Peter Franke als Original zu bezeichnen wäre untertrieben. Er könnte einem Marketinghandbuch entstiegen sein. Er ist eine Marke. Er ist der Spreewaldkoch Peter Franke. Von Kopf bis Fuß. Wenn er nicht kocht, gibt er in seiner Kräutermanufaktur Kurse. Seine neueste Idee: Ein Wettbewerb, um die gute alte Streuobstwiese vor dem Vergessen zu bewahren.
Spreewaldkoch Peter Franke: Der Kräuterfan
An die Kräuter, fertig, los!
Ein wahres Schatzkästlein: die Kräutermanufaktur von Spreewaldkoch Peter Franke.,
Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Steffen Lehmann
Mit Blumenhut und guter Laune steht Spreewaldkoch Peter Franke vor der Kräutermanufaktur in Burg (Spreewald). Das Fachwerkhaus verströmt ein unnachahmliches Aroma. Unsere Aufgabe an diesem Vormittag: Zusammen mit Bloggerin Tina Seidling und einer Gruppe Dresdnern werden wir einen Kräuterkunde-Schnellkurs absolvieren. Das Ziel: Kräuterbutter und Kräuteressig, Meerrettich und „Unkrautbowle“ für die ganze Runde herzustellen.
Einmaleins der Kräuterkunde bei Spreewaldkoch Peter Franke
Nach einer Schnelleinweisung in die Geheimnisse der Spreewaldkräuter und einer Spritztour durch den Kräutergarten, werden die Aufgaben verteilt. Nach wenigen Minuten haben die einzelnen Gruppen angefangen zu arbeiten. Spreewaldkoch Peter Franke hat die Liebe zu den Kräutern von seiner Mutter geerbt. Von ihr hat er auch den einzigen Rat, den er jedem Besucher seiner Kräutermanufaktur mitgibt. „Der wichtigste Rat ist der Vorrat!“
Genusswerkstatt in der Spreewälder Kräutermanufaktur.,
Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Steffen Lehmann
Jetzt, in den Sommermonaten, beherzigt er diesen Rat besonders und ist vor allem damit beschäftigt, seine Kräutervorräte in der Kräutermanufaktur aufzufüllen. Hier können Gäste im Rhythmus der Jahreszeiten selbst ernten, zubereiten und genießen, was im Spreewald wächst und gedeiht. Im über 200 Jahre alten Doppelstubenhaus vermittelt er Wissenswertes über Kräuter, Gewürze, Obst und Gemüse.
Im Handumdrehen fertig: selbstgemachter Merettich aus heimischen Kräutern.,
Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Steffen Lehmann
Zwischendurch schaut Franke immer wieder auf die Uhr und mahnt uns zur Eile. Giersch für die „Unkrautbowle“ landet auf dem Tisch. „Das ist unsere Nummer eins in Brandenburg“, sagt Spreeewaldkoch Peter Franke. Der wächst überall. Gundermann hingegen ist schon seltener. Der kann aber durch Löwenzahn, Gänseblümchen oder Schafgarbe ersetzt werden. Von jedem Kraut zehn Stengel und dazu einen Liter Apfelsaft und fertig ist die Kräuter-Limonade.
Neueste Idee: Streuobstwiesen-Wettbewerb
Nach 70 Minuten nehmen Kräuterbutter, „Unkrautbowle“, die Waffeln mit Blüten und das Meerrettich immer mehr Gestalt an. Jetzt noch schnell die Brote geschmiert und der Tisch geputzt, dann kann die Kostprobe losgehen. Unsere „Unkrautbowle“ ist ein Genuss. Kühl und fruchtig rinnt sie die Kehle hinunter. Vor dem Meerrettich warnt Spreewaldkoch Peter Franke. Es sei scharf. Gut, das ist dann noch etwas untertrieben. Die Nase ist danach jedenfalls frei. Die hauchzarten Waffeln mit den Blüten sind kleine Kunstwerke. Jede ein Original und fast zu schade zum Essen.
Streuobstwiese mit altem Bauwagen,
Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Steffen Lehmann
Mit seinem neuesten Projekt will Spreewaldkoch Peter Franke die gute alte Streuobstwiese vor dem Vergessen bewahren. „Leider ist das Wissen um unsere geliebten Streuobstwiesen etwas aus der Mode gekommen“, sagt er. Zum Spreewaldfest am 19. und 20. September 2015 veranstaltet er auf der Schlossinsel in Lübbenau eine „Streuobstwiesenakademie“. Dazu ist schon ein Wettbewerb um die originellsten Rezepte, Fotos oder Geschichten rund um die Streuobstwiese gestartet. Alle Rezepte, Bilder und Geschichten, werden im Streuobstwiesen-Blog unter www.land-und-lecker-spreewald.de veröffentlicht.
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