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  • Floßfahrt im Morgendunst,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf Floßfahrt im Morgendunst, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf
    Ort: Fürstenberg/Havel
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Über uns der Himmel, unter uns die Seen Einmal Huckleberry Finn & Tom Sawyer sein – zumindest für ein Wochenende

17. Mai 2021 von Marc Oliver Rühle

Nur eine Stunde Zugfahrt von Berlin entfernt erstreckt sich die Wasserstadt Fürstenberg/Havel und das idyllische Neustrelitzer Kleinseenland. Dort finden natursehnsüchtige Städter ein fast 2.000 Quadratkilometer großes Areal von Wald umsäumten Badeseen, die wie eine Perlenkette aufgezogen und mit einer Schnur aus schmalen Wasserstraßen miteinander verbunden sind. Ich bin so ein Städter, der nach naiven Abenteuern verlangt, um nicht gänzlich erwachsen und von der Urbanität eingenommen zu sein. Umso glücklicher macht mich die Nähe zu den Seen und die Möglichkeit, dort sogenannte Hausflöße ausleihen zu können, um die entlegensten Winkel dieses Wasseridylls zu entdecken – langsam und nostalgisch.

Eine ideale Voraussetzung, um mir meinen Jugendfreund Friedrich zu schnappen und für einen Wochenendausflug alte Kindheitserinnerungen wiederzubeleben: Huckleberry Finn und Tom Sawyer – quasi auf dem Mississippi Brandenburgs.

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Barfuß auf dem Floß Barfuß auf dem Floß, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf

Hinter uns die Zivilisation, vor uns das Abenteuer

Der Anleger mit den Flößen liegt an einer breiten Wiese am Baalensee, einer der drei Seen, welche das mittelalterliche Städtchen umsäumen. Dort richten wir uns ein schwimmendes Baumhaus ein, tanken Frischwasser. Es gibt eine kleine Kochnische, eine Art Doppelstockbett, ein großes, stabiles Dach, dort haben wir unsere Räder raufgehievt. Nach einer kurzen Anleitung durch den Floßverleiher und einer Probefahrt legen wir ab. Unweit entfernt können wir uns gleich an der ersten Wasserschleuse probieren. Das sah noch nicht so souverän aus, doch breite Gummiriemen schützen das Holz des Floßes vor Pollern, Bojen, Schleusenmauern. Als wir diese erste Hürde passiert haben (wir warteten geduldig in einer kleinen Schlange von Booten, bis die Entgegenkommenden auf unserem Wasserlevel waren und den Wasserfahrstuhl verließen), entkommen wir der unmittelbaren Zivilisation schneller, als wir dachten, lassen Autolärm, Brückenpfeiler und große Gebäudeansammlungen hinter uns.

Nachdem wir ziellos (einfach gen Nordwesten) lang drauflos geschippert sind, uns mit der Seenkarte anvertrauten (etwa vier Meter ist es hier tief) und anderen Hausbooten, Kanuten und Kähnen zugewinkt haben, werfen wir in der Nähe des östlichen Ufers den Anker, stellen den Außenbordmotor ab und springen endlich ins Wasser. Es fühlt sich weich und warm an. Schwimmend ist jetzt kein weiteres Boot zu sehen, oder Menschen außer uns zu hören, nur ein leichter Windstoß geht durch das Schilf, lässt die hohen Halme beruhigend hin und her wippen. Wir jubeln uns gegenseitig zu. Es tut jetzt schon gut, wieder einmal beieinander zu sein nach viel zu langer Zeit.

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Eintauchen in die Welt der Seen

Wir warten auf das Öffnen der Schleuse. Viele Charterboote liegen vor uns, an den Anlegern festgemacht. Wenn man den Schleusenplan aufmerksam studiert hätte, würde man effektiver zwischen den Seen vorankommen. Aber uns treibt nichts. Mit dem nächsten Schub werden wir es nicht schaffen. Wir freunden uns damit an.

Freie, volle Fahrt voraus, jetzt kommen auch die Gespräche in uns auf. Wir gleichen die letzten Momente in unseren jeweiligen Leben miteinander ab. Können recht schnell wieder die Vorhänge fallen lassen, pur voreinander sein. Die Natur um uns verstärkt das aufrichtige Mitteilen von Gefühlen und Sorgen. Vereinzelt sehen wir Bootsschuppen am Ufer, Wochenendhäuser, Datschen, neugierige Enten, Schwäne, Graugänse und so unendlich viele Bäume hinter, zwischen und vor den Seen. Wir müssen auf der Seenkarte nachschauen, wo unser Wasser weitergeht, so geschlossen wirkt die Bewaldung.

Die letzte Schleuse vor der Nacht, hier geht es eng zu, ein Kahn mit Waldarbeitern, Hausboote, Kanuten. Alle warten. Wir sind daran gewöhnt, gehen an Land. Einige Höfe deuten sich an, efeuberankt ein Gutshaus, Schafe in einem weitläufigen Garten, ein Wiesenpfad zieht uns zu einer großen Buche mit Holzbänken hin. Ein zugewachsenes knallrotes Metallklettergerüst erinnert mich an meine DDR-Kindheit. Auf dem Rückweg entdecken wir eine Forellenzucht – holen uns zwei Geräucherte für die Nacht.

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Der Blick über den See am Morgen Der Blick über den See am Morgen, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf

Glattes Wasser, warmes Sonnenlicht und berührende Stille

Viele Schleusen haben jetzt die Arbeit eingestellt, entsprechend leer ist der See, wir haben irgendwo, recht beliebig an einem der Ufer den Anker geworfen, mitten im Nichts. Die errötete Sonne geht durch die Baumkronen, es geht keine Welle über die Fläche, nur die Fische springen und es platscht. Wir liegen mit unseren Schlafsäcken auf der Dachfläche, das leichte Schaukeln und Schwappen unseres Floßes macht uns selig müde. Der Himmel ist jetzt ganz klar und groß, der begonnene Abend kühlt, macht die Luft frisch.

Die Kälte treibt uns von den Isomatten, die Nacht hat uns ausgekühlt, es dämmert bereits ganz sacht. Die Petroleumlampe leuchtet dagegen an. Der See liegt in einem großen Nebel, die Wasseroberfläche dampft. Aus Grautönen entwickelt sich ein zartes Rot. Wir sitzen in unsere Schlafsäcke gehüllt auf dem feuchtklammen Floßdach und wachen mit dem neuen Tag behutsam auf. Die Stille ist berührend. Vor unseren Augen erscheint eine große, gewaltige Sonne und wir blinzeln dagegen an. Bald darauf lassen wir uns einfach zur Morgendusche ins Wasser fallen. Purer Luxus.

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Glück gehabt beim Landgang

Einmal die Schifffahrtszeichen nicht beachtet und fast auf Grund gelaufen. Hätte uns ein Bauer vom Feld nicht warnend zugerufen, wären wir im hohen Schlick festgefahren. Er hätte uns mit seinem Traktor rausziehen müssen, sagt er uns später: "Es wäre nicht das erste Floß gewesen". Hinter uns zeigte sich bereits eine Spur vom aufgewirbelten Boden im Wasser. Wir entscheiden uns dann für den festen Steg mit Betonpollern am gegenüberliegenden Ufer. Er gehört zu einem Pfadfinderlager.

Hier an Land kommen nun unsere Räder zum Einsatz. Wir radeln über Land, an Pappeln, Birken, an einer Dorfkirche, einer Bungalow-Siedlung vorbei, an Eichen, dicken Buchen, Hochständen, Gaststätten, einem Dreiseitenhof, Schafherden. Wir fahren über alte LPG-Platten, Feldwege, Pflastersteine und durch alte Alleen. Wir trinken im Lindenhof Eiskaffee und überqueren im Anschluss die "Grenze" zu Mecklenburg-Vorpommern, fahren weiter querfeldein in Richtung Canow. Nur selten hören oder sehen wir ein Auto.

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Blick auf das Schilf Blick auf das Schilf, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf

Geschichten erzählen unterm Sternschnuppenschauer

Die Räder wieder an Bord schippern wir gen Osten zurück. Die Fische beginnen am Tagesende wieder zu springen an. Auf Totholz im seichten Wasser sitzen Reiher. Allerhand Boote begegnen und überholen uns, die Schleusenschlusszeiten sorgen für Verkehr, wir winken und winken. Wieder der Ankerwurf für die Nacht, das Dach gedeckt, es gibt geräucherte Forelle, Gurkensalat, neue Kartoffeln. Wir sitzen auf unseren zusammengrollten Schlafsäcken, schnell wird es klamm. Wieder deutet sich eine sternklare Nacht an, die Lichtverschmutzung des Himmels ist hier derart reduziert, dass die Sternschnuppen nur so regnen, die Grillen zirpen von den Wiesen herüber, irgendwo ruft ein Kautz. So sitzen wir noch ewig, betten uns dann unter dem Firmament und sind total in Huckleberry-Finn-Stimmung, wälzen eine Kindheitsgeschichte nach der anderen.

Nicht ganz freiwillig sind wir aufgewacht. Es fällt schwer, jetzt zum Ausgangspunkt des Ausflugs zurückzukehren. Rundum vom saftigen Grün umgeben ist der Gedanke an die Rückkehr in die Stadt kein leichter. Doch solange wir noch auf dem Floß sind, dehnen wir den Abschied in die Länge. Zum Beispiel mit einem Bad im derzeit noch viel wärmeren Wasser – im Vergleich zur Luft. Den Kopf unter Wasser schwebt alles ganz verträumt und verlangsamt vor meinen Augen vorüber. Ich begreife wie sehr diese gemeinsamen Ausflüge, diese bewusst eingeplante Zeit notwendig ist, um eine Freundschaft aufrechtzuerhalten, um Räume zu schaffen für vertrauensvolle Gespräche und die Gewissheit, dass wir immer noch in der Lage sind, wie früher zu sein und dass sich manche Eigenschaften eben nicht verändert haben.

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  • Sitzen auf dem Floßdach, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf
  • Steuerrad auf dem Floß, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf
  • Mit dem Floß mitten in der Natur, Foto: TMB-Fotoarchiv/Madlen Krippendorf

Unsere Huckleberry-Finn-Tour zum Nacherleben:


Unsere Lieblingsplätze im Ruppiner Seenland aus dem Blog

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