• Dorfkirche Ribbeck, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

    Brandenburger Köpfe: Fontane und Herr von Ribbeck

    Über die Landesgrenzen bekannt sind Fontanes "Wanderungen durch die Mark" und sein Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck…". Sein Werk steht hier exemplarisch für das Literaturland Brandenburg.

    Über die Landesgrenzen bekannt sind Fontanes "Wanderungen durch die Mark" und sein Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck…". Sein Werk steht hier exemplarisch für das Literaturland Brandenburg.
    Ort: Ribbeck (14641)

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Der Dichter und sein Vorbild
Theodor Fontane und der Herr von Ribbeck

Selten hat ein Baum die Geschichte eines Ortes so geprägt wie der Birnbaum von Ribbeck. Mit dem Gedicht des Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland hat der Dichter Theodor Fontane den Ort berühmt gemacht. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich heute sagen, dass Hans-Georg von Ribbeck, der zwischen 1689 und 1759 hier lebte, Theodor Fontane zu seinem Gedicht inspirierte.

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„Junge, wiste `ne Beer?“

Von ihm ist überliefert, dass Herr von Ribbeck viele Jahre lang den Kindern im Ort süße Birnen schenkte. Er erbat sich daher kurz vor seinem Tod, angesichts seines knauserigen Sohnes, eine Birne mit in sein Grab zu legen. Drei Jahre später wuchs schließlich aus der Gruft an der Kirche ein Birnbaum, der seine Früchte wieder den Kindern angeboten hatte.

Der Stumpf dieses 1911 durch einen Sturm abgebrochenen legendären Birnbaums ist noch heute in der Ribbecker Kirche zu sehen. Und draußen vor der Kirche wächst derweil der Nachfahre dieses berühmten Baumes.

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Schloss Ribbeck Schloss Ribbeck, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Herr von Ribbeck heute

Ende der 90er Jahre zog es Friedrich-Carl von Ribbeck in das Dorf seiner Vorfahren, die bereits seit 1237 im Ort ansässig gewesen waren. Sein Großvater war der letzte Schlossherr auf Ribbeck und wurde 1945 als Hitler-Gegner von den Nazis ermordet.

Heute produziert Friedrich-Carl von Ribbeck in der "Alten Brennerei" köstlichen Birnenessig und verkauft hier auch Edelbrände, die im Elsass nach Ribbeckschen Vorgaben gebrannt werden. Die "Alte Brennerei" wurde etwa 1850 errichtet liegt im ehemaligen Gutshof von Ribbeck. Friedrich-Carl von Ribbeck ließ sie 2006 zur Essigmanufaktur und zu einem Veranstaltungsort umbauen.

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Birnenschnaps aus Ribbeck Birnenschnaps aus Ribbeck, Foto: TMB/Jan Hoffmann

Birnentorte in XXL

Was man sonst noch Leckeres aus Birnen herstellen kann, ist im nahe gelegenen Alten Waschhaus zu bestaunen. Hier serviert Marina Wesche stilecht im historischen Waschfrauen-Look ihre berühmten Birnentorten. Von einem der riesigen Tortenstücke werden gut und gerne zwei Gäste satt. Mehr als 200 verschiedene Rezepte kennt sie – mit Schokolade, Eierlikör oder Pfirsichen. Und alles ist frisch und mit Liebe zubereitet.

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Birnentorte im Café Altes Waschhaus Birnentorte im Café Altes Waschhaus, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Auf Fontanes Spuren in Neuruppin

Die Eindrucke und Erlebnisse von seinen Reisen durch die Mark hat Fontane in seinen berühmten "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" eindrucksvoll geschildert. Ein wahres Schatzkästchen für Fontane-Liebhaber ist auch das Museum Neuruppin. Schließlich hatte der Dichter und Wanderer, der 1819 in Neuruppin geboren wurde, einen ganz besonderen Blick auf seine märkische Heimat. An 20 Tonstationen können die Besucher passend zu den Ausstellungsstücken Zitaten aus Fontanes "Wanderungen" lauschen. Wer sich selbst ein Bild von seinem Geburtshaus machen möchte, erreicht das Gebäude vom Museum aus zu Fuß in wenigen Minuten. Es steht an der Karl-Marx-Straße 84, in dem sich heute eine Apotheke befindet.

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Blick auf die Löwen-Apotheke im Fontanehaus Neuruppin Blick auf die Löwen-Apotheke im Fontanehaus Neuruppin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
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