• Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Online-Buchung



Schöne Aussicht Brandenburg von oben

21. März 2017 von Matthias Schäfer

Jeder will mal hoch hinaus. Darum ist es im Leben gut, öfter mal die Perspektive zu wechseln. Und schon stellen sich die Dinge anders oder gar schöner da. Wer einen Berg erklommen hat, weiß, wovon ich rede. Zugegeben, in Brandenburg ist die höchste Erhebung gerade einmal etwas mehr als 200 Meter hoch. Aber es gibt viele weitere Möglichkeiten, im Land Höhenluft zu schnuppern.

weiterleseneinklappen
Einen weiten Blick über das Barnimer Land hat man von der Plattform des Biorama-Turms in Joachimsthal. Foto: TMB-Fotoarchiv/Regina Zibell

Die markantesten Berge und Höhenzüge in Brandenburg sind im Hohen Fläming oder in der Märkischen Schweiz rund um den Schermützelsee zu finden. Ebenso die hügelige Landschaft zwischen Bad Freienwalde, Niederfinow und Oderberg zwischen Barnimer Land und Seenland Oder-Spree gehört dazu. Wer durch diese „Bergwelt“ wandert, muss auf engstem Raum mitunter beachtliche Höhenmeter überwinden. An vielen Stellen ähnelt die Natur mit ihren Schluchten und tiefen Wäldern der Landschaft rund um Buckow in der Märkischen Schweiz. Und dennoch ist diese Region noch heute eher ein Geheimtipp.

weiterleseneinklappen

An klaren Tagen reicht der Blick bis nach Polen

Wer schließlich den höchsten Punkt über dem Ort Falkenberg erklommen hat, wird von der Terrasse des Panorama-Restaurants der Carlsburg aus mit einem traumhaften Blick hinunter ins Oderbruch belohnt. An klaren Tagen reicht die Sicht sogar über die Oder bis nach Polen. Wie hoch der Höhenunterschied sein kann wird besonders deutlich in Niederfinow. Bootsfahrer wissen, was ich meine. An dieser Stelle sind 36 Meter zu überwinden, um weiter in Richtung Oder fahren zu können. Möglich macht es das Schiffshebewerk – ein technisches Denkmal, das jedes Jahr viele Tausend Touristen in die Region lockt.

weiterleseneinklappen
Der stählerne Koloss des Schiffshebewerks Niederfinow. Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Turmdiplom im Oderbruch

Doch auch an vielen weiteren Punkten lässt sich die Aussicht ins Oder-Tal genießen. Zum Beispiel von einem Aussichtsturm aus. Und davon gibt es im Seenland Oder-Spree so einige. Aufmerksame Wanderer werden längst die Markierung des braun-weißen Turm-Symbols am Wegesrand bemerkt haben. Insgesamt warten vier ganz unterschiedliche Türme darauf, bestiegen zu werden. Wer sich alle vier vorgenommen hat, macht am besten gleich das „Turm-Diplom“, das man hier von April bis Oktober ablegen kann. Turm-Diplom-Anwärter kaufen sich am besten vorher eine Eintrittskarte für alle Türme. Sie gibt es in der Tourist-Informationen Bad Freienwalde. Und dann kann es losgehen!

weiterleseneinklappen
Der Schanzenturm ist 38 Meter hoch. Mit ihren 66 Metern Länge ist sie nicht nur die längste Skisprungschanze Brandenburgs, sondern gleichzeitig die nördlichste in ganz Deutschland. Foto: Bad Freienwalde Tourismus GmbH

Von Falkenberg geht es zunächst zum Bismackturm, der 1895 zu Ehren für den damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck errichtet worden ist. Als nächstes liegt der Eulenturm auf der Route. Der markante Aussichtspunkt ist ganz aus Douglasienholz und wurde zu Ehren von Kurt Kretschmann, dem „Vater des ostdeutschen Naturschutzes“ errichtet. Er entwarf zu DDR-Zeiten das inzwischen bundesweit gültige gelbe Naturschutzschild mit der schwarzen Eule. Vom hier ist es nicht weit zu einem ganz besonderen Turm. Genauer genommen ist es gar kein Turm, sondern eine 66-Meter-Skisprungschanze. Das Areal bei Bad Freienwalde ist Deutschlands nördlichste Skisprunganlage, auf der auch ohne Schnee abgefahren werden kann.

weiterleseneinklappen

Brandenburgs erster Baumkronenpfad

Noch relativ neu ist der 45 Meter hohe Aussichtsturm Rauener Berg bei Bad Saarow. Seine Besteigung ist auf jeden Fall lohnenswert. Von ganz oben kann man den Blick über den Scharmützelsee und die Dubrower Berge schweifen lassen. Einmalig ist ebenso die Aussicht über Fürstenwalde und den Ort Rauen. Hoch hinaus geht es auch beim Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten. Von der höchsten Aussichtsplattform schweift der Blick über den Fläming und das riesige Areal der ehemaligen Lungenheilanstalt. 

weiterleseneinklappen

Fall at its finest. #brandenburg #autumn #germany #fürstenwalde #rauenerberge #forest

Ein Beitrag geteilt von Patrick Pleul (@patrick.pleul) am

Ein alter Kran in Eberswalde

Aber auch anderswo kann man sich ein Bild von Brandenburg von oben machen. Und manchmal sehen die Bauwerke so ungewöhnlich aus, dass man es im ersten Moment nicht glauben kann, dass man sie erklimmen kann. Wie beispielsweise der 54 Meter hohe Eberkran im Familiengarten von Eberswalde. 1954 wurde er einst für den volkseigenen Betrieb VEB Kranbau errichtet. Für die Landesgartenschau, die 2002 auf dem Gelände des ehemaligen Walzwerkes stattgefunden hatte, wurde er extra versetzt und für Besucher zugänglich gemacht. 162 Stufen führen zur Aussichtsplattform, die sich in fast 28 Metern Höhe befindet, von der Besucher weit ins Barnimer Land schauen können.

weiterleseneinklappen
Das ist nicht das Stahlgerüst des Eiffelturms, sondern das des alten Eberkrans im heutigen Familiengarten in Eberswalde. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Die schönste Aussicht von Potsdam

Reizvolle Blicke von oben sind auch in Potsdam möglich. Vom Pfingstberg können Besucher die schönste Aussicht über die Landeshauptstadt Brandenburgs genießen – und an manchen klaren Tagen sogar bis nach Berlin schauen. Wegen dieses einzigartigen Blickes ließ Friedrich Wilhelm IV. um 1850 dort das Belvedere errichten. Architektonische Anregungen für dieses Bauwerk bekam er während seiner Romreise im Jahre 1829. Geöffnet ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr.

weiterleseneinklappen
Potsdams schönste Aussicht können Besucher vom Belvedere auf dem Pfingstberg genießen. Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Steffen Lehmann

Das Lausitzer Seenland lässt sich am besten von den Biotürmen in Lauchhammer überblicken. Von Weitem betrachtet sehen sie aus wie eine uneinnehmbare Burg. Die Biotürme sind eine Station auf der so genannten Energie-Route. Sie waren einst Bestandteil der dortigen Großkokerei und dienten zur Reinigung von Abwässern. Heute erfahren Besucher hier Geschichten über die damalige Energieerzeugung. Und die Türme bieten außergewöhnliche Perspektiven beim Blick aus den zwei, fast frei schwebenden Glaskanzeln ins Umland.

weiterleseneinklappen

Heidebergturm krönt den höchste Erhebung Brandenburgs

Im Süden Brandenburgs warten gleich mehrere interessante Aufstiegsmöglichkeiten auf die Kletterer. Die Heidehöhe ist die höchste topografische Erhebung in Brandenburg. Der Gipfel, der Heideberg, liegt aber schon auf sächsischem Territorium. Trotzdem ist der Blick faszinierend. Bei guten Wetter taucht am Horizont sogar das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig auf. 

Der Felixsee, in der Nähe von Spremberg, liegt im Muskauer Faltenbogen. Nach 136 stufen wartet auf den Besucher eine schöne Aussicht über das ehemalige Kohlerevier. Und nach dem Abstieg lohnt ein Sprung in den Felixsee. Nur wenige Minuten vom Felixsee entfernt, liegt Bohsdorf und das kleine Museum, das an den Schriftsteller Erwin Strittmatter und sein Hauptwerk "Der Laden" erinnert. 

weiterleseneinklappen
Bei gutem Wetter kann man bis nach Leipzig schauen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Einmal im Süden sollten sie gleich noch nach Bad Liebenwerda fahren. Der Kurort an der Schwarzen Elster belohnt mit dem Lubwartturm, einem der ältesten Türme in Brandenburg. In dessen Nähe soll sich Martin Luther im Oktober 1519 mit Emissären des Papstes getroffen haben, um von seinen Thesen abzuschwören. Der Turm ist Teil einer ehemaligen Wasserburg und des einstigen Schlosses Liebenwerda.

weiterleseneinklappen
Gleich hinter dem Lubwartturm liegt das Kreismuseum mit einer sehenswerten Ausstellungen zum sächsischen Marionettentheater. Foto: TMB/Andreas Franke

Hier lohnt der Aufstieg


Reiseexperten