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  • Baumhaus auf Gut Gollin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Baumhaus auf Gut Gollin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

    Schlafen in einem Baumhaus

    In einem Baumhaus zu schlafen ist der Traum von vielen Kindern und vielleicht so manchem Erwachsenen. Auf Gut Gollin in der Uckermark geht das. Wir haben es ausprobiert.

    In einem Baumhaus zu schlafen ist der Traum von vielen Kindern und vielleicht so manchem Erwachsenen. Auf Gut Gollin in der Uckermark geht das. Wir haben es ausprobiert.
    Ort: Templin

1. Tag
Nachmittags

Der Abschluss der Sommerferien sollte noch einmal ein Highlight werden. Viele Großstadtkinder sind nicht mehr so leicht zu begeistern. Was also machen? Bei meinem Großstadtkind war das dieses Mal ganz einfach. Und zum Glück gibt es jetzt die Baumhäuser auf Gut Gollin in der Uckermark. Kaum hatte ich die magischen Wörter Baumhaus und übernachten ausgesprochen, hallte ein Jubelschrei durch die Wohnung.

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Kaum in Berlin losgefahren, sind wir nach etwas mehr als einer Stunde schon auf Gut Gollin bei Templin. Familie Wurth, die seit 2014 auf dem Gut Gollin leben, begrüßt uns herzlich. Und bei Kaffee, Kakao und einem Stück selbstgebackenen Kuchen erzählen sie uns erst einmal ein bisschen von ihrem Projekt Baumhaushotel Uckermark. Die ersten drei Baumhäuser sind nur der Anfang. Auf Gut Gollin sollen einmal zehn Baumhäuser stehen. So der Plan.

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Baumhaus auf Gut Gollin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Das Baumhaus in dem wir übernachten werden, ist klein und kompakt. Es ist das erste, das auf Gut Gollin gebaut wurde. Ein Musterbaumhaus sozusagen. Ohne Strom und mit Herzhäuschen (für ein dringendes Bedürfnis in der Nacht) vor der Tür. Genau das richtige für zwei erlebnishungrige Großstädter. Bauer Karl-Heinz bringt uns mit seinem geländegängigen Fahrzeug die 500 Meter vom Hofladen zu unserem Quartier für die nächsten beiden Tage. Und da ist es. „Ist das abenteuerlich“, sagt das kleine Großstadtkind. Die Sonne taucht das Baumhaus in ein warmes Licht. Vor dem blauen Himmel ist das helle Holz ein toller Kontrast.

Wir bekommen den Schlüssel in die Hand gedrückt und machen uns an den „Aufstieg“. Zum Glück haben wir uns für leichtes Gepäck entschieden, so dass ich nur zweimal die gut fünf bis sechs Meter hoch und runter klettern muss. Der erste Eindruck von oben ist phänomenal. Direkt vor unserem Baumhaus, das „Entenstrich“ heißt, liegen große Gehege, in denen Dam- und Rotwild gezüchtet wird. Bauer Karl-Heinz gibt uns noch ein Fernglas mit. Das werden wir den nächsten Tagen kaum aus der Hand legen. Es gibt einfach zu viel zu sehen. Das Baumhaus schmiegt sich zwischen die kräftigen Äste. Die Sonnenstrahlen blinzeln durch die Blätter.

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Baumhaus auf Gut Gollin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
Abends

Unser kleines Quartier ist urig und gemütlich. Wie eine kleine Einsiedelei. Vier Fenster lassen viel Licht rein und sind ideal für Beobachtungen. Es gibt einen kleinen Tisch und eine kleine Holztruhe zum Sitzen. Kerzen und Stirnlampe sind da. Alles ist mit viel Liebe eingerichtet. Das Abenteuer kann beginnen. Wir sitzen erst einmal auf dem Bett und betrachten mit den Ferngläsern die Umgebung. Das Wild hat auch mitbekommen, dass es im Baumhaus neue Gäste gibt. Noch trauen sich die Tiere nicht an den Zaun.

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Baumhaus auf Gut Gollin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Während langsam die Sonne untergeht, bereite ich die Brotzeit zum Abendbrot vor. Es gibt Käse und Wurst aus dem Hofladen (sehr lecker!), Apfelsaft und frisches Brot. Großstadtherz was willst du mehr, denke ich bei mir, während das Großstadtkind hungrig sein Wurstbrot verputzt. Mit der Dämmerung wird es in den Gehegen lebendig. Eine kleine Gruppe Rehe und ein Hirsch laufen in Richtung des Baumhauses. Sie wittern uns, bleiben erst einmal stehen und schauen nach oben. Wir sitzen mucksmäuschenstill hinter dem Fenster. Nach ein paar Minuten verlieren die Tiere ihre Scheu. Zwei Jungtiere holen sich bei ihren Müttern ihre Portion Abendmilch. Dann ist es dunkel und wir hören nur noch die Geräusche der Tiere. Im Schein der Stirnlampe lese ich noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Drinnen löschen wir das Licht und lauschen noch eine Weile den Geräuschen draußen.

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Sonnenuntergang auf Gut Gollin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
Wer Glück hat, sieht das Wild von ganz nah.

Nachts im Baumhaus

In der Nacht kommt das nächste Abenteuer. Die kleine Entdeckerin muss auf die Toilette. Also, Stirnlampe aufgesetzt und los. Draußen ist es stockfinster. Die Stirnlampe wirft einen Lichtkegel in die Dunkelheit. Es zirpt und rauscht in den Baumwipfeln. Am klaren Himmel funkeln die Sterne. „Guck mal, Papa. So viele Sterne habe ich noch nie gesehen“, sagt die kleine Entdeckerin. In der Tat. So einen Sternenhimmel habe ich zuletzt in Gülpe im Sternenpark Westhavelland gesehen. Und das ist der dunkelste Ort in Deutschland! Dann machen wir uns an den Abstieg. Wir zwei draußen in der Dunkelheit. Nach dem Besuch im Herzhäuschen geht es wieder hoch. Nachts auf Gut Gollin. Einfach aufregend.

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Das Baumhaus in Bildern

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                    Baumhaus auf Gut Gollin,
                
        
 
    
            Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
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                    Baumhaus auf Gut Gollin,
                
        
 
    
            Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
  • Baumhaus auf Gut Gollin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
  • Fernglas liegt auf Brüstung, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
  • Baumhaus auf Gut Gollin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
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                    Baumhaus auf Gut Gollin,
                
        
 
    
            Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
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                    Baumhaus auf Gut Gollin,
                
        
 
    
            Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
2. Tag
Vormittags

Um halb acht schauen mich zwei große Augen an. Die Entdeckerin ist wach. Von draußen scheint schon die Morgensonne durch das Fenster. Der Tag beginnt, wie er aufgehört hat. Es ist wunderbar ruhig. Kein störendes Geräusch. Für uns Großstadtmenschen ist das Labsal für die Ohren. Über den Wiesen liegt leichter Morgennebel wie eine Bettdecke. Das Wild ist auch schon wach. Mit den Ferngläsern schauen wir, was unsere vierbeinigen Nachbarn machen.

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Vom Baumhaus gibt es einen wunderbaren Ausblick.

Auf der Veranda wartet unterdessen eine Überraschung. Familie Wurth hat Heinzelmännchen gespielt und uns das Frühstück zum Baumhaus gebracht! Ein Weidenkorb mit Rührei, frischen Brötchen, Obstsalat sowie Käse und Wurst. Wir fühlen uns wie im Schlaraffenland. Schnell sind die Schätze auf dem Tisch ausgebreitet. So ein Frühstück hatten wir noch nie! Ich könnte hier den ganzen Vormittag sitzen. Besser kann ein Tag nicht beginnen!

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Frühstück im Baumhaus auf Gut Gollin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Aber jetzt wartet schon der erste Termin. Um 9 Uhr ist Tierfütterung auf Gut Gollin. Und die Gäste sind eingeladen, kräftig mitzuhelfen. Die beiden Ziegen müssen auf die Weide, die Hasen bekommen Futter und bei den Hühnern müssen die Eier eingesammelt werden. Auf dem Weg zum Stall begrüßt uns Schweinedame Elfriede mit lautem Grunzen. Sie denkt wohl, wir haben ihr Frühstück dabei.

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Schweinedame Elfriede
Nachmittags

Auf dem Hof gibt es immer etwas zu entdecken. Das Fortbewegungsmittel Nummer eins ist für das Großstadtkind ein Tretauto. Runde um Runde dreht sie auf ihrem selbstgesteckten Parcours. Die Sonne meint es an den beiden Tagen besonders gut. Im kleinen Schwimmbecken hinter der Scheune kühlen wir uns erst einmal ab. Der Kuchen im Hofladen hat gestern einfach zu gut geschmeckt. Also machen wir einen kurzen Abstecher und probieren den leckeren Beerenkuchen, den es heute gibt.

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Abends

Die zwei Tage im Baumhaus sind einfach entspannend. Das Handy hat kein Empfang. Zum Glück. Wir genießen einfach die Zeit zu zweit und vertreiben uns die Zeit mit einigen Partien Mau-Mau. Nach dem Abendbrot beziehen wir wieder unseren Beobachtungsposten. Heute haben wir weniger Glück. Das Wild lässt sich nicht am Zaun blicken. Das macht aber nichts. Draußen ist wieder Open-Air-Konzert. Es zirpt, summt und rauscht in einer Tour.

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Sonnenuntergang am Baumhaus auf Gut Gollin.
3. Tag
Vormittags

Zum Abschied haben die Wurths noch einmal ein zauberhaftes Frühstück vorbereitet. Der Weidenkorb steht pünktlich am Baumhaus. Das wird mir ehrlich fehlen. Und macht die Entscheidung leicht, noch einmal hierher zufahren.

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Morgenstimmung auf Gut Gollin Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

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