• Daisy Gräfin von Arnim unter einem Apfelbaum im Boitzenburger Land in der Uckermark., Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke
    Ort: Lichtenhain

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Eine Leidenschaft für Äpfel
Die Apfelgräfin Daisy von Arnim

10. August 2015 von Matthias Schäfer

Äpfel sind ihre große Leidenschaft. Genauer gesagt die alten Sorten wie der Prinzenapfel, die an scheinbar endlosen Apfelalleen im Boitzenburger Land wachsen. Nachdem Daisy von Arnim wenige Jahre nach dem Fall der Mauer in die Uckermark gezogen war, verliebte sie sich umgehend in die unberührte Natur, die Weite der Landschaft und die freundlichen Bewohner dort.

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Ob Renette, Boskop oder Grafensteiner – jeder, der mindestens einen Zentner Äpfel hat, kann sie vom Mostmobil des Hauses Lichtenberg in der Uckermark zu köstlichem Saft pressen lassen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

In dem alten Gutshaus in Lichtenhain lebt Daisy von Arnim seit 1995 zusammen mit ihrem Mann Michael. Die Liebe zu den Äpfeln entstand vor vielen Jahren, als die ehemalige Buchhändlerin mit dem Auto eine alte Apfelallee in der Uckermark entlang gefahren war. Während der Fahrt drang durch das offene Fenster ihres Wagens ein permanentes Knacken und Krachen an ihre Ohren, denn der Weg war übersät von herabgefallenen Äpfeln. Es war ein regelrechter Apfelteppich in den Farben dunkelrot bis saftig grün. Und dann kam ihr die zündende Geschäftsidee: Sie wollte die Äpfel zu Saft zu verarbeiten, um diesen anschließend zu verkaufen.

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Äpfel sind die große Leidenschaft von Gräfin Daisy von Arnim vom Haus Lichtenhain in der Uckermark. Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

„Manchmal liegt einem das Glück zu Füßen, man muss es nur aufheben“, sagt Daisy von Arnim. Damit war auch der Grundstock für die Mosterei gelegt. Sie begann mit kleinen Mostmaschinen, Apfelsaft zu pressen. Inzwischen gibt es sogar eine fahrbare Mosterei, mit der im Herbst in den umliegenden Dörfern die reifen Äpfel zu köstlichem süßen Apfelsaft verarbeitet werden können. In der Saison von August bis Anfang November sind es täglich bis zu vier Tonnen. Ob Renette, Boskop oder Grafensteiner – jeder, der mindestens einen Zentner Äpfel hat, kann sie vom Mostmobil, das von Lichtenhain bis zu dreißig Kilometer weit durch die Lande fährt, zu köstlichem Saft pressen lassen. Anfangs stand die zupackende Adlige noch selber an der Maschine. „Aber das können Sie als Frau auf die Dauer nicht leisten. Das ist Knochenarbeit“, erklärt sie und überlässt das Mostmobil heute lieber kräftigen Männern.

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Die Apfelgräfin bittet zu Kaffee und Kuchen

Aus der anfänglichen Idee mit den Äpfeln hat sich im Lauf der Jahre ein schwunghaftes kleines Unternehmen entwickelt. „Nach und nach haben wir dann nach Rezepten aus alten Kochbüchern der Familie weitere Köstlichkeiten aus dem Apfel entwickelt“, erzählt Daisy von Arnim. Und die vielen Äpfel aus der Region werden in vielfältiger Weise verarbeitet. „Wir trocknen, backen und kochen – mal süß, mal deftig, mal zartschmelzend oder herzhaft knackig – mal mit und mal ohne Alkohol oder Schokolade“, erklärt sie. Und sie kombiniert den Apfel mit vielen weiteren Zutaten wie zum Beispiel Nüssen und Holunderblüten. Auf diese Weise entstehen immer neue Apfel-Delikatessen.

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Ein echter Leckerbissen: die Arnim-Thaler. Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

Der kleine Hofladen im Haus Lichtenhain ist prall gefüllt mit köstlichen Apfelprodukten: Pralinen und Konfitüren, Chutneys, getrocknete Äpfel in Schokolade, Liköre sowie Salatdressings und nicht zu vergessen die so genannten „Arnim-Thaler“ – ein spezielles Gebäck nach einem alten Familienrezept. Die unzähligen fruchtigen Delikatessen füllen nicht nur den kleinen Laden vor Ort, sie finden auch den Weg in viele andere Hofläden in Brandenburg und in den preisgekrönten Uckermärker Picknickkorb, den man in Groß Fredenwalde in Empfang nehmen kann.

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Im kleinen Hofladen im Haus Lichtenhain in der Uckermark gibt es viele köstliche Apfelprodukte: unter anderem Konfitüren und Chutneys. Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

Doch damit ist der Apfeltraum der Gräfin noch längst nicht ausgeträumt. Seit einiger Zeit gibt es im Haus Lichtenhain auch ein kleines Apfel-Café mit rund 30 Plätzen. Denn wer will schon den ganzen Weg hierher fahren, nur um zwei Gläser Konfitüre oder Chutney zu kaufen? Nein, viele Besucher möchten gerne ein bisschen länger bleiben und den frisch gebackenen Apfelkuchen probieren, eine gute Tasse Kaffee dazu trinken, den Blick über die Wiese mit dem 120 Jahre alten Kastanienbaum schweifen lassen und darüber alle Alltagssorgen vergessen.

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Neue Bestimmung für den ehemaligen Dorfkonsum in Lichtenhain: umgebaut zum Apfel-Café. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Information

Der Hofladen im Gutshaus Lichtenhain in der Uckermark ist von April bis November von Montag bis Sonnabend zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Das Apfel-Café hat montags bis sonnabends zwischen 13 bis 18 Uhr offen. www.die-apfelgraefin.de oder www.haus-lichtenhain.de.

 

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