• Blick auf das Kolonisten Kaffee in Neulietzegöricke, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Neulietzegöricke

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Kuchenpause im Kolonisten Kaffee

10. September 2014 von Steffen Lehmann

Das Oderbruch würde es ohne den Preußenkönig Friedrich II. nicht geben. Der Monarch ließ das Land trockenlegen und siedelte Bauern im Oderbruch an. Neulietzegöricke unweit der Oder ist eines der schönsten Kolonistendörfer im Oderbruch. Die neueste Attraktion im Ort ist das Kolonisten Kaffee von Martina Herrlich-Gryzan im ehemaligen Dorfkonsum. 

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Martina Herrlich-Gyrzan Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Dass hätte dem Preußenkönig Friedrich II. sicher gefallen. Nach einer beschwerlichen Inspektionsreise durch das Oderbruch eine Tasse heißen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen. Der Monarch soll einmal gesagt haben, kein Mensch tauge ohne Freude und einen guten Kaffee. Wenn man so will, hat sich Martina Herrlich-Gryzan diesen Ausspruch zu Herzen genommen und in Neulietzegöricke ihr Kolonisten Kaffee eröffnet.

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Vom Dorfkonsum zum Café in vier Wochen

Neulietzegöricke – ein Dorf wie aus dem Bilderbuch. Der Dorfanger, die Fassaden der alten Kolonistenhäuser strahlen, die Dorfkirche restauriert. In der Kneipe „Zum feuchten Willi“ wurde sogar einmal ein DEFA-Film gedreht. Doch ein Café war Fehlanzeige. Als der Dorfkonsum schließt, schlägt die Stunde von Martina Herrlich-Gryzan. Die Idee für das Café hat sie zwei Jahre mit sich herumgetragen. Die Planungen hatte sie fix und fertig in ihrem Kopf. In nur vier Wochen verwandelt sich der Konsum in das Kolonisten Kaffee. Im Kaffee gibt es eine gemütliche Ecke mit einem antiken Sofa.

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Couchecke im Kolonisten Kaffee in Neulietzegöricke Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Das Kuchenangebot bestimmen die Jahreszeiten. Sind die Blaubeeren reif, gibt es Blaubeerkuchen. Besonders begehrt ist aber der Käsekuchen. Den gibt es immer. Mindestens einen Käsekuchen am Tag backt Martina Herrlich-Gryzan. Für ihren Spritzkuchen hat sie so lange getüftelt, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war. Auch die kleinen Mittagsangebote, wie Kartoffelsalat, Buletten und ein deftiger „Kolonistenkuchen“, das ist ein Hefekuchen belegt mit viel Gemüse, Käse und Hackfleisch, kommen aus ihrer Küche. Und er macht richtig satt.

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Innenbereich des Kolonisten Kaffees in Neulietzegöricke Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Ein normaler Tag ist für Martina Herrlich-Gryzan ein Pendeln zwischen ihrer Ferienwohnung und dem Kolonisten Kaffee. Vor dem Frühstück für ihre Gäste kommt der Käsekuchen um sechs Uhr in den Ofen. Kurz vor Mittag ist sie im Kolonisten Kaffee. Von ihren Gästen hört sie, sie wohne im Paradies. Vielleicht ist Martina Herrlich-Gryzan auch deswegen noch nie in den Urlaub gefahren. Denn neben Kolonisten Kaffee und Ferienwohnung züchtet sie noch erfolgreich Pferde.

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Oderbruch: Theaterkunst am Rand

Die meisten Gäste kommen an den Rand des Oderbruchs wegen des Theaters am Rand im Nachbarort Zollbrücke. Die Spielstätte von Tobias Morgenstern und Thomas Rühmann ist zu einem echten Anziehungspunkt geworden. Nicht selten sitzen die Schauspieler vor der Vorstellung bei ihr bei Kaffee und Kuchen. Im Kolonisten Kaffee wird aber das Understatement gepflegt. Fotos mit den prominenten Gästen an der Wand? Fehlanzeige.

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Blick auf das Kolonisten Kaffee in Neulietzegöricke Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Gastgeberin mit Herzblut

Früher sagt sie, sei sie viel schüchterner gewesen. Heute macht es ihr nichts aus, mit Schauspielern zu reden oder ihren Gästen vom Oderbruch zu erzählen. „Ich habe viel Spaß an meiner Arbeit und alles richtig gemacht“, sagt sie. Martina Herrlich-Gryzan ist in Neulietzegöricke geboren. Ihr Vater und Großvater auch. Ihre Familie wohnt seit Generationen in dem kleinen Dorf.

Fragt man Martina Herrlich-Gryzan, was ihr am Oderbruch gefällt, gerät sie leicht ins Schwärmen. Jede Jahreszeit habe ihre Reize. Sie freut sich schon auf den Herbst, wenn die Zugvögel sich auf den Feldern für den Flug gen Süden rüsten und sich langsam die Blätter an den Bäumen verfärben. Ebenso nicht missen möchte sie die Stille am Morgen, wenn sie es einmal schafft, über die Felder zu reiten.

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Martina Herrlich-Gryzan und Mirko Zimmermann mit seiner Ziege Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Bei Kaffee und Kuchen unter dem großen Birkenbaum kann es passieren, dass Mirko Zimmermann mit seinen Ziegen und Wanderern im Schlepptau vorbei kommt. Zuerst reibt man sich verdutzt die Augen. Aber es stimmt, mit den großen Schweizer Pfauenziegen lässt sich das Oderbruch ebenfalls erkunden.

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Mit dem Rad das Oderbruch entdecken


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