• Kammeroper Schloss Rheinsberg, Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Leo Seidel

    Kulturreise nach Rheinsberg

    Haben Sie Lust auf einen Kultururlaub im Berliner Umland? Wir haben einen echten Kulturfreak auf Entdeckungstour nach Rheinsberg geschickt.

    Haben Sie Lust auf einen Kultururlaub im Berliner Umland? Wir haben einen echten Kulturfreak auf Entdeckungstour nach Rheinsberg geschickt.
    Ort: Rheinsberg

1. Tag
Vormittags

Nicht einmal 100 Kilometer nördlich von Berlin gelegen ist Rheinsberg für die anziehend, die nach einer Arbeitswoche eine kurze Auszeit erleben möchten oder das Wort "Urlaub" nicht unbedingt mit "Flugreise" verbinden. 

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Schloss Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Steffen Lehmann

Musikfreunden sind die Rheinsberger Musiktage, die Gastspiele der Brandenburgischen Sommerkonzerte oder die Aufführungen der Kammeroper Schloss Rheinsberg wohl bekannt. Vor allem im Sommer sind die Konzerte und Opern im Heckentheater und Schlosshof besondere Erlebnisse. Auch wir wollten bei unserem Besuch vor allem die kulturellen Seiten der Mark Brandenburg kennen lernen.

Bei unseren Reisevorbereitungen stoßen wir natürlich gleich auf ein Bild des Schlosses Rheinsberg. Durch dessen Um- und Ausbau sich Rheinsberg zu einer barocken Residenzstadt entwickelt hatte. Auch an Theodor Fontanes "Wanderung durch die Mark" sowie Kurt Tucholskys "Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte" führt einfach kein Weg vorbei wenn man sich über Rheinsberg informieren möchte.

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Mittags

Unser Entschluss, Rheinsberg zu besuchen, wurde noch durch das "Haus Rheinsberg - Hotel am See" befördert. Das Hotel wurde 2001 eröffnet und ist barrierefrei. Ein in Deutschland einmalig barrierefreies Hotel. Alle Zimmer sind rollstuhlgerecht und können auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste angepasst werden. Für mich als Reisender mit Rollstuhl eine Voraussetzung, diesen Aufenthalt ohne Barrieren genießen zu können.

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Haus Rheinsberg, Blick vom Wasser Foto: HausRheinsberg Hotel am See

Rheinsberg begrüßt uns mit ihren schattigen Straßen. Erster positiver Eindruck: die Fußwege sind auch gut mit dem Rollstuhl zu befahren. Die Touristinformation am Markt ist leicht zu finden. Neben den üblichen Informationen gibt es hier auch spezielles Informationsmaterial für mobilitätseingeschränkte Besucher. Der Stadtplan mit vielen Tipps für Rollstuhlnutzer, erweist sich an den beiden kommenden Tagen als ausgesprochen nützlicher Begleiter.

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Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Start am Schlosspark

Wir beginnen unsere Erkundung in der Innenstadt und heben uns den Spaziergang durch den Schlosspark für den Abend auf. Denn die Chance auf einen Sonnenuntergang über dem Grienericksee, wollen wir uns nicht entgehen lassen.

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Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
Nachmittags

Die Kirche Sankt Laurentius ist der Blickfang am Marktplatz. Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Gebäude mit Hochaltar, der kunstvoll gestalteten Kanzel, dem Taufbecken sowie den beiden Orgeln sind sehenswert.

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Kulturtour Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Wir nehmen uns die Zeit, um die Stille in der Kirche zu erleben. Nach dem ersten Rundgang durch die Stadt geht es in den berühmten Schlosspark. Das Ensemble mit dem Grienericksee und dem Schloss ist auch für Besucher, die nicht zum ersten Mal nach Rheinsberg kommen, ein Erlebnis. So sieht wirklich ein Postkartenmotiv aus.

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Schloss Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
Abends

Leider bleibt uns beim ersten Versuch der Blick auf den Sonnenuntergang bleibt uns verwehrt. Später sollten wir jedoch noch unsere Chance bekommen.

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Nach dem Abendessen im Hotel, gehen wir noch einmal runter an den See, der Rheinsberg ein besonderes Flair verleiht. Vom Schlosspark bis zum Seebad führt ein gut befestigter Weg unmittelbar am See entlang. Gleich neben dem Hotel HausRheinsberg liegt der behindertengerechte Bootssteg, der uns einen eindrucksvollen Blick auf den See ermöglicht.

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Gnienericksee Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
2. Tag
Vormittags

Der zweite Tag beginnt mit einem Blick auf den spiegelglatten Grienericksee. Vor dem schmiedeeisernen Tor am Eingang des Schlossparks kommen uns die Worte "Das Schloss! Das Schloss musste besichtigt werden" aus Tucholskys Erzählung "Rheinsberg. Ein Sommer für Verliebte" in den Sinn.

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Schlosspark Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Steffen Lehmann

Gleich hinter dem Tor fällt der Blick auf das Schloss und den früheren Marstall. Die Kolonaden bilden den Abschluss des Innenhofs. Die Sonne spiegelt sich auf der Oberfläche des Wassers. Auf der anderen Seite des Sees ist der Obelisk zu erkennen. Wenn man den Schlosspark und das Schloss sieht, lässt sich verstehen, warum der junge Kronprinz Friedrich II. hier seine glücklichsten Jahre verbrachte.

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Schloss Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Hartmut Smikac

Den Blick auf dieses Ensemble genießen wir für einige Minuten, bevor wir das Schloss betreten. Bis auf drei Räume, ist das gesamte Schloss für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Sommerwohnung des Prinzen befindet sich in einem Seitenflügel im Parterre des Schlosses und ist vom Innenhof her (für Besucher mit Rollstuhl mittels angelegter Schräge) zugänglich. So konnten wir uns auch diesen aufwendig gestalteten Teil des Schlosses ohne Barrieren ansehen.

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Mittags

Der Grienericksee ist in Rheinsberg unser ständiger Begleiter: Jetzt wollten wir endlich einmal einen Blick vom Grienericksee auf Rheinsberg werfen. Mit der „Tristan“ von RollyTours geht es für zwei Stunden hinaus auf das Wasser.

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Barrierefreies Ausflugsboot Foto: TMB-Fotoarchiv/Hartmut Smikac

Das Besondere an diesem Schiff ist, dass es entsprechend den Ansprüchen von mobilitätseingeschränkten Passagieren gebaut wurde und es keine Barrieren für jene gibt, die mit Rollstuhl an Bord gehen möchten. An Bord lassen wir den Blick über den See und die Segelboote schweifen und genießen die traumhafte Stimmung.

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Nachmittags

Frische Seeluft macht Appetit. In einem Café lassen wir bei Kaffee und Kuchen schon die Gedanken um den Abend kreisen. Wir haben Karten für eine Opernaufführung im Heckentheater. Auf diese Aufführung haben wir uns schon seit Wochen gefreut. Mit dem Wetter haben wir Glück und erleben im ausverkauften Heckentheater eine unvergessliche Opernaufführung. Die Kulisse des Heckentheaters ist eine ganz besondere.

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Abends

Mit zunehmender Dunkelheit wird der Park immer stärker in die Bühnendekoration eingebunden. Das ist für uns ein einmaliges Erlebnis.

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Für uns gehört zum Besonderen dieses Abends, nach der Vorstellung einfach in Ruhe durch die Dunkelheit der Nacht zum Hotel zurückzugehen - keine quietschende Straßenbahnen, keine vorbeihastende Leute, keine dicht vorbeifahrende Autos. Einfach Dämmerung, dezent beleuchtete Straßen und Ruhe sowie die letzten Klänge der gehörten Musik im Ohr. Also einfach Kulturgenuss! Als wir später Freunden von diesem Opernbesuch erzählen, ernte wir erstaunte Blicke: Theatererlebnis auf einer schönen Bühne im Park - na, gut - aber: italienische Oper? Uns hat es gefallen und die Musik war ein Erlebnis.

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Sonnenuntergang Schloss Rheinsberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Hartmut Smikac
3. Tag
Vormittags

Wer das Schauspiel mehr liebt, der kann von Rheinsberg oder Neuruppin aus, nach Netzeband fahren. Das ist ein kleines Dorf, das zwischen Neuruppin und Herzsprung abseits der Bundesautobahn 24 liegt, und seine Freunde zum Theater-Sommer einlädt.

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Theatersommer Netzeband

Schon von Weitem grüßt die Temnitzkirche. Die Kirche wird inzwischen nur zu Feiertagen auch kirchlich genutzt und ist ansonsten gemeinsam mit dem zu Beginn des 19. Jahrhundert angelegten Gutspark das Zentrum des Theatergeschehens des Dorfes. Die größere der Spielstätten ist der von der Kirche aus schräg abfallende Gutspark. Der Blick fällt in ein kleines Tal mit einer Wiese und dem kleinen Wald. Während wir hier oben stehen, können wir uns das Geschehen um Richard III. sowie sein Gefährten und Widersacher direkt vorstellen - in Gedanken, ein Traum - nun, vielleicht bald Wirklichkeit.

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Video: Kultur erleben zwischen Oranienburg und Rheinsberg

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