• Das AHORN Seehotel Templin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Templin

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Hier scheint immer die Sonne
Das Seehotel Templin wird riesengroßes Kunstwerk

22. September 2016 von Steffen Lehmann

Vom hässlichen Entlein zum größten Fassadenkunstwerk in Europa: Die Verwandlung des Seehotels Templin hat gerade einmal elf Monate gedauert. Dazu waren 8,5 Tonnen Farbe und Michael Fischer-Art nötig. Der Leipziger Künstler hat schon viele graue Betonflächen befreit. Das Seehotel Templin war aber auch für ihn eine Herausforderung.

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Das Seehotel in Templin ist neuerdings Europas größtes Fassadenkunstwerk. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Vor mehr als dreißig Jahren war Michael Fischer-Art schon einmal in Templin. Sommerurlaub mit der Familie am Lübbesee. Das Seehotel war damals noch ein FDGB-Heim. An den Urlaub kann sich Fischer-Art noch gut erinnern. Mit seinem Bruder baute er im Wald eine Bude. Dass die Fassade grau war, hat ihn damals nicht gestört.

Drei Jahrzehnte und ein Leben als Maler später, geht Fischer-Art mit grauen Betonflächen weniger nonchalant um. Der Künstler hat dem tristen Beton den Kampf angesagt. Wenn er eine graue Betonwand sieht meldet sich sein Helferkomplex. "Ich betrachte ein Gebäude und sehe, was ihm fehlt."

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An die graue Fassade des ehemaligen FDGB-Heims erinnert dank Fischer-Art nichts mehr. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Seehotel Templin: Kampf gegen die Waschkiesplatte

Als er 2015 wieder vor dem Seehotel Templin steht, weiß er: Das ist ein besonderer Auftrag. "Hier musste eine Komplettlösung her", sagt er. Nur die Giebel anmalen reicht hier nicht. Seine Komplettlösung sieht so aus, dass an der Fassade jetzt kein Grau mehr zu sehen ist. Auf der Rückseite des Seehotels strahlt eine riesige Sonne. Ein übergroßer Lebensbaum umschließt den Eingangsbereich als zentraler Mittelpunkt des Hotels. Die markanten Figuren Fischer-Arts bevölkern die Giebel. Fast ein Jahr bemalten Fischer-Art und seine Helfer die über 12.000 Quadratmeter große Fassade. Sein Antrieb bei dem Auftrag: "Jeder Quadratmeter Waschkiesplatte, der verschwindet, ist ein Sieg."

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Die Arbeit hat sich gelohnt. Nach einem Jahr sind 12.000 Quadratmeter Betonfläche wie verwandelt. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Was jetzt so spielerisch aussieht ist, ist in Wirklichkeit ein Knochenjob. Fassaden bemalen geht nur mit einer Bandage. Sonst ist das Handgelenk schnell überlastet. Der Waschkiesbeton ist besonders gemein. Die unebene Oberfläche benötigt mehr Farbe als üblich. Wie bleibt man bei über 12.000 Quadratmeter immer motiviert? "Wenn die Leute sehen, dass der Chef von halb sechs bis halb zehn mit auf dem Gerüst steht, besessen von der Arbeit ist, dann rennen sie entweder weg oder bleiben." Bei ihm sind sie nicht weg gerannt.

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Inzwischen ziert nicht mehr nur die Fassade Fischer-Arts Handschrift. Das Hotel avanciert zum Gesamtkunstwerk. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Ende September 2015 wird die Fassade mit dem Haupteingang eingerüstet. Pünktlich zum Weihnachtsfest verschwand das komplette Gerüst an der 33 Meter hohen und 4.000 Quadratmeter großen Frontfassade des Hotels. Ab März 2016 werden die jeweils drei 550 Quadratmeter großen Giebelwände sowie die fast 7000 Quadratmeter große zum See gerichtete Fassade bemalt.

Aus dem ursprünglich nur als Fassadenkunstwerk geplanten Projekt ist mittlerweile ein ganzheitliches Konzept geworden: Wie ein roter Faden zieht sich die Handschrift Fischer-Arts durch das gesamte Seehotel Templin. Der einst farblose Brunnen in der Hotellobby und die "Seabar" erhielten einen Anstrich.

Aber das ist längst nicht alles: Im Hotelladen gibt es Strandtücher, Taschen und Tassen als jährliche Sondereditionen mit den von Michael Fischer-Art entworfenen Motiven.

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Informationen

Adresse: Seehotel Templin, Am Lübbesee 1, 17268 Templin

Internetwww.ahorn-hotels.de

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