• Japanischer Garten in Bartschendorf, Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze
    Ort: Bartschendorf

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Ein Hauch von Japan im Ruppiner Seenland
Japanische Gartenkunst bei Roji in Bartschendorf

23. August 2014 von Nina Lenze

Roji (übersetzt taubedeckter Waldweg) – so heißt das Unternehmen von Reiner und Gesine Jochems. Beide konzipieren und gestalten japanische Gärten. Ausgerechnet Bartschendorf, ein verstecktes Örtchen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, haben sie sich dafür ausgesucht.

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Gesine und Reiner Jochems haben in Bartschendorf in den vergangenen Jahren einen japanischen Garten geschaffen Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Monolithisch erhebt sich das Haus der Jochems am Ende des Fliederweges, dessen Strohdach sowie die umlaufend überdachte Terrasse typisch japanisch sind und einen ersten Eindruck angewandter Kriterien wie Einfachheit, Ausgewogenheit und Anmut vermitteln. „Wir orientieren uns vor allem am Gestaltungsprinzip der Japaner“, erklärt mir Gesine Jochems zu Beginn unseres Gartenrundgangs, auf dem wir verschiedene Gartenstile passieren.

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Der sorgsam geharkte Split in einem japanischen Garten soll abstrahiert einen Bachlauf darstellen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Die einen sind eher zum Spazierengehen angelegt, andere laden zu meditativer Entspannung und Erholung ein. Da Boden und Klima für viele japanische Pflanzen ungeeignet sind, lassen sie sich immer wieder neue Kombinationen mit regionaler Botanik einfallen – stets in Verbindung mit bereits vorhandener Natur, die in die Gartenkonzeption integriert wird.

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Abschalten im Teegarten

„Uns fasziniert die besondere Stimmung, die zurückhaltende Gestaltung und der Kontrast von natürlich Gewachsenem und künstlich Geschnittenem“, sagt Gesine Jochems. Gekonnt wird zum Beispiel die Kirsch- oder Irisblüte oder die besondere Verfärbung einzelner Pflanzen im Herbst in Szene gesetzt.

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Entspannung im japanischen Garten Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Ein klassischer Gartenstil ist außerdem der Trockenlandschaftsgarten (Kare-san-sui Garten) mit abstrahiert dargestelltem Bachlauf, dessen bewegte Wasseroberfläche durch sorgsam geharkten Split nachempfunden wird. Steinsetzungen wie die oberhalb des Bachlaufs thronenden Findlinge sind ein wichtiges ästhetisches Element zur Imitation von natürlichen Landschaften wie Wäldern oder Bergen.

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Teichweg im Japanischen Garten von Bartschendorf Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Einen schmalen Durchgang durchschreitend gelangen wir in den schattigen, etwas abgeschiedenen Teegarten. steinerne Trittplatten führen entlang eines grün schimmernden Moosteppichs zu einer Wartebank, auf der sich potenzielle Teegäste niederlassen und die Waldatmosphäre genießen können. Teezeremonien sind ab dem nächsten Jahr geplant, momentan befindet sich das Teehaus noch in der Fertigstellung.

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Bunte Fische, grüne Zimmer und ein kleiner Nutzgarten

Der Teichgarten ist das Lieblingsprojekt von Reiner Jochems. Neben dem mit Seerosen bewachsenen Sommerteich gibt es einen zwei Meter tiefen Überwinterungsteich für die Kois. Da die Fische Trinkwasserqualität benötigen und das Wasser ständig kontrolliert und gereinigt werden muss, ist dieser Gartenstil sehr aufwändig. Aber auch besonders schön, das steht außer Frage.

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Entspannung pur am Sommerteich, in dem die Kois schwimmen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Direkt am Haus befindet sich ein kleiner Hofgarten (Tsubo niwa), die gängigste Gartenform in Japan. Nur eine Schiebetür trennt den Wohnraum vom Garten und gibt den Blick frei ins „grüne Zimmer“ draußen. Die reduzierte Gestaltung beinhaltet wenig, mehr als ein bisschen Split, ein oder zwei Grünpflanzen, eine Wasserschale oder eine Steinlaterne. Im vorderen Gartenbereich, dem klassischen Nutzgarten, werden Blumen und Gemüse für den Eigenbedarf gezogen.

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Blick ins „grüne Zimmer“: gestaltet von Gesine und Reiner Jochems aus Bartschendorf Foto: TMB-Fotoarchiv/Nina Lenze

Wer sich für japanische Gärten interessiert oder eine Umgestaltung des eigenen Gartens plant, kann sich hier inspirieren und beraten lassen. Auf Wunsch wird sogar die Ausführung übernommen. Die Nachfrage ist groß. „Morgen fliege ich für drei Wochen nach Afrika. Hier ist zwar viel Improvisation gefragt, gerade das macht aber auch den Reiz unserer Arbeit aus“, versichert mir Reiner Jochems kurz vor seiner Abreise in den Süden.

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Information

Öffnungszeiten:

Von April bis Oktober ist der 7.500 Quadratmeter große Schaugarten an Wochenenden jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet und bietet Besuchern jede Menge Inspiration.

Internet: www.roji.de

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Wissenswertes zum Japanischen Garten in Bartschendorf und Umgebung


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