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  • Stechlinsee im Ruppiner Seenland,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Stechlinsee im Ruppiner Seenland, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Rheinsberg
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TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Fontane 200 Mit dem Rad von Gransee über Menz, Neuglobsow und den Stechlinsee nach Rheinsberg

10. Juni 2019 von Matthias Schäfer

Um ein Bad im sagenumwobenen Stechlinsee nehmen zu können, muss man etwas Zeit einplanen. Denn der Stechlinsee liegt ganz im Norden Brandenburgs, fast an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Vom Berliner Stadtzentrum bis hier her sind es rund 90 Kilometer. Dank des Dichters Theodor Fontane ist er wohl der bekannteste See des Landes und zugleich einer der spektakulärsten. Mit bis zu 70 Metern Tiefe und seiner einzigartigen Lage inmitten eines Buchenwaldes ist er der schönste Klarwassersee Norddeutschlands. Auch bei Tauchern ist er beliebt, schließlich lässt der Stechlin mit einer Sichttiefe von rund elf Metern besonders tief blicken.

Doch der Reihe nach! Wie einst Fontane mache ich zunächst Station in Gransee. Rund 50 Minuten benötigt der Regionalexpress bis hier her. Sofort nach dem Aussteigen fällt mein Blick auf die Türme der Marienkirche, die schon von Weitem sichtbar sind und immer mal wieder durch die Giebel der historischen Altstadt lugen. Fontane hat das Gotteshaus in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ in einem eigenen Kapitel über Gransee ausführlich beschrieben.

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Schinkelplatz in Gransee Gransee Schinkelplatz, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Geplant wurde die heute 5.200 Einwohner zählende Stadt mit ihren rechtwicklig angeordneten Straßen auf dem Reißbrett. Umgeben ist sie von einer Anfang des 14. Jahrhunderts errichteten, fast ringförmigen und zu 80 Prozent noch erhaltenen Stadtmauer mit 35 Wiekhäusern und Toren wie dem Ruppiner Tor, dessen Turm man sogar besteigen kann (den Schlüssel gibt es im schräg gegenüberliegenden Heimatmuseum).

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Stadtkirche St. Marien in Gransee Stadtkirche St. Marien Gransee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
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Meine erste Etappe zeichnet sich bereits von oben von der Spitze des Stadttores ab, die mich an zahlreichen Spargelfeldern entlang zunächst ins 17 Kilometer entfernte Menz führt. Von Gransee folge ich dem Stechlinsee-Radweg, der dem Verlauf der ehemaligen Bahnstrecke entspricht. Unterwegs lese ich einen Hinweis zum „Strittmatter-Gedenkort Dollgow“, den ich aber heute links liegen lasse. Kurz vor Menz, im historischen alten Bahnhofsgebäude gibt es eine Tankstelle für E-Bikes. An der Radstation können aber auch alle herkömmlichen Räder aufgepumpt oder kleine Reparaturen durchgeführt werden.

In Menz angekommen ruhe ich mich in einem kleinen Park unter hohen Bäumen ganz in der Nähe des NaturParkHauses Stechlin aus und genieße die Stille. Dann lese ich den Hinweis zum Café „Bric à Brac“, einem kleinen Bistro mit französischem Charme, in dem ich eine Quiche Lorraine verspeise, um danach gestärkt weiter zum Stechlinsee zu radeln. Wer jedoch länger bleiben möchte, findet ein romantisches Quartier im Künstlerhof Roofensee in Menz.

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Das Ruppiner Tor in Gransee Ruppiner Tor Gransee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Von Gransee nach Menz

Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Stechlinsee. Ich fahre weiter über Stechlinsee-Radweg auf der ehemaligen Trasse der Stechlinsee-Kleinbahn in Richtung Neuglobsow. Nach rund drei Kilometern erreiche ich zunächst den Ort Dagow am Dagower See. Die einst mittelalterliche Siedlung wurde erst mit Gründung der Glashütte Neuglobsow Mitte des 18. Jahrhunderts neu besiedelt. Auf dem kleinen historischen Dagower Friedhof sind bis heute die Grabstellen von Familienmitgliedern der früheren Hüttenbesitzer zu finden, darunter das Grabgewölbe „Metas Ruh“ seiner Gattin, das in Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ erwähnt wird.

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Fontanehaus in Neuglobsow am Stechlinsee Fontanehaus in Neuglobsow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Von Dagow nach Neuglobsow

Gleich um die Ecke liegt der heutige Urlaubsort Neuglobsow. Schon vom Jahr 1900 an entdeckten Künstlerinnen und Künstler sowie wohlhabene Berlinerinnen und Berliner das Dorf als „Sommerfrische“. Die zahlreichen Häuser aus dieser Zeit prägen bis heute das Dorfbild. Gefördert wurde diese Entwicklung mit der von 1930 bis 1945 betriebenen Kleinbahn, die Wander- und Wochenend-Touristen von Gransee nach Neuglobsow brachte.

Auch heute ist die Kunst im Ort sichtbar, wie zum Beispiel auf der „Lästerbank“ am Ortsende. Von dieser Bank unweit des Stechlinsees hat man einen guten Ausblick auf die Dorfpromenade. Das wussten schon früher die älteren Damen von Neuglobsow, die dort regelmäßig Platz nahmen, um sich über Neuigkeiten auszutauschen – oder anders gesagt zu „lästern“. Die damals benachbarte HO-Kaufhalle begünstigte diese Treffen. Die „Tratsche“, die heute dort noch immer sitzt wurde vom Künstler Wolfgang Schmolke geschaffen und ist eine Leihgabe an den Heimatverein Neuglobsow/Dagow.

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Baden bei Sonnenuntergang im Stechlinsee Badende im Stechlinsee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Wolfgang Ehn

Hier am Stechlinsee befinde mich mitten in Brandenburgs zweitgrößtem Naturschutzgebiet, das es bereits seit 1938 gibt. Es ist geprägt durch großräumige Buchenwälder mit eingelagerten Mooren. Inmitten dieses Areals liegt der 425 Hektar große Stechlinsee. Er ist der größte Klarwassersee in der norddeutschen Tiefebene. Theodor Fontane widmet übrigens dem Menzer Forst und dem Stechlinsee im Band „Die Grafschaft Ruppin“ seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein eigenes Kapitel. Er schwärmt darin vom Großen Stechlinsee. Außerdem hat Fontane mit seinem Roman „Der Stechlin“ den Namen des Sees in die Welt getragen. Für dieses letzte Werk war der See Namensgeber und die Landschaft drumherum der Handlungsort.

Autos sind in Neuglobsow übrigens weitgehend verband. Dafür gibt es ausreichend Parkplätze am Ortsrand. Wer kostenlos parken möchte, stellt seinen Wagen schon in Dagow ab und geht den letzten Kilometer zu Fuß zum Stechlinsee. Aber ich habe ja zum Glück freie Fahrt mit meinem Rad.

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Spaziergang durch das autofreie Neuglobsow Spaziergang durch Neuglobsow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Wolfgang Ehn

Eines der ältesten Gebäude von Neuglobsow ist das „Fontanehaus“, in dem zur Hochzeit des Hüttenbetriebes eine Gaststätte zu finden war, wo es kühles Bier und kräftigen Branntwein gab. Auch Theodor Fontane soll hier mehrfach ein Quartier bezogen haben, letztmals im Jahr 1893. Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Glasöfen schon nicht mehr in Betrieb. Die Glasmacher zogen fort und die ersten Sommergäste kamen, angelockt durch Fontanes Schilderungen vom sagenumwobenen Stechlinsee. Wer mehr über die kurze Blütezeit der Glashütte Neuglobsow erfahren möchte, besucht das kleine Museum an der Stechlinseestraße, in dem auch die Tourist-Information zu finden ist. Hier im „Glasmacherhaus“ dreht sich alles um das typisch grüne Gebrauchsglas, das bis 1882 im Ort produziert worden ist.

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Boote auf dem Stechlinsee Boote auf dem Stechlinsee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Geheimnisvoller Stechlinsee

Und dann liegt er endlich vor mir: der Stechlinsee – grünblaues, klares Wasser lädt mich sofort dazu ein, mich abzukühlen und hineinzuspringen. Mit Fontanes Worten klang das in seinen „Wanderungen“ damals so: „…so ging das Geplauder, als plötzlich, zwischen den Stämmen hin, eine weite Wasserfläche sichtbar wurde, darauf hell und blendend fast die späte Nachmittagssonne flimmerte – das ist der Stechlin. Da lag er vor uns, der buchtenreiche See, geheimnisvoll, einem Stummen gleich, des es zu sprechen drängt. […] Und nun setzten wir uns an den Rand eines Vorsprunges und horchten auf die Stille. Die blieb, wie sie war: kein Boot, kein Vogel, auch kein Gewölk. Nur Grün und Blau und Sonne.“

Ich suche mir eine ruhigere Stelle im Buchenwald, etwas abseits von der offiziellen Badestrand gelegen. Nach dem Baden bekomme ich meistens Appetit auf etwas Herzhaftes. Wie gut, dass nicht weit von hier der Fischimbiss von Ulrike Böttcher liegt, wo jeden Tag außer an Montagen fangfrischer Fisch aus dem Stechlinsee auf die Teller kommt. In der Gaststätte mit Selbstbedienung gibt es je nach Jahreszeit unter anderem Schlei, Hering, Hecht und Barsch. Eine ganz besondere Fischart ist übrigens die Fontane-Maräne, die ausschließlich im Stechlinsee vorkommt.

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Bunte Köder an der Fischgaststätte in Neuglobsow am Stechlinsee Fischgaststätte Neuglobsow Stechlinsee, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Nach dieser leckeren Fischmahlzeit schwinge ich mich wieder auf mein Rad und umrunde den Stechlinsee noch eine kurze Zeit an seinem südwestlichen Ende durch den kühlenden Buchenwald, bevor ich nach rund 15 Kilometern mein Ziel Rheinsberg erreiche.

 

Weitere Informationen:

Gesamtlänge der Radtour: rund 36 Kilometer

An- und Abreise mit der Bahn: Mit dem Regionalexpress geht es stündlich ab Berlin Hauptbahnhof in rund 50 Minuten nach Gransee. Von Rheinsberg fahren die Züge der Regionalbahn über Löwenberg zurück nach Berlin-Gesundbrunnen

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