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  • Skulpturenpark Schwante,
        
    

        Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer Skulpturenpark Schwante, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Schwante

Große Kunst zwischen alten Apfelbäumen In Schwante verschmelzen Skulpturen mit der Natur

Glitzernde Blüten und Gräser aus Aluminium, rostbraune Stahlplatten in einem Wäldchen, eine acht Meter hohe Säule aus Bronze-Muscheln oder eine vom chinesischen Künstler Ai Weiwei gestaltete Fahne – das sind nur ein paar der insgesamt 30 Werke, die seit 2019 im Skulpturenpark von Schlossgut Schwante ausgestellt sind. Geschaffen wurde er von dem in der Kunstbranche tätigen Paar Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel.

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Tierische Idylle und große Kunst vor Schloss Schwante: Die acht Meter hohe Säule aus Bronzetellern stammt vom Künstler Gregor Hildebrandt. Skulpturenpark Schwante mit Schloss, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Funkelnde Aluminium-Blumen und eine Flagge von Ai Weiwei

Schwante ist ein kleines Dorf, das nordöstlich von Berlin etwa auf halbem Weg nach Neuruppin liegt. Ich stehe mitten im Ortskern an der Kremmener Chaussee, wo es links ab geht in den schmalen Schlossweg, der teilweise noch aus Kopfsteinpflaster besteht. Ich muss kurz vor meinem Ziel sein, dem Skulpturenpark. Im nächsten Moment erblicke ich ein grünes Schild, das mir den Weg zum Schlossgut Schwante weist.

Nun sind es nur noch wenige Meter bis zum Eingang des Skulpturenparks. Mehrere Wegweiser führen mich um ein paar Ecken herum zu einem Seitengebäude, in dem in zwei Räumen ein kleiner, feiner Hofladen eingerichtet ist. Hier erhalte ich die Tickets, der mit zwölf Euro pro Person zwar nicht gerade günstig, aber – und das sei an dieser Stelle schon vorweg genommen – völlig angemessen ist. Schließlich werde ich gleich eine Open-Air-Galerie der ganz besonderen Art betreten, in der Werke von international tätigen Künstlerinnen und Künstlern ausgestellt sind.

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Gleich hinter dem großzügig angelegten Freiluft-Restaurant passiere ich ein eisernes Drehkreuz. Dahinter erstreckt sich eine weite, saftig grüne Wiese, die begrenzt wird von alten Apfelbäumen. Wege gibt es hier keine, nur manchmal sind sie angedeutet durch das teilweise gemähte Gras. Gleich neben dem Eingang steht eine Fahnenstange, die ich zunächst ignoriere. Doch als ich lese, dass die oben wehende Flagge, auf der ein weißer, gepunkteter Fußabdruck abgebildet ist, von Ai Weiwei gestaltet wurde, schaue ich mir diese genauer an. Der chinesische Künstler und Regimekritiker hat sie im Jahr 2018 anlässlich des 70. Jahrestages der Vereinten Nationen (UN) geschaffen – der Weltorganisation, die für die Durchsetzung der Menschenrechte steht. Deshalb ist die Flagge auch in den hellblauen Farben der UN gehalten. Der Fuß soll stellvertretend für den Menschen und die weltweite Migration stehen, so die Botschaft des Künstlers.

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Schloss im Skulpturenpark Schwante Schloss im Skulpturenpark Schwante, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Glitzernde Blätter und Blumen aus Aluminium

Im Skulpturenpark gibt es keine bestimmte Laufrichtung. Alle Werke stehen mehr oder weniger gleichmäßig verteilt und mit gebührendem Abstand voneinander entfernt. Doch von einem Objekt werde ich gleich zu Beginn angezogen. Es glitzert schon von weitem zu mir herüber, weil die Sonne in einem besonders günstigen Winkel darauf scheint. Noch weiß ich nicht genau, was mich erwartet. Erst als ich direkt davor stehe erkenne ich, dass es sich um Blüten, Blätter und Gräser handelt. Das Besondere daran: Sie alle sind aus Aluminium gemacht. Es handelt sich dabei um eine Arbeit des japanischen Künstlers Toshihiko Mitsuya aus dem Jahr 2020. Je länger ich um dieses künstliche Beet streife, umso mehr neue Formen und Perspektiven erkenne ich. Mir fällt es sichtlich schwer weiterzugehen – so sehr zieht mich „The Aluminium Garden“ in seinen Bann.

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Skulpturenpark Schwante Aluminium-Garten Skulpturenpark Schwante Aluminium-Garten, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Skulpturen greifen natürliche Formen auf

Während ich mich langsam von dem funkelnden Beet verabschiede und weiter spaziere, kommt mir nach wenigen Metern ein kleiner Junge entgegen. Er ist ebenso wie ich fasziniert von den großen und kleinen Kunstwerken, die sich harmonisch in die Landschaft des weitläufigen Parks fügen. „Ich will von jeder Skulptur ein Foto machen“, sagt er aufgeregt zu mir im Vorübergehen – „denn ich liebe Kunst“, und bringt die Kamera seines Smartphones in Stellung, um den richtigen Winkel zu bekommen. So schnell wie der Junge zwischen den teils hohen blühenden Wiesen aufgetaucht ist und die Aluminium-Statue „Slave“ (Sklave) abgelichtet hat, ist er auch schon wieder verschwunden und knipst das nächste Werk.

Ich schaue mir die Statue „Slave“ zwischen den Apfelbäumen noch etwas genauer an und stelle nach kurzer Zeit fest, dass die Struktur der Skulptur des britischen Künstlers Toby Ziegler verblüffend dem Baumstamm davor ähnelt. Absicht oder Zufall, frage ich mich? Auskunft darüber gibt mir ein kleines Begleitheft, das ich mir an der Kasse zuvor besorgt hatte. Darin lese ich, dass das Motto des Skulpturenparks „Kunst und Natur“ ist und dass die „Kunst in Dialog mit der Natur“ tritt. Damit ist für mich klar, dass dahinter eine klare Absicht steckt. Außerdem erfahre ich aus dem Heft, dass der deutsch-französische Künstler Hans Arp in den 1920er-Jahren einer der ersten war, der Formen geschaffen hat, die in der Natur aufgehen und mit ihr verschmelzen. Von ihm steht in Schwante eine im Jahr 1958 geschaffene Bronze-Skulptur.

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Immer wieder neue reizvolle Blickwinkel

Für einen Moment bleibe ich still stehen und schaue mich um. Mal sehen, wo es mich als nächstes hinzieht. Da entdecke ich eine violette Skulptur am Waldrand, die in diesem Moment von der Sonne angestrahlt wird. Davor wehen ein paar hellbraune Grasbüschel im Wind. Besonders spannend an diesem Werk von Angela Bulloch ist, dass es jedes Mal etwas anders aussieht – je nachdem, von welcher Seite ich die übereinander gestapelten Rauten aus verzinktem Stahl betrachte.

Nicht nur durch Perspektivwechsel erscheint dasselbe Kunstwerk immer wieder anders und neu. Das Prinzip lässt sich auch auf andere Objekte sowie die gesamte Open-Air-Galerie übertragen. Das große Rad von Jay Gard zum Beispiel wirkt – je nach Sonnenstand – jedes Mal in einem anderen Licht. Ebenso das Aluminium-Blumenfeld veränderte sich und wuchs im Sommer 2021stetig. Denn der Künstler Toshihiko Mitsuya hatte jede Woche ein bis zwei neue Blumenskulpturen „dazu gepflanzt“.

Reizvoll beleuchtet wurde während meines Besuchs auch die Skulptur von Carsten Nicolai mit dem Titel „Echo“. Der Künstler, 1965 geboren in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), lebt und arbeitet heute in Berlin.

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Ein Schloss – eingebettet zwischen Kunst und Natur

Während meines Rundgangs durch den Park lässt sich immer wieder das Schlossgebäude blicken, in dem Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel zusammen mit ihren beiden Kindern leben. Doch das Schloss, das eigentlich ein Gutshof ist – ist nie der Hauptakteur im Park. Meist steht die Kunst im Vordergrund wie beispielsweise das Werk des amerikanischen Künstlers George Rickey mit seinen drei hintereinander gereihten und auf der Spitze stehenden Edelstahlplatten. Mal sind es aber auch die prall reifen Früchte der Apfelbäume und Quittensträucher, dann die elegant im Wind wehenden Zweige der Trauerweiden oder aber die grasenden und frei umher laufende Ponys.

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Nach rund zwei Stunden lasse ich mich auf einem der Liegestühle eines Rondells nieder, schließe meine Augen und höre einfach dem Rauschen der Wasserfontäne zu. Das Schöne am Skulpturenpark Schwante ist, dass man ihn auch einfach als Park zum Spazierengehen nutzen kann, weil er immer wieder neue reizvolle Blickwinkel bietet. Wer sich nicht näher mit den einzelnen Kunstwerken beschäftigen möchte, wird hier trotzdem einen erlebnisreichen Tag verbringen können. Denn neben ihrer jeweiligen Botschaft und Aussage haben alle Skulpturen in jedem Fall ebenso ein dekoratives Element, was den Zugang zu ihnen auch jedem Kunstlaien leicht macht.

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Skulpturenpark Schwante Biergarten Skulpturenpark Schwante Biergarten, Foto: TMB Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Wer sich im Freiluft-Restaurant am Backsteinhaus stärken möchte, findet hier eine kleine, aber feine Karte mit Speisen vor. Es gibt Salate, etwas Warmes wie zum Beispiel Flammkuchen und selbst gebackene Kuchen – die sich die Gäste am Tresen der Gartenküche holen können. Einen Snack auf die Hand kann man sich aber auch bei der traditionsreichen Bäckerei Plentz besorgen, die sich in Schwante befindet. Gebacken wird dort in einem Holzbackofen ein umfangreiches Angebot an Broten, Brötchen und Kuchen und dass in der fünften Generation seit 1877.

Weitere Informationen: Der Skulpturenpark Schwante ist von Mitte April bis Mitte Oktober jeweils Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen gibt es immer samstags um 14 Uhr. Darüber hinaus finden während der Saison zahlreiche kulturelle Veranstaltungen auf dem Gelände statt.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Von Berlin aus mit der S-Bahnlinie S 25 bis Hennigsdorf, weiter mit der Regionalbahn RB 55 Richtung Kremmen bis Station Schwante

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