Jüdischer Friedhof Potsdam

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Der Jüdische Friedhof in der Landeshauptstadt Potsdam ist der flächengrößte seiner Art in Brandenburg und zählt zu den wenigen Friedhöfen, auf denen bis heute Bestattungen nach jüdischen Regeln stattfinden. Bereits seit 1690 lebten Juden in Potsdam. Ihre Verstorbenen wurden zunächst in Berlin bestattet. Erst im Oktober 1743 erhielten sie die Erlaubnis, einen eigenen Friedhof am heutigen Pfingstberg anzulegen und erhielten dazu von König Friedrich II. ein Grundstück weit außerhalb der Stadt am damaligen Eichberg zur Verfügung gestellt. 
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  • Jüdischer Friedhof Potsdam, Foto: Anke Geißler-Grünberg, Lizenz: Förderverein Jüdischer Friedhof Potsdam
  • Jüdischer Friedhof Potsdam, Foto: Anke Geißler-Grünberg, Lizenz: Förderverein Jüdischer Friedhof Potsdam
Das erste einfache Leichenhaus wurde im Laufe der Zeit durch Neubauten in den Jahren 1856 und 1881 ersetzt. Die bis heute erhaltene Trauerhalle mit Taharahaus sowie das kleine Wohnhaus für den Friedhofsgärtner entstanden in den Jahren 1910 und 1911 nach Entwürfen von Carl Börnstein und Emil Kopp.

In der Pogromnacht des Jahres 1938 wurden die Gebäude schwer beschädigt und verfielen in den darauffolgenden Jahrzehnten zunehmend.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Metallgitter und Metallteile der Grabanlagen eingeschmolzen. Um das Jahr 1942 setzte man die letzten Grabsteine, danach verzichtete man vollständig auf weitere Markierungen. Nach dem Ende des Krieges wurde das Gelände von der städtischen Friedhofsverwaltung und später vom volkseigenen Betrieb Grünanlagen und Bestattungswesen nur unzureichend gepflegt. Das Wohnhaus wurde als Bereitschaftsdienstwohnung genutzt. Die Trauerhalle diente unter anderem als Lagerraum für Parkbänke, Kohle, Holz und Särge der Zivilschutzreserve sowie als privater Keller und Garage.

Im Jahr 1990 übernahm das Amt für Denkmalpflege die Verantwortung für den Friedhof und initiierte ein mehrjähriges Sanierungsprogramm. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die Friedhofsmauer erneuert und die Trauerhalle in ihre ursprüngliche Gestalt zurückgeführt. Die feierliche Wiedereinweihung fand am 30. Juni 1995 statt.

Seit 1999 ist die Friedhofsanlage mit ihren beiden Gebäuden, der Trauerhalle und dem Gärtnerhäuschen, sowie den insgesamt 532 historischen Grabanlagen als UNESCO-Welterbe anerkannt. Sie wird von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam betreut, restauriert und gepflegt.

Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Gründungsjahr des Friedhofs. Die letzte Beisetzung im historischen Teil des Friedhofs fand im Jahr 2003 mit dem aus Potsdam stammenden Holocaust Überlebenden John Gersman statt. Im vierten Beerdigungsabschnitt erinnert ein großer Gedenkstein an die Juden, die zwischen 1933 und 1943 aus Potsdam vertrieben wurden oder ihre Deportation in die Vernichtungslager nicht überlebten. An die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert eine Gedenktafel in der Trauerhalle.
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Der Jüdische Friedhof in der Landeshauptstadt Potsdam ist der flächengrößte seiner Art in Brandenburg und zählt zu den wenigen Friedhöfen, auf denen bis heute Bestattungen nach jüdischen Regeln stattfinden. Bereits seit 1690 lebten Juden in Potsdam. Ihre Verstorbenen wurden zunächst in Berlin bestattet. Erst im Oktober 1743 erhielten sie die Erlaubnis, einen eigenen Friedhof am heutigen Pfingstberg anzulegen und erhielten dazu von König Friedrich II. ein Grundstück weit außerhalb der Stadt am damaligen Eichberg zur Verfügung gestellt. 
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  • Jüdischer Friedhof Potsdam, Foto: Anke Geißler-Grünberg, Lizenz: Förderverein Jüdischer Friedhof Potsdam
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Das erste einfache Leichenhaus wurde im Laufe der Zeit durch Neubauten in den Jahren 1856 und 1881 ersetzt. Die bis heute erhaltene Trauerhalle mit Taharahaus sowie das kleine Wohnhaus für den Friedhofsgärtner entstanden in den Jahren 1910 und 1911 nach Entwürfen von Carl Börnstein und Emil Kopp.

In der Pogromnacht des Jahres 1938 wurden die Gebäude schwer beschädigt und verfielen in den darauffolgenden Jahrzehnten zunehmend.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Metallgitter und Metallteile der Grabanlagen eingeschmolzen. Um das Jahr 1942 setzte man die letzten Grabsteine, danach verzichtete man vollständig auf weitere Markierungen. Nach dem Ende des Krieges wurde das Gelände von der städtischen Friedhofsverwaltung und später vom volkseigenen Betrieb Grünanlagen und Bestattungswesen nur unzureichend gepflegt. Das Wohnhaus wurde als Bereitschaftsdienstwohnung genutzt. Die Trauerhalle diente unter anderem als Lagerraum für Parkbänke, Kohle, Holz und Särge der Zivilschutzreserve sowie als privater Keller und Garage.

Im Jahr 1990 übernahm das Amt für Denkmalpflege die Verantwortung für den Friedhof und initiierte ein mehrjähriges Sanierungsprogramm. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die Friedhofsmauer erneuert und die Trauerhalle in ihre ursprüngliche Gestalt zurückgeführt. Die feierliche Wiedereinweihung fand am 30. Juni 1995 statt.

Seit 1999 ist die Friedhofsanlage mit ihren beiden Gebäuden, der Trauerhalle und dem Gärtnerhäuschen, sowie den insgesamt 532 historischen Grabanlagen als UNESCO-Welterbe anerkannt. Sie wird von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam betreut, restauriert und gepflegt.

Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Gründungsjahr des Friedhofs. Die letzte Beisetzung im historischen Teil des Friedhofs fand im Jahr 2003 mit dem aus Potsdam stammenden Holocaust Überlebenden John Gersman statt. Im vierten Beerdigungsabschnitt erinnert ein großer Gedenkstein an die Juden, die zwischen 1933 und 1943 aus Potsdam vertrieben wurden oder ihre Deportation in die Vernichtungslager nicht überlebten. An die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert eine Gedenktafel in der Trauerhalle.
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