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Ein Blick in die Kindheit 1001 Spielsachen im Spielzeugmuseum Havelland

14. Oktober 2015 von Nina Lenze

Bunte Blechspielzeuge, alte Kaufmannsläden und Schildkrötenpuppen der letzten zwei Jahrhunderte lassen im Spielzeugmuseum im Havelland eine fast vergessene Welt des Spielens wieder aufleben. Ausgestellt in der ehemaligen Dorfschule in Kleßen wecken die Liebhaberstücke so manche Kindheitserinnerungen.

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Alle "Made in Germany"

Während von draußen gedämpftes Tageslicht hereindringt, wirken die mit Spielzeugen aller Art bestückten, künstlich beleuchteten Vitrinen besonders plastisch. Seit 9 Jahren präsentieren die beiden Sammler Hans-Jürgen Thiedig und Claus-Peter Jörger hier ihre in vier Jahrzehnten zusammengetragene Kostbarkeiten. Gerade die 70er Jahre, als in West- wie in Ostdeutschland im großen Stil alte gegen neue Spielsachen ausgetauscht wurden, waren eine Goldgrube für Raritäten wie etwa antike Porzellankopfpuppen.

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Historischer Kaufmannsladen im Spielzeugmuseum Havelland Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Vom Einzelstück zur Massenware

Vor 150 Jahren noch wurden Puppenstuben, Kaufmannsläden und Pferdeställe meist selbst angefertigt, gehörten der ganzen Familie und durften nur zu Weihnachten bespielt werden. Vor allem wohlhabendere Familien besaßen solche wertvollen Einzelstücke. Laut Frithjof Hahn, Museumsleiter des Spielzeugmuseums, hatte erst um die Jahrhundertwende eine breitere Bevölkerungsschicht Zugang zu Spielzeug. "Ab 1960 etwa kann man dann davon ausgehen, dass jedes Kind eigene Spielsachen besaß", erzählt er während des Rundgangs durch die ehemaligen Klassenräume.

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Historische Puppenküche im Spielzeugmuseum Havelland Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Deutsche Kaufmannsläden und Puppen waren weltweit gefragt

Produziert im Erzgebirge oder Sachsen beeindrucken die Kaufmannsläden mit einem ungeheuren Detailreichtum. Im Spielzeugmuseum im Havelland gibt es u.a. ein Luxusmodell der Firma Gottschalk zu bestaunen, mit echter Kaufmannswaage und sogar einem Telefon an der Wand. Die aus hochwertigem Porzellan angefertigten Puppen aus dem 19. Jahrhundert besaßen mehr Vorbildfunktion als Spielcharakter.

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Historische deutsche Porzellanpuppen Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Erst mit der Zeit wandelte sich der Blick auf die Kindheit und damit das Bild hin zu kindlicheren Ebenbildern. Von künstlerischen Exemplaren mit feiner Bemalung, Echthaar und lebendig wirkenden Glasaugen über lieblichere Käthe Kruse Puppen aus Stoff bis hin zu klassischen Schildkrötpuppen kann man hier einiges entdecken.

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Große Augen bei der Eisenbahnanlage

Im Obergeschoss erwartet die Besucher eine voll funktionsfähige Märklin-Eisenbahnanlage der Spur 0, mit jeder Menge Lokomotiven, Personen- und Güterwaggons, Bahnhöfen, Lokschuppen und Lastkränen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich im Spielzeugmuseum im Havelland der futuristische Schienenzeppelin aus den 1930-er Jahren, der mit 230 km/h alle damaligen Geschwindigkeitsrekorde brach. Ein Mal im Monat gibt es einen offiziellen Spieltag, an dem die Züge bewegt, Signale gesetzt und Weichen gestellt werden dürfen.

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Alte Spielzeugbahnlandschaft Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Für alle was dabei

Zu sehen sind außerdem Brandenburgische Lineolfiguren, die an heutige Schleichfiguren erinnern, typische Mädchenspielzeuge wie Puppenherde, Nähmaschinen und Waschmaschinen und alte Kasperlefiguren. Das Publikum ist gemischt: "Natürlich kommen Familien mit Kindern, auch die Kombination von Enkeln und Großeltern ist toll." Aber auch Technikliebhaber oder pädagogisch Interessierte kommen hier auf ihre Kosten.

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Schloss Kleßen mit Fontäne Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Außergewöhnlicher Museumsshop

Wer nach dem Besuch der Ausstellung immer noch nicht genug hat vom Spielen hat, kann sich im Laden am Eingang mit Repliken, traditionellen Holzbaukisten oder Kreiseln eindecken. Alles darf angefasst und ausprobiert werden. Direkt nebenan befindet sich Schloss Kleßen, ein märkisches Herrenhaus im klassizistischen Stil mit Schlosspark, Orangerie und herrlichem Gutsgarten. Eine Kaffeepause im Gartencafé ist unbedingt zu empfehlen.

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Das muss man in Kleßen erleben


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