• Innenstadt der DDR-Planstadt Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Innenstadt der DDR-Planstadt Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Eisenhüttenstadt

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Von der Iron Hut City ins Himmlische Theater Auf den Spuren von Tom Hanks

21. April 2015 von Steffen Lehmann

Elbe, Havel, Oder, Spree. Brandenburg hat nicht nur 3000 Seen zu bieten, sondern auch beeindruckende Flusslandschaften. Das Beste ist: Um diese zu entdecken, braucht es kein Auto. Mit den Zügen von DB Regio sowie per Pedes und Fahrrad ist man ganz schnell dort, wo die Abenteuer warten. Unsere erste Tour führt in Richtung Osten an die Oder. Eisenhüttenstadt und Neuzelle liegen nicht einmal zehn Kilometer voneinander entfernt. Zwischen der DDR-Planstadt und dem Barockwunder Brandenburgs könnten die Unterschiede aber kaum größer sein.

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Das Haus der vielen Fenster: Das Rathaus von Eisenhüttenstadt. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Auf den Spuren von Tom Hanks in Eisenhüttenstadt

Iron Hut City: Hollywood-Star Tom Hanks hat die erste sozialistische Musterstadt quasi über Nacht berühmt gemacht (Hier das Video mit seinem legendärem Auftritt bei David Letterman). In der Touristinfo neben dem Friedrich-Wolff-Theater gibt es nicht nur die T-Shirts mit dem „Iron Hut City“-Schriftzug, sondern auch alle Informationen über Eisenhüttenstadt.

Die Planstadt lässt sich in anderthalb bis zwei Stunden bei einem Spaziergang entdecken. Eisenhüttenstadt sollte, so sahen es die Pläne vor, zu einer „Idealstadt in Deutschland“ werden. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Achsenbezüge zum Stahlwerk, Mosaike an den Fassaden, Skulpturen, Plätze und Grünflächen. Alles folgt einer Idee.

Vor dem Rundgang durch die Wohnkomplexe I bis IV noch ein Eis in der Mocca Milch Bar. Hier gibt es wie in Beeskow das beste Vanilleeis Deutschlands! Auf dem Weg nach Neuzelle empfiehlt sich ein Abstecher in den Ortsteil Fürstenberg. Von der neuen Fußgängerbrücke gibt es einen Panoramablick auf die Altstadt.

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Das beste Vanilleeis des Landes gibt es auch in Eisenhüttenstadt. Foto: TMB/Steffen Lehmann

Himmlisches Theater im Kloster Neuzelle

Dieser Ort gehört eigentlich nicht nach Brandenburg: Das Kloster Neuzelle. Der Turm der Stiftskirche St. Marien grüßt von Weitem. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zum Portal des Klosters. Das Staunen über das Barockwunder Brandenburgs kann beginnen. Hinter der schweren Holztür der Stiftskirche wartet eine barocke Üppigkeit, die sonst nur in Süddeutschland zu finden ist. Die 1268 vom meißischen Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gegründete Klosteranlage in Neuzelle gilt als das nördlichste Zeugnis süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa.

Auf der anderen Seite des großen Innenhofs des Klosters wartet die neueste Attraktion: das Museum Himmlisches Theater für die berühmten Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab. Die Holzbilder sind eine absolute Rarität in Europa. Erstmals seit über 150 Jahren sind die beiden Szenen „Judaskuss“ und „Kreuztragung“ nach ihrer Restaurierung mit ihren Bühnenbildern wieder vollständig in der Öffentlichkeit zu sehen.

Das Entree des Museums ist im ehemaligen Kutschstall untergebracht. Der Ausstellungsraum der Passionsdarstellungen wurde in den alten Weinberg des Klosters gebaut. Gedämpftes Licht empfängt den Besucher. Mehrere Meter hoch, dominieren sie den Raum. Je näher man herantritt, um so größer gerät das Staunen. Hier waren tatsächlich wahre Meister am Werk. Die Fülle der Details ist überwältigend. Auch nach langem, intensivem Hinschauen ist man immer wieder gebannt.

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Die Szene „Die Kreuztagung“ im Himmlischen Theater in Neuzelle. Foto: Steffen Lehmann

Kolonisten Kaffee, Theater am Rand und Wandern mit Ziegen

Wer mehr Zeit hat, auf den wartet nördlich von Frankfurt/Oder das Oderbruch. Hier geht der Blick weit über den Landstrich, der erst auf Geheiß von Preußenkönig Friedrich II. trocken gelegt wurde. An Lebus vorbei, ist der nächste Stop der Hafen Groß Neuendorf. Im Café im Verladeturm schweift der Blick weiter über die Oder.

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Blick über die Oder Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Einmal im Oderbruch, dann unbedingt eines der klassischen Kolonistendörfer im Oderbruch anschauen. Eines der schönsten ist Neulietzegöricke. Im ehemaligen Dorfkonsum hat Petra Herrlich-Gryzan im vergangenen Jahr ihr Kolonisten Kaffee eröffnet. Und mit ein bisschen Glück begegnet man auch Maik Zimmermann, wenn er mit seinen Ziegen und einer Gruppe Touristen durch das Oderbruch wandert. Für alle, die mehr vom Oderbruch sehen möchten, sei der Oderbruchbahn-Radweg empfohlen. Das sind 130 Kilometer Oderbruch pur.

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Information

Anreise: Mit dem RE1 von Berlin nach Frankfurt/Oder oder Eisenhüttenstadt. In Frankfurt/Oder umsteigen in die Regionalbahn nach Neuzelle. Fahrtzeit ungefähr 90 Minuten.

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Das muss man zwischen Eisenhüttenstadt und Neuzelle erleben


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