• Das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg, Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Steffen Lehmann
    Ort: Potsdam

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Brandenburgs beeindruckende Landeshauptstadt
Erlebnisse einer Stadtrundfahrt in Potsdam

10. August 2012 von Marius David

Potsdam? Na, klar – das ist in erster Linie Sanssouci! Das prächtige Schloss Friedrichs des II., das untrennbar mit der brandenburgischen Landeshauptstadt verbunden ist. Aber was gibt es darüber hinaus in Potsdam zu entdecken? Den Filmpark in Babelsberg. Ok, darauf komme ich mit etwas Nachdenken auch noch. Aber sonst? Was macht diese Stadt aus? Diese Stadt, die in unmittelbarer Nähe zu Berlin liegt und deren Name durch ein Abkommen nach Ende des Zweiten Weltkrieges in nahezu jedem Geschichtsbuch zu lesen ist.

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Das Brandenburger Tor am Luisenplatz Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Um mir diese Frage beantworten zu lassen und auf relativ bequeme Art und Weise möglichst viel von der Stadt zu sehen, entschloss ich mich vor einigen Tagen zu einer geführten Stadtrundfahrt. Da ich jedoch nicht nur die Stadt selbst mit all ihren Sehenswürdigkeiten, sondern auch das bereits angesprochene Wahrzeichen Potsdams, Schloss Sanssouci, besichtigen wollte, entschied ich mich für eine mehrstündige Tour, die einen Rundgang in den Räumen des imposanten Bauwerks beinhaltete.

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Die Tour startet..

Pünktlich um elf Uhr ging es los. Mit mir bestiegen etwa 20 andere Personen den Bus, alle gut gelaunt und gespannt auf das Programm der nächsten Stunden. Nach einer kurzen Einführung durch die begleitende Gästeführerin rollten die Räder. Schon nach wenigen Metern bot sich ein toller Anblick: das Brandenburger Tor. „Das Brandenburger Tor?“, mag sich der ein oder andere fragen. Ja, das gibt es hier auch – es ist sogar noch einige Jahre älter als sein berühmtes Pendant in Berlin. Dann ging es weiter. Vorbei an ersten prachtvollen Bauten aus der Barockzeit führte uns der folgende Streckenabschnitt in den westlichen Teil der Stadt. Dort konnte man bunte Geschäfte, schicke Neubauten und sorgfältig restaurierte Altbauten bewundern. Die Gästeführerin sprach liebevoll vom „Prenzlauer Berg in Potsdam“.

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Historische Fassade im Holländischen Viertel Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Nach dem Besuch des Kiezes wurde es international. Von Holland nach Russland – auf nur 500 Metern! In Brandenburgs Hauptstadt ist so etwas möglich. Verantwortlich dafür sind das sogenannte holländische Viertel und die Siedlung Alexandrowka. Vor allem das einst für Handwerker aus unserem Nachbarland angelegte Stück der Potsdamer Innenstadt erzeugt durch seinen Baustil tatsächlich ein Flair wie im Mutterland. Einfach toll! Es folgten kleine und große Kulturstandorte. Danach gab es dann wieder Geschichte zum Anfassen. Durch die Berliner Vorstadt fuhren wir zur Glienicker Brücke. Dieses auf den ersten Blick recht unscheinbare Bauwerk war ein Symbol für die deutsch-deutsche Teilung. Gebaut über die Havel diente sie zum Beispiel auch dem Agentenaustausch zwischen den USA und der damaligen UDSSR. Es erzeugt schon ein besonderes Gefühl, über eine Brücke zu fahren, die für Jahrzehnte unpassierbar war..

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Schloss Cecilienhof und das Potsdamer Abkommen

Im weiteren Verlauf der Tour sollte es geschichtsträchtig bleiben. Entlang der wunderschönen Havellandschaft und vorbei an den prächtigen Villen des Neuen Gartens fuhren wir zu Schloss Cecilienhof. Wer den englischen Landhausstil mag, wird von diesem repräsentativen Bau besonders beindruckt sein. Hier Backsteine, dort Fachwerk, dazu noch eine Reihe wunderschöner Innenhöfe und unzählige unterschiedliche Schornsteine.

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Schloss Cecilienhof Foto: TMB/Jan Hoffmann

Was mich aber an dem Ort besonders faszinierte war die Tatsache, dass dort vor knapp 70 Jahren über die Zukunft von Deutschland entschieden wurde. Stalin, Churchill, Truman – sie alle waren da, um sich auf höchster Ebene zu beraten und dann das sogenannte Potsdamer Abkommen zu verabschieden. Die Besichtigung der Räume, in der damals die Verhandlungen stattgefunden hatten, war nicht Teil der Standrundfahrt. Unsere Gästeführerin sorgte mit ihren interessanten, detailreichen Ausführungen jedoch dafür, dass sich jeder der Tour-Teilnehmer ein exaktes Bild von der Szenerie machen konnte, die sich vor über einem halben Jahrhundert dort dargestellt hatte.

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Prunk hat einen Namen: Schloss Sanssouci

Nach diesem besonderen Erlebnis ging es erneut an einer Reihe von beindruckenden Villen – ehemalige Offiziersunterkünfte – und sattem Grün entlang. Dann näherten wir uns langsam aber sicher dem großen Schlusspunkt unserer Tour: Schloss Sanssouci. Von der Rückseite des Bauwerks noch wenig beeindruckt begab ich mich mit den anderen Teilnehmern in das Innere der Sommerresidenz von Friedrich dem Großen. Was ich dort zu sehen bekam, war dann aber wirklich imposant: Große Flügeltüren, reichhaltig verzierte Spiegel, dazu gewaltige Gemälde und detailreiche Skulpturen. Eine wahre Pracht. In Erinnerung geblieben sind mir aber auch die unglaubliche Vielfalt der verwendeten Baumaterialien, und vor allem das viele Gold!

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Schloss Sanssouci Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Steffen Lehmann

Nach dem Prunk der königlichen Räume zog es mich und meine Begleiter in den Park. Dort bietet sich dann das allseits bekannte Postkarten-Szenario, was jedoch live und in bewegten Bildern vielfach schöner ist als auf Papier! Würde man alle Wege im Park abgehen und die dort liegenden Schlösser sehen wollen, bräuchte man wohl mehrere Tage. Das ist sehr lang, aber lohnen würde es sich mit Sicherheit! Also: Wenn mich nochmal jemand nach Potsdam fragt, wird mir nicht nur Sanssouci einfallen. Ich werde begeistert vom Brandenburger Tor, vom holländischen Viertel, von der russischen Siedlung Alexandrowska und von anderen beindruckenden Bauwerken erzählen. Ich werde von einer Stadt mit bewegter Vergangenheit erzählen, die man unbedingt besuchen sollte!

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Das muss man auf einer Stadtrundfahrt durch Potsdam erleben


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