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  • Blick auf das Pegelhaus von Ratzdorf, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer Blick auf das Pegelhaus von Ratzdorf, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer
    Ort: Rathsdorf

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Ratzdorf zwischen Michael Jackson und Nostalgie-Kajüte

11. Mai 2010 von Katja

Kein anderer Brandenburger Ort hat es in den vergangenen Wochen so häufig in die Tagesschau, das Heute-Journal und die Nachrichten der anderen Sender geschafft wie das kleine Ratzdorf. Oft gebührte dem 300-Seelen-Ort sogar die Spitzenmeldung. Das Hochwasser der Oder machte es möglich. Da konzentrierte sich die Aufmerksamkeit eben auf die südlichste deutsche Gemeinde am unberechenbaren Fluss, um die Lage und die Prognosen für den weiteren Verlauf zu analysieren. Im Mittelpunkt stand dabei das kleine Pegelhäuschen mit der elektronischen Anzeige des aktuellen Wasserstandes. Zu Pfingsten war es vollständig von der Oder eingeschlossen gewesen.

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Das Pegelhaus in Ratzdorf Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Beim Ausflug in das berühmte Dorf gehört natürlich ein Foto von der nun wieder zugänglichen Berühmtheit zum Pflichtprogramm. Doch der Ort hat noch viel mehr für Besucher zu bieten. Da gibt es sogar eine kleine Kuriosität. Denn welcher Ort besitzt schon einen Michael-Jackson-Spielplatz? In Ratzdorf aber weisen mehrere Schilder auf das Gelände mit Wippen, Schaukeln und Klettergeräten hin. Der Pop-Star hatte nach der Oderflut im Sommer 1997, die unweit von Ratzdorf in der Ziltendorfer Niederung den Deich zerstörte, spontan 32 000 Mark für den „Kindergarten in Ratzdorf“ gespendet.

Allerdings konnte er nicht wissen, dass es im Dorf gar keine Kita gab. Doch die Gemeindevertreter wollten die Spende nicht verfallen lassen und zauberten kurzerhand das Projekt eines Spielplatzes aus dem Ärmel. Dank der Jackson-Summe und weiterer Spender kann nun Ratzdorf seinen Besuchern einen tollen Spielplatz bieten.

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Michael-Jackson-Spielplatz Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Die meisten Gäste kommen mit dem Fahrrad an, gehört doch der Oder-Neiße-Radweg zu den beliebtesten Fernradwegen. Vom Deich aus kann der Zusammenfluss der beiden Flüsse gut verfolgt werden. Die Säulen in den deutschen und polnischen Staatsfarben signalisieren die heute durchgängig offene Grenze.

Zur gemütlichen Einkehr empfiehlt sich die Gaststätte „Zur Kajüte“. Aus den Fenstern und vom Biergarten blickt der Gast auf das Pegelhäuschen. Das Haus nennt sich auf den Veranstaltungsflyer „Gast- und Tanzwirtschaft“. Was sich antiquiert anhört, ist genau beabsichtigt. Hier können die Hungrigen und Durstigen an alten Holztischen und auf bequemen Sofas sitzen. Die Musik kommt nicht etwa aus dem CD-Spieler, sondern vom Plattenspieler. Bei meinem Besuch versetzte Leonard Cohen mit seiner tiefen, rauen und melancholischen Stimme die Gäste sofort in gute Laune. Die junge Bedienung war ausgesprochen freundlich. Das lag nicht zuletzt an den ungewöhnlichen Geschichten des Chefs dieses schon vor 183 Jahren ins Leben gerufenen Etablissements. Dabei machte er es immer richtig spannend. Er erzählte der Kellnerin in den Pausen zwischen Bestellungsaufnahme und Bedienung immer nur einen Happen, um sie dann auf die Fortsetzung zu vertrösten. Da spielte es keine Rolle, dass der halbe Gastraum mit Anteil nahm.

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Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Nebenbei konnte schon mal der Veranstaltungskalender der „Kajüte“ studiert werden. Da tritt am 18. Juni die Bolschewistische Kurkappelle auf, am 23. Juli folgt ebenfalls um 21 Uhr ein internationales Songwriterduo und am 21. August steigt ab 20 Uhr der Sommernachtsball mit Musik der 20er, 30er und 40er Jahre. Ratzdorf lohnt sich also, nicht nur zum Hochwassergucken.

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Das muss man in Ratzdorf erleben


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