Nach Ribbeck zum Staunen, Bummeln und Erinnern - reiseland-brandenburg.de
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  • Außenansicht von Schloss Ribbeck,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer Außenansicht von Schloss Ribbeck, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer
    Ort: Ribbeck (14641)

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Wo Brandenburgs beste Birnbäume stehen Nach Ribbeck zum Staunen, Bummeln und Erinnern

07. September 2015 vonKatja

Dieses Dorf fällt doch erheblich aus dem Rahmen der üblichen Brandenburger Gemeinden. Es gibt gleich mehrere Einkehrmöglichkeiten sowie viele Plätze zum Staunen, Spazierengehen, Lesen, Stöbern, Wundern und Genießen. Dabei verdankt das Dorf seine herausgehobene Stellung nur den genialen Schreibkünsten des bekanntesten märkischen Dichters. Theodor Fontane fasste die Legende vom Birnen spendenden Gutsherren und dem aus dessen Grab sprießendem Birnbaum so gekonnt in Versform, dass der Ortsname in vielen Teilen Deutschlands ein Begriff ist: Ribbeck.

Alte Schule in Ribbeck Die Alte Schule in Ribbeck, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Ganze Schülergenerationen gerieten angesichts der Länge des Gedichts vom „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ zwar mitunter leicht ins Schwitzen. Aber der Name prägte sich doch ein.

Wer sich dann auf die Suche nach diesem geheimnisvollen Ribbeck begab, musste viele Jahrzehnte lang voller Enttäuschung wieder kehrt machen. Nichts erinnerte in dem Dorf an der heutigen Bundesstraße 5 hinter Nauen an die Legende vom sagenhaften Birnbaum. Das Schloss derer von Ribbeck hatte durch den Umbau zum Seniorenheim jeglichen Glanz verloren und die Kirche als Schauplatz der Ballade glich sogar einer Ruine.

Gutshaus in Ribbeck Außenansicht von Schloss Ribbeck, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Heute dagegen wandelt der Besucher durch ein für fast sechs Millionen Euro vom Landkreis Havelland saniertes Schloss mit Museum, Restaurant, Salons und Trauzimmer. Nur einen Katzensprung entfernt strahlt die Kirche wieder im alten Glanz. Rührige Gemeindemitglieder bieten Kaffee und Kuchen an und erzählen dabei so manche spannende Geschichte über den ausgestellten Stumpf des 1911 in einem Sturm abgebrochenen originalen Birnbaums aus dem 18. Jahrhundert, auf dem Fontanes Gedicht beruht. Gleich dahinter gibt es einen Antiquitäten- und Kunsthandwerkerladen, der für seine überdimensionalen Birnentorten bereits weit und breit bekannt ist. Auch in der Alten Schule kann man sich stärken, Fahrräder ausleihen oder einen Schulraum aus uralten Zeiten bewundern.

Zum Ribbecker Ausflugsprogramm zählt aber auch ein Abstecher zum Familienfriedhof des alten Adelsgeschlechts. Hier fällt vor allem der Gedenkstein an den 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen gestorbenen letzten Gutsherren auf. Dieser hatte aus seiner Ablehnung der Nazis keinen Hehl gemacht und war daher 1944 von der Gestapo verhaftet worden. Trotz dieses Schicksals erhielten die von Ribbecks nach der Wiedervereinigung ihr bei der Bodenreform 1945 verlorenes Eigentum nicht zurück. Heute haben die Nachfahren längst ihren Frieden mit dem Schicksal und dem Dorf gefunden und wohnen inzwischen wieder unweit der Kirche.

Kirche in Ribbeck Kirche in Ribbeck, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Theodor Fontane selbst soll übrigens trotz seiner ausgiebigen Wanderungen durch die Mark Brandenburg gar nicht selbst in Ribbeck gewesen sein. Er las um 1898 in zwei Büchern lediglich von der Birnbaum-Legende und verfasste sein berühmtes Gedicht. Ribbeck hat die Chance der kostenlosen Werbung jedenfalls gut genutzt.

Das muss man in Ribbeck erleben


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