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  • Filmplakate an der Kulturscheune des Eibenhofs,
        
    

        
            Foto: Film ohne Grenzen e.V. Filmplakate an der Kulturscheune des Eibenhofs, Foto: Film ohne Grenzen e.V.
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Grenzenloses Filmvergnügen in Bad Saarow Beim internationalen Festival „Film ohne Grenzen“ wird eine Reithalle zum Kinosaal

14. September 2020 von Matthias Schäfer

Venedig hat die „Biennale“, Cannes das internationale Filmfestival, Berlin die „Berlinale“ – und Brandenburg? In dem Land rund um die Bundeshauptstadt herum gibt es gleich mehrere: das Filmfest „Provinziale“ in Eberswalde oder das 1991 gegründete FilmFestival Cottbus, das als führendes Festival des osteuropäischen Films gilt – um nur einige Filmfestivals zu nennen. Und beim internationalen Festival „Film ohne Grenzen“ in Bad Saarow kann man zwischendurch sogar in den See springen.

Nur eine schmale Straße führt hier her, die links und rechts von niedrigen Bäumen begrenzt ist. Dahinter idyllisch gelegen zwischen üppigen Blumenbeeten und leicht versteckt stehen kleine Häuser. Dann auf einmal teilt sich der Weg mit dem Namen „Alte Eichen“ und bildet einen winzigen Dorfanger bevor ich vor dem Eingang des Eibenhofs stehe: ein salbeigrünes Holztor, eingefasst von zwei aus roten Ziegelsteinen gemauerten Türmchen mit integrierter Kerzenbeleuchtung. Ab hier wird die Straße zu einem befestigten Weg aus feinem hellen Kies, der in einem Kreis vor dem Herrenhaus endet. 

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Reif für die Insel

Ich stehe nun auf dem Eibenhof, rings um mich herum ist alles grün. Aber von oben betrachtet befinde ich mich gerade auf einer Halbinsel, die wie ein lang gestreckter Finger in den Scharmützelsee hineinragt. Was ich mir im diesem Moment zwischen Pferden, Ställen und saftigen Wiesen nur schwer vorstellen kann: dass sich das Areal einmal im Jahr zum Gelände des Festivals „Film ohne Grenzen“ verwandelt. In diesem Moment möchte ich am liebsten gleich Urlaub machen und in die Ferienwohnung der Remise, ins Haus am See oder in das Feldsteinhaus neben dem Reitstall einziehen.

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Brandenburg-Premieren in Bad Saarow

„Das Festival lebt sehr stark von diesem wunderbaren Ort“, sagt Susanne Suermondt, eine der Organisatorinnen und Vorsitzende des Vereins „Film ohne Grenzen“ e.V. „Das Großartige ist, dass wir mit diesem Festival internationale Filme nach Brandenburg bringen.“ Manchmal sind darunter sogar Filme, die vor dem Kinostart gezeigt werden und in Bad Saarow ihre Brandenburg-Premiere feiern. Wer jetzt denkt, dass sich auf diesem Filmfest nur Gäste aus dem nahen Berlin tummeln, der irrt. Dass auch zahlreiche Menschen in Brandenburg filmaffin sind, sieht man während des viertägigen Festivals an den Autokennzeichen aus der umliegenden Region.

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Kino in der Kulturscheune mit Badestelle

Auch die Filmschaffenden lieben diese zauberhafte Atmosphäre und den unmittelbaren Austausch mit den Gästen auf dem Eibenhof. „Bei uns sitzen Schauspielerinnen und Regisseure an langen Biertischen: ob Volker Schlöndorff, Wolfgang Kohlhase oder Margarethe von Trotta – die kommen einfach, ohne dass wir uns groß um sie bemühen müssen“, sagt Susanne Suermondt mit ein wenig Stolz. Die deutschen Film-Promis, die sich hier sehen lassen, mögen es einfach, mal in einem ganz normalen Rahmen zusammenzukommen und auch so behandelt zu werden. So reisen einige von ihnen gleich mit der ganzen Familie an, weil sie die entspannte Atmosphäre im spätsommerlichen Bad Saarow schätzen und wo man zwischen den Filmvorführungen auch mal in den See springen kann. Schließlich liegt die Kulturscheune, in der die Filme gezeigt werden, direkt am Scharmützelsee – mit einladender Wiese zum hinfläzen und Feuerschale für den lauschigen Abend. Hier lässt es sich vortrefflich relaxen und über die gesehenen Filme bei Sonnenuntergang angeregt diskutieren.

Begonnen hatte alles im Jahr 2013. In jenem Jahr fand das Festival „Film ohne Grenzen“ zum ersten Mal in Bad Saarow statt. „ Der Titel ist Programm, denn wir wollen mit den gezeigten Filmen aus aller Welt die Grenzen in den Köpfen der Menschen niederreißen“, erklärt Susanne Suermondt. Vorbild war ein Festival in Italien, das es von 2008 bis 2013 in Rom und später in der Kleinstadt Spoleto gab. Es hatte den Titel „Senza frontiere – Without Borders“. Auch die Macherinnen dieses Festivals wollten guten Filmen, die es meist nicht auf die große Leinwand schaffen, ein Forum bieten.

Jedes Festivaljahr in Bad Saarow steht zudem unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr heißt es „Mut“ nach „Anstand“ im vergangenen Jahr. „Wir versuchen damit einen Hauch von Zeitgeist, Stimmungen und Gefühlen abzubilden. Wir wollen damit erfahren, was die Menschen gerade umtreibt. Natürlich sind diese Themen oft polarisierend, aber die Diskussion darüber wollen wir ja gerade führen“, erklärt Susanne Suermondt.

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Kurkuma meets Bratwurst

Eine weitere Besonderheit des Festivals ist, dass hier keine Filmpreise verliehen werden. Und einen roten Teppich, wo die Gäste empfangen werden, sucht man vergeblich. „Die persönliche Begegnung mit den Filmschaffenden steht bei uns im Vordergrund.“, erklärt Susanne Suermondt. Bei so viel Natur und frischer Luft werden die Gäste natürlich hungrig. Deshalb wird zwischen internationalen Art-House-Filmen auch internationale Küche kredenzt – gekocht von Jugendlichen aus Heimen für Geflüchtete aus der Umgebung von Bad Saarow. „Denn wir verfolgen mit unserem Festival auch immer soziale Gedanken“, erklärt sie. So wird es neben der guten Bratwurst ebenso kulinarische Köstlichkeiten aus Syrien geben. „Auch beim Essen kennen wir geschmacklich keine Grenzen – getreu dem Motto: Kurkuma meets Bratwurst.“

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  • Filmfestival Film ohne Grenzen in Bad Saarow, Foto: Film ohne Grenzen e.V./Stefan Lengsfeld
  • Filmfestival Film ohne Grenzen in Bad Saarow, Foto: Film ohne Grenzen e.V.
  • Filmplakate an der Kulturscheune des Eibenhofs, Foto: Film ohne Grenzen e.V.
  • Filmfestival Film ohne Grenzen in Bad Saarow, Foto: Film ohne Grenzen e.V./André Wunstorf

„Wir versuchen in jedem Jahr auch immer einen Bezug zu Brandenburg herzustellen“, sagt Susanne Suermondt. So lief im vergangenen Jahr zum Beispiel der Film „Das schweigende Klassenzimmer“, der in großen Teilen in Eisenhüttenstadt gedreht worden ist. Doch warum findet das Festival eigentlich gerade in Bad Saarow statt, frage ich mich? Die Antwort liegt in der Vergangenheit und hängt eng mit der Entstehung des Ortes zusammen.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts träumten die ehemaligen Rittergüter Saarow und Pieskow zu Zeiten von Theodor Fontane noch vor sich hin: „Wirklich in Saarow war nicht viel, und als ich mich genugsam davon überzeugt hatte, hielt ich mich auf den See zu“, schrieb er in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Aufwärts ging es erst, als auf dem Scharmützelsee eine regelmäßige Schiffsverbindung eingerichtet wurde, 1911 ein Anschluss ans Bahnnetz nach Berlin geschaffen wurde und die Thermalsole des heutigen Moorheilbades entdeckt worden war. So erhielt der Ort erst 1923 den heutigen Namen Bad Saarow.

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  • Historische Badeanstalt Bad Saarow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
  • Seebrücke am Scharmützelsee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
  • Maxim-Gorki-Haus in Bad Saarow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

In den goldenen 1920er-Jahren zog es dann immer mehr Künstler und Dichter sowie damalige Filmschaffende in das Kleinod am Scharmützelsee mit seinen waldreichen Grundstücken. Darunter waren Größen wie der Regisseur Ernst Lubitsch oder Dichter wie Maxim Gorki. Sie alle erlagen dem Charme von Bad Saarow und verbrachten weit ab von Berlin viele erholsame Tage. „Und so lag es auf der Hand, das Festival hier anzusiedeln. Ich wollte kein weiteres Stadtfilm-Festival auf die Beine stellen, sondern hatte die Vorstellung von einem etwas verträumten Country-Festival am Wasser“, erzählt Susanne Suermondt.

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Der Eibenhof – Kulturstätte mit Tradition

Auch der Eibenhof selbst kann auf eine kulturelle Tradition zurückblicken. Schon zu DDR-Zeiten war er ein Treffpunkt für Kulturschaffende. So nutzte der Kulturbund der DDR von 1949 bis 1990 den Eibenhof als Seminar- und Tagungsort. Und auch in den 1920er-Jahren war der Eibenhof bereits ein Treffpunkt namhafter Künstlerinnen und Künstler aus Berlin. Seit 2005 ist das Gelände ein Wohn-, Arbeits- und Ferienort für verschiedene Familien. 2012 eröffnete die dortige Kulturscheune, die eigentlich mal als Reithalle gedacht war, für kulturelle Veranstaltungen. Das „Theater am Rand“ aus dem Oderbruch gastierte schon oder die „Brandenburgischen Sommerkonzerte“.

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  • Kinoplakat an der Kulturscheune des Eibenhofs, Foto: Film ohne Grenzen e.V.
  • Kino Cinema Bad Saarow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
  • Kino Cinema Bad Saarow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
  • Badestrand am Scharmützelsee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Ebenso zur Tradition geworden ist, dass es jedes Jahr beim Festival „Film ohne Grenzen“ ein spezielles Programm für Jugendliche gibt. Zu den Schulkino-Veranstaltungen sind rund 180 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Oder-Spree eingeladen. Gezeigt werden zwei Filme, die erstmals von einer Jury aus Schülerinnen und Schülern der Maxim-Gorki-Schule Bad Saarow ausgewählt worden sind. Eine Woche lang sahen sie im neuen „Cinema Bad Saarow“ Filme für Jugendliche. „Es freut mich übrigens sehr, dass es seit Anfang des Jahres dieses kleine Kino in den neuen Kolonnaden von Bad Saarow gibt“, sagt Susanne Suermondt: „Unser Plan ist, im nächsten Jahr noch enger mit dem ,Cinema‘ zusammenzuarbeiten.“

Nach vier Tagen Festivaltrubel, unzähligen Gesprächen und gutem Essen kehrt die Ruhe auf den weitläufigen Eibenhof wieder zurück. Dann sind die Pferde, das Herrenhaus und die saftigen Wiesen wieder die Hauptdarsteller. Doch schon wenige Tage danach beginnt die „Sehnsucht“ nach einem weiteren Filmfest, womit das Motto fürs nächste Jahr schon verraten wäre.

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Weitere Informationen

Anreise per Bahn stündlich mit dem Regionalexpress von Berlin in Richtung Frankfurt (Oder), umsteigen in Fürstenwalde (Spree) in die Regionalbahn bis Bad Saarow.

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