• Mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg, Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann Mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg, Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann

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Alleine auf dem Elberadweg unterwegs Einen der beliebtesten Radwege Deutschlands entdecken

10. Juli 2013 von Andrea Hofmann

Der Elberadweg taucht in jeder Rangliste der beliebtesten Radwege Deutschlands in der Spitzengruppe auf. Das jüngste Hochwasser legte den Verkehr auf der Radmagistrale in der Prignitz für über zwei Wochen lahm. Jetzt ist der Elberadweg wieder befahrbar. Grund genug, dem Nordwesten Brandenburgs einen Besuch abzustatten.

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Auf dem Elberadweg sind nicht nur Radler unterwegs. Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann

Die Prignitz ist gar nicht so weit weg von Berlin, wie man denkt. Nach 90 Minuten Bahnfahrt landet unsere Vierergruppe in Karstädt. Zwei Tage haben wir für unsere Rundtour durch die Prignitz, diesen Geheimtipp im Nordwesten von Brandenburg, eingeplant. Nach wenigen Minuten auf dem Rad empfängt uns unsere "Kulisse" für die nächsten Kilometer bis Lenzen an der Elbe: Wälder wechseln sich mit verschlafenen Dörfern ab.

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An diesen Blick kann man sich gewöhnen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann

Elberadweg gehört uns

Die Zweige der Obstbäume am Straßenrand biegen sich schon unter den vielen Früchten. Ein paar davon landen in unseren Radtaschen. Vitamine zwischendurch schaden nicht. Über Mankmuß und Lanz (nicht der Geburtstort eines bekannten Showmoderators) erreichen wir Lenzen und den viel gepriesenen Elberadweg. Vor uns der Fluss, der in den letzten Wochen, so viele Schlagzeilen machte: die Elbe. Der Strom liegt ruhig vor uns, die Sonne spiegelt sich im Wasser. Nirgends eine Menschenseele.

Im Alten Hof am Elbdeich in Unbesandten am Elberadweg beziehen wir unser Nachtquartier. Das letzte Bild vor dem Schlafengehen: Friedlich grasende Schafe vor einem traumhaften Sonnenuntergang.  Der Weckruf am nächsten Morgen ist ein Bauernfrühstück im Garten (die Schafe sind immer noch da). Es gibt frische Eier vom Bauern nebenan, ayurvedische Waffeln (ja so etwas gibt es wirklich!) und viel hausgemachte Wurst. So gestärkt ist der Hunger für die nächsten Stunden verbannt. Auf dem Elberadweg Richtung Rühstädt können wir nebeneinander fahren, wo sonst Heerscharen von Radtouristen unterwegs sind. Einer der beliebtesten Radwege im Land nur für uns. Famos.

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Ein Haus ohne Storchenhorst gibt es in Rühstädt kaum. Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann

Insidertipps in Wittenberge

In Wittenberge bekommen wir unseren ersten Geheimtipp der Reise zugeraunt. "Unbedingt das Bauerncafé in Hinzdorf probieren", heißt es geheimniskrämerisch in der Ölmühle Wittenberge. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. In dem kleinen Ort müssen wir uns bis zum Café durchfragen. Gut so, denn so kommt man auch in Kontakt mit den Prignitzern. Das Bauerncafé könnte aus einem der vielen Magazine stammen, die Lust aufs Landleben machen wollen: Gartenmöbel aus Holz, üppig blühende Rosen, Kuchen, Limonade und Bowle. Alles selbstgemacht. Das Aufstehen fällt nach dieser Pause doppelt schwer. Aber wir wollen weiter nach Rühstädt.

Das Dorf ist berühmt für seine Störche. Bis zu 40 Paare nisten hier jedes Jahr. Beim "Storchenfeierabend" kann man den Adebaren fast in den Horst gucken. In Rühstädt gibt es kaum ein Dach ohne Storch. Vor dem Rundgang noch ein zünftiges Abendbrot. In Rühstädt begrüßt man uns sehr herzlich. Wir sind die ersten Gäste nach dem Hochwasser. Wir wundern uns, ist doch alles intakt. Die Cafés und Restaurants haben geöffnet, in den Hotels sind die Betten gemacht.

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Am Elberadweg kommt kein Hungerast. Dafür gibt es zu viele kleine Restaurants und Cafés entlang der Strecke. Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann

Schlossfräuleins beim Storchenfeierabend

Im Schloss Rühstädt sind wir für eine Nacht Schlossfräuleins. Hier kann man sich im Schlafanzug aus dem Salon einen Schlummertrunk holen. Die Schlossterrasse gehört uns alleine. Am nächsten Morgen zum letzten Mal die Packtaschen füllen. Statt auf dem kürzesten Weg Richtung Bad Wilsnack zu fahren, machen wir einen kleinen Umweg. Der Grund: Unser zweiter Geheimtipp. Irgendwie scheinen uns die "Eingeborenen" zu mögen, dass sie freiwillig ihre schönsten Orte mit uns teilen. Hinter Rühstädt radeln wir ein paar Kilometer zwischen Elbe und Havel, bevor wir wieder auf den Elberadweg stoßen. Einfach nur schön.

Die Fahrt geht nach Quitzöbel ins Café am Kirchplatz. Nachdem der erste Tipp so ins Schwarze getroffen hatte, sind unsere Erwartungen entsprechend hoch. Und sie werden nicht enttäuscht. Als wir ankommen, ist das Café noch verschlossen. Geöffnet ist hier nur am Wochenende (also aufpassen bei der Planung der eigenen Tour!). Wir klingeln und ein freundlicher älterer Herr öffnet nebenan die Tür. Wir kämen auf Empfehlung extra aus Rühstädt, sagen wir. So viel Courage beeindruckt ihn. Er kocht uns in seiner Küche einen Kaffee und telefoniert mit seinen Verwandten, die das Café betreiben und auch in Quitzöbel wohnen.

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Fahrradfahrer auf dem Elberadweg Foto: TMB-Fotoarchiv/Andrea Hofmann

Prignitzer Kuchenbäcker

Keine zehn Minuten später steht die Inhaberin mit ein paar Blechen frischem Kuchens vor uns. In dem Café war früher die ehemalige Dorfschule untergebracht. Alles ist liebevoll eingerichtet. Und der Kuchen ist ein Gedicht. Wenn wir hier nicht gehalten hätten... Die letzten Kilometer bis nach Bad Wilsnack sind ruckzuck gefahren. Zwei Tage Prignitz, freundliche Bewohner und den Elberadweg ganz für uns. Hinfahren und anschauen!

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Entdeckungen auf dem Elberadweg


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