• Alter Braukessel aus Kupfer, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Potsdam

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Zeit für eine Potsdamer Stange
Ein Besuch in der Braumanufaktur Templin

18. April 2016 von Steffen Lehmann

Regionale Biere, handwerklich gebraut, sind beliebt. Neudeutsch heißen sie Craftbiere. Die Braumanufaktur Forsthaus Templin macht das schon seit über zehn Jahren. Die Spezialitäten der Potsdamer Brauerei lassen sich am besten im hauseigenen Biergarten am Templiner See probieren.

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Die Potsdamer Stange eingerahmt von den anderen Bieren aus der Braumanufaktur Forsthaus Templin. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Handwerklich gebrautes Bier ist seit zwei, drei Jahren in aller Munde. Dafür sind Jörg Kirchhoff und Thomas Köhler richtige Trendsetter. Sie haben nie etwas anderes angemacht. Die beiden Potsdamer Brauer haben schon 2003 angefangen, ihre Potsdamer Biersorten nach alter Handwerkskunst zu brauen. Da war von Craftbier noch keine Rede und sie wollten nur alte Biersorten wieder aufleben lassen. Seit zehn Jahren verwenden sie für ihren Gerstensaft nur Biozutaten.

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Eingang zur Schänke der Braumanufaktur Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Goldgelb und süffig: Die Potsdamer Stange

Die Potsdamer Stange ist das bekannteste Bier aus der Braumanufaktur. Das Bier ist eine regionale Spezialität , die seit 200 Jahren in Berlin und Brandenburg getrunken wird. Zu Zeiten der Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. war die Potsdamer Stange Teil des Solds der Soldaten. Der Name stammt von den hohen Stangengläsern aus denen das Bier getrunken wird, damit der Schaum genug Platz im Glas hat. Goldgelb fließt es ins Glas, wenn der Metallbügel der Flasche aufploppt. Der Geschmack: spritzig und süffig.

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Jörg Kirchhoff brachte die Potsdamer Stange zurück in die Regale. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Jörg Kirchhoff und Thomas Köhler lernen sich in der Brauerei Potsdam kennen. Sie sind die letzten beiden Lehrlinge, die im VEB Getränkekombinat Potsdam ausgebildet werden. Nach dem Studium und einigen Jahren in der Fremde kehren die beiden Anfang der 2000er Jahre nach Potsdam zurück und übernehmen das Forsthaus Templin. Jörg Kirchhoff erinnert sich, wie in der DDR unter schwierigen Bedingungen das Bier gebraut wurde - und das Reinheitsgebot, wegen fehlender Zutaten, nicht eingehalten wurde.  Er ist deshalb froh, heute nach dem Reinheitsgebot seine Biere brauen zu können. Neue Geschmacksrichtungen verhindere das nicht.

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So sieht es in der Braumanufaktur Forsthaus Templin aus. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Mit 5000 Hektoliter Jahresproduktion ist die Braumanufaktur Forsthaus Templin eine der größten Kleinbrauereien in Brandenburg - und die einzige Biobrauerei. Dass regionale Biersorten so beliebt sind, merken auch die beiden Braumeister. Regional, bio und handwerklich hergestellt, wer das bieten kann, hat bei den Kunden zurzeit gute Karten. Den meisten Teil ihrer Jahresproduktion verkaufen die Potsdamer Brauer überwiegend in Berlin und Brandenburg. Mit etwas Glück müssen Brandenburger und Berliner auch beim Urlaub in benachbarten Bundesländern nicht auf ihre Potsdamer Stange verzichten.

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Braumanufaktur Forsthaus Templin: Besuch beim Braumeister

In Brandenburg ist die Zahl der kleinen Brauereien in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Gab es kurz nach der Wende fast keine mehr, sind es heute wieder über 20 Kleinbrauereien. Um ihre Braukunst einem größeren Publikum bekannt zu machen, haben die Kleinbrauer im letzten Jahr die Brandenburger Bierstraße ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: den Wochenendausflug nach Potsdam, den Spreewald oder das Havelland mit einem Abstecher in eine Brauerei verbinden.

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Wer mehr über Märzenbier, Werdersches und Potsdamer Stange erfahren und die Brauerei in Potsdam besuchen will, kann das Fahrrad oder das Potsdamer Wassertaxi nehmen, das direkt am Strandbad Templin hält. Vor dem Forsthaus wartet der Biergarten mit den alten Kastanien. Der ideale Platz, um sich quer durch das Angebot zu kosten. In der Braumanufaktur wird das Bier aber nicht nur getrunken. Küchenchef Stefan Schreiber nimmt es auch als Zutat für verschiedene Gerichte, wie den Braunbiersemmelknödeln oder dem Sauerkraut bei der Schweinshaxe. Eine besondere Spezialität ist das malzige Treberbrot, das nach einem Geheimrezept gebacken wird.

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