mark Brandenburg mit der Fontane Therme ist mit seiner direkten Lage am Ufer der ideale Ort, um dem grauen Winteralltag zu entkommen. So lässt sich ein Tag in Neuruppin entspannt ausklingen.

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Anreise

Mit der Bahn erreichen Besucher die Stadt in etwas mehr als einer Stunde. Per Auto geht es am schnellsten über die A24, Abfahrt Neuruppin oder Neuruppin-Süd. Auch auf dem Wasserweg lässt sich die Fontane-Stadt ansteuern. Mit dem Boot fährt man von Berlin über Heiligensee, die Havel, Oranienburger und Ruppiner Kanal, Kremmener Rhin und Bützsee zum Ruppiner See.

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Wissenswertes für einen Tag in Neuruppin


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