• Radwanderweg Stille Pauline, Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Matthias Fricke
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Die Stille Pauline

Mit dem Rad auf der ehemaligen Bahntrasse von Paulinenaue nach Neuruppin

04. Mai 2026 von Matthias Fricke

Wo bis Mitte der 90er Jahre noch schwere Güterzüge durch die Brandenburger Ebene ratterten, hat sich etwas Besonderes entwickelt: Die „Stille Pauline" ist ein Radweg, der von Paulinenaue nach Neuruppin größtenteils auf der ehemaligen Nebenbahn verläuft und dazu einlädt, die weite Landschaft des Havelländischen Luchs und des Oberen Rhinluchs in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen. 

Feinster Asphalt, kaum spürbare Steigungen und eine nahezu schnurgerade Trasse: Schönere Bedingungen für einen entspannten Ausflug mit dem Rad lassen sich kaum vorstellen.  Die glatte, ebene Strecke eignet sich hervorragend auch zum Inlineskaten oder für die Kleinen auf dem Kinderroller. Ein echter Familienweg, auf dem jeder in seinem eigenen Tempo unterwegs sein kann.

Die historische Strecke stellte ab Ende des 19. Jahrhunderts den ersten Bahnanschluss Neuruppins an die wirtschaftlich bedeutende Hauptbahn nach Berlin her. Am Wegesrand erinnern noch vereinzelte Gleisreste und alte Schwellenberge an die bewegte Vergangenheit der Trasse.

Am Wegesrand finden sich noch Spuren der "Stillen Pauline". Gleisüberreste der Stillen Pauline, Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Matthias Fricke

Von Paulinenaue nach Fehrbellin

Vom Bahnhof Paulinenaue biegt man rechts in die Ruppiner Straße und folgt ihr bis nach Eichberge. Ab dort – unschwer am links aufgetürmten Bahnschwellenberg zu erkennen – beginnt der eigentliche Bahnradweg in Richtung Fehrbellin. Der erste, 16 Kilometer lange Abschnitt des Radwegs bis Fehrbellin wurde Mitte 2011 eröffnet. Die restlichen drei Kilometer in Richtung Dammkrug folgten im Jahr darauf, nachdem die Brücke über den Wustrauer Rhin nördlich von Fehrbellin fertiggestellt war.

Vorbei am Bahnhof Fehrbellin. Der alte Bahnhof Fehrbellin, Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Matthias Fricke

Durchs Rhinluch ins Ruppiner Land

Nördlich von Dammkrug hat der Autobahnbau der 80er Jahre leider ganze Arbeit geleistet – von der alten Bahntrasse ist dort nichts mehr übrig. Der direkte Weg nach Neuruppin führt über den Autobahnzubringer, ist dementsprechend wenig reizvoll und nicht empfehlenswert.

Doch aus der Ferne grüßt schon der „Langener Dom", das stille Wahrzeichen dieser Gegend. Er liegt auf einem Hügel, ist über die Felder weithin sichtbar und weist den Weg über Langen und Buskow nach Neuruppin. Ab Treskow verläuft der Weg wieder auf der alten Bahntrasse bis zum Paulinenauer Bahnhof in Neuruppin. Heute befindet sich hier eine Apotheke.

Zum Bahnhof Rheinsberger Tor, von dem man mit der Bahn (RE6) zurück Richtung Berlin oder Wittenberge fahren kann, geht es weiter durch Altstadt Neuruppins, vorbei am Fontane-Denkmal.

Unter anderem führt die Strecke auch durch das Rhinluch. Wanderweg Stille Pauline im Rhinluch, Foto: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Matthias Fricke

Einkehr und Übernachtung: Fehrbellin macht sich fein

Gastronomie findet sich unterwegs vereinzelt, die eigentliche Einkehr wartet dann in Neuruppin. Wer jedoch am denkmalgerecht sanierten Bahnhof Fehrbellin Halt macht, wird ebenfalls belohnt: Ein Restaurant mit barrierefreiem Zugang, Bar und Biergarten erwartet den müden Radler, und für Kinder gibt es unweit einen Spielplatz. Im Obergeschoss ist eine Pension eingerichtet – ideal für alle, die den Abend lieber gemütlich ausklingen lassen.

Bahnromantisch wird es gleich nebenan: Auf einem erhaltenen Gleisrest steht noch ein ehemaliger Schlafwagen, eingebettet in natürlicher Umgebung. Gegenüber dem Bahnhof lädt eine besondere Kunstbank zum Innehalten ein. Sie ist dem Bahnhof Dammkrug gewidmet – einer Station, die einst zur Stillen Pauline gehörte und heute nicht mehr existiert. Geschaffen von Anna Arnskötter und Lothar Seruset, ist sie Teil des landkreisweiten Kunstbankprojekts im Ostprignitz-Ruppin: Eine eigene Kunstbänke-Route erschließt die Werke in der näheren Umgebung und lädt dazu ein, die Region auf ganz eigene Weise zu entdecken.

Von Berlin nach Fehrbellin mit dem Rad

Wer das erste Stück von Berlin bis Paulinenaue nicht mit der Bahn fahren möchte, kann mit dem Rad auch ganz bequem in Berlin starten. Das dichte Radroutennetz macht`s möglich: Los geht es auf dem Berlin-Kopenhagen-Radweg von Berlin-Mitte nach Berlin-Spandau. Von dort geht es weiter auf dem Havelland-Radweg bis Paulinenaue. Auf der „Stille Pauline“ erreicht man nach insgesamt gut 90 km Fehrbellin.

Der Name der Strecke verheißt Ruhe – meinte im damaligen Volksmund allerdings nichts anderes, als dass die Lok häufiger stand als fuhr.

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Radfahrer auf Tour, Foto: (c) keine Weitergabe Madlen Krippendorf / TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/Madlen Krippendorf

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Buckower Kleinbahn, Foto: (c) CC0 - Bedingungslose Lizenz Steffen Lehmann / TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH und SPSG/Steffen Lehmann

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