• Oder-Havel-Kanal mit Schiffshebewerk, Foto: Bad Freienwalde Tourismus GmbH Oder-Havel-Kanal mit Schiffshebewerk, Foto: Bad Freienwalde Tourismus GmbH
    Ort: Niederfinow

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Auch in klein ganz groß Das Schiffshebewerk Niederfinow

23. Juni 2011 von Katja

"Unser Schiffshebewerk! Da steht doch tatsächlich unser Monstrum aus Niederfinow mitten im Hamburg." Die Freude über die Entdeckung war nicht zu überhören. Es folgte ein munteres Durcheinander geografischer Begriffe: "Der Finowkanal liegt ja gleich neben der Schweiz und Italien", "Nach Skandinavien ist es ein Katzensprung" oder "Ganz nah am Hamburger Flughafen". So ein Wirrwarr setzt zwar eine gehörige Fantasie voraus, aber das Kreuz und Quer gibt es tatsächlich.

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Das Schiffshebewerk Niederfinow im Modell. Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Im Miniatur-Wunderland inmitten der Speicherstadt Hamburgs mit täuschend echt wirkenden Nachbauten, durch die unentwegt kleine Züge verkehren, können Brandenburger neuerdings eine ihrer bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kleinformat bewundern. Immerhin hat es kein anderes märkisches Bauwerk auf die weltgrößte Modellanlage geschafft.

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Nach dem Modell folgt das Original

Beim Verlassen dieses inzwischen zu den fünf größten Hamburger Sehenswürdigkeiten zählenden Gebäudes stand ein Entschluss fest: Man müsste wieder einmal das originale Schiffshebewerk besuchen, zumal es dort allerhand Neuigkeiten geben soll. Nur rund eine Stunde dauerte schließlich die Fahrt von Berlin über die Autobahn und die Bundesstraße nach Eberswalde, wo am Ortsrand die bei Bikern beliebte Serpentinenstrecke nach Niederfinow abzweigt. Kurze Zeit später stand das stählerne Wunderwerk der Technik dann in ganzer Pracht direkt vor uns Neugierigen.

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Seitenansicht des Schiffshebewerks in Niederfinow. Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Aus 18 000 Tonnen Stahl - fast doppelt so viel wie im Eiffelturm - haben die Ingenieure hier einen riesigen Schiffsfahrstuhl gezaubert. Seit 1934 verrichtet er hier reibungslos seinen Dienst. Immerhin 36 Meter Höhenunterschied überwinden die Schiffe damit an dieser Stelle kurz vor dem Oderbruch. Die letzte Eiszeit hat hier eine Menge Geröll zu einem ungewöhnlichen Höhenzug zusammengeschoben.

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Spektakulärer Neubau bis 2014

Von oben fällt der Blick nicht nur in die weite Landschaft des Oderlandes, sondern auch in eine tiefe Baugrube. Denn bis zum Sommer 2014 erhält das alte Schiffshebewerk für 280 Millionen Euro ein modernes Pendant. Dessen Trog fasst auch 115 Meter lange Schiffe, während in der alten Konstruktion schon bei 82,50 Meter Schluss ist. Längere Schubverbände müssen somit erst mühsam aus- und dann wieder angekoppelt werden. Von größeren Schiffen hängt aber die Konkurrenzfähigkeit der Binnenschifffahrt gegenüber anderen Verkehrsmitteln ab.

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Baugrube des neuen Schiffshebewerkes. Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Oberhalb der Baugrube können die Besucher bereits den Abzweig vom alten Kanal zum neuen Hebewerk ausmachen. Dennoch wird der Veteran von 1934 zumindest in der Anfangszeit nicht sofort trockengelegt. Er bleibt als Reserve und darf wegen des Denkmalschutzes ohnehin nicht abgerissen werden.

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