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  • Kinder im NP Barnim, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob Kinder im NP Barnim, Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

    Familientour im Barnim

    Möchten Sie mit Ihrer Familie einen Kurzurlaub im Berliner Umland erleben? Wir haben eine Familie auf Entdeckungstour durch den Barnim geschickt! Hier ist ihr Bericht.

    Möchten Sie mit Ihrer Familie einen Kurzurlaub im Berliner Umland erleben? Wir haben eine Familie auf Entdeckungstour durch den Barnim geschickt! Hier ist ihr Bericht.
    Ort: Eberswalde

1. Tag
Vormittags

Es ist ein ungemütlicher Herbstmorgen. In der Hauptstadt sind die Menschen hektisch auf dem Weg zur Arbeit. Der Himmel ist grau. Es nieselt. Nur weg hier aus dem Großstadtdschungel, denke ich. Nach dem Frühstück geht es los in den Barnim. Ich ziehe Morten die Matschhose, Regenjacke und Gummistiefel über. Merle kann das schon alleine. Eine kurze Autostunde aus dem Südwesten Berlins fahren wir in den Nordosten. Gleich hinter den Toren Berlins liegt der Barnim

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Kinder im NP Barnim Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

Ehrlich gesagt, habe ich noch nicht viel von dieser Gegend gehört. Außer dass sich einige Künstler dort angesiedelt haben und irgendwo tolle Buchenwälder wachsen sollen. Die Autofahrt vergeht wie im Fluge. Erleichtert stelle ich fest, dass wir fort sind von der Hektik der Großstadt und schon mitten in der Natur. Die letzten Meter holpert unser Auto über einen Sandweg mit tausend Pfützen und Schlaglöchern. Wir werden nochmal kräftig durchgerüttelt bis wir auf einem kleinen Parkplatz zum Stehen kommen.

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Julian Beyer Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

An diesem Vormittag sind wir hier mit Julian Beyer verabredet. Ob das wohl der große bärtige Typ da drüben mit Ranger Hut und Wanderschuhen ist? Ich schnappe meinen Rucksack, und während die Kids schon mal die Tiefen der Pfützen ausloten, begrüße ich Julian. Er ist der Chef von Fagus Tour und heute unser Guide durch das Biesenthaler Becken. Mein Blick schweift über den Hellsee, während ich irgendetwas von einem Gletscher höre. Kann das sein? Ja, in der letzten Eiszeit vor ca. 15000 Jahren hat sich hier ein Gletscher den Weg von Norden nach Süden gebahnt und hat ein paar Hügel und große Findlinge hinterlassen.

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Mittags

Eine richtig verwunschene Landschaft. Jetzt sind die Kinder auch ganz Ohr und stehen bei dieser Vorstellung mit offenem Mund da. Wir stapfen durch das nasse Laub. Das Regenwasser spritzt hoch, als der kleine mit beiden Füßen in der nächsten Pfütze landet. Links neben uns fließt das Hellmühlfliess. Der kleine Bach plätschert regelrecht vor sich hin. Rechts geht es einen Hang zehn Meter weit hoch. Der kleine liebt es, dort rauf und runter zu rennen. Die Wurzelteller von umgekippten Bäumen ragen in die Höhe.

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Eiszeitliches Bachtal Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Julian erzählt, dass man hier hin und wieder einen Eisvogel sehen kann. Es folgt ein Rätsel. Wir sollen mal nach Tierspuren Ausschau halten. Natürlich denke ich sofort an Fußabdrücke und suche den Boden ab. Merle entdeckt staunend eine ganz andere Spur an einem Baumstamm. Hier müssen kräftige Zähne genagt haben. Wir gehen dichter heran und lassen die Finger über die geriffelte Holzoberfläche gleiten. Eine Biberspur! Julian erzählt, dass die Biber ihr Revier super beherrschen, bauen Dämme im Umkreis von mehreren Kilometern, damit sie lustig in ihre Biberburg abtauchen können, wann immer sie wollen. Er zeigt uns einen kleinen Pfad, den die Pelztiere benutzen, um von einem Tümpel in den nächsten zu kommen. Bei all den kleinen Details kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

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Wanderung Biesenthaler Becken
Nachmittags

Irgendetwas knurrt unter mir. Aber so richtig tief und Angst einflößend. Ich bekomme einen Schreck. Besinne mich kurz. Bin einigermaßen erleichtert, als ich bemerke, dass es nur mein Magen war. Es ist mittlerweile Mittagszeit und ich bekomme Hunger. Ich habe weder den Hunger noch die sechs Kilometer bemerkt, die wir zurückgelegt haben. Den Kleinen schleppe ich mittlerweile auf meinem Rücken durch den Wald. Zeit für den Mittagsschlaf. Als der Picknickplatz in Sicht kommt, ist Morten wieder wach. Eine kleine Schnitzeljagd beginnt. Die Kids dürfen den Schatz finden, denn Julian hat vorher einen Verpflegungsrucksack in der Nähe deponiert. Aus dem kommen jetzt jede Menge Leckereien zutage.

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Picknick im Wald Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Kultiviert breitet er ein kariertes Tischtuch aus. Es duftet nach frischem Kräutertee, Ziegenkäse, Elbenbrot und Hirschwurst. Das Essen stammt aus der Region. Die Wurst geht weg wie warme Semmeln. Ich kuschele mich noch in eine Decke und wärme meine Hände an der dampfenden Kaffeetasse. Ich bin glücklich und geschafft. Die Eindrücke im Wald, die herbstliche Luft und die Stille - herrlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in ein paar Stunden so intensiv auftanken und die Stadt und den Alltag hinter mir lassen kann. Die Kinder springen und spielen zwischen den Bäumen. Ganz schön geschafft nach vier Stunden frischer Luft steigen wir ins Auto und fahren nur wenige Kilometer gen Norden. Die Vorstellung von einer gemütlichen Ferienwohnung in Joachimsthal ist sehr verlockend. Auf uns wartet aber nicht nur eine Ferienwohnung.

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Picknick im Wald Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
Abends

Wir übernachten im Arthaus Joachimsthal am Werbellinsee, das eine kleine Ansammlung von Backsteinhäusern ist. Drumherum stehen unzählige Skulpturen, die gleich Farbe in den späten Nachmittag bringen. In unserer Ferienwohnung „Rosenrot“ schmücken Originalgrafiken die Wände, Möbel und Türen sind liebevoll restauriert.

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Arthouse Joachimsthal Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

Wir haben viel Platz und belagern gleich das riesige Doppelbett zu dritt. Eine kurze Verschnaufpause. Wieder ist es so still und friedlich. Der Hunger weckt uns, wir brauchen aber nur ein Backsteinhäuschen weiter ins Restaurant Arttisch zu gehen. Gutes Essen hat ja sehr viel mit Kunst zu tun. Deshalb finde ich die Fusion hier sehr gelungen. Während ich noch in Ruhe zu Ende esse, haben die Kids sich schon am Nachbartisch versammelt und probieren verschiedene Spiele aus und bauen temporäre Kunstwerke aus Holzklötzchen.

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Gute-Nacht-Geschichten aus Brandenburg

Später im Bett erzählen wir uns noch gegenseitig von all den Dingen, die uns begegnet sind, dem Biber mit seinem Pelz, den wir so gut vor Augen hatten, obwohl wir nur seine Spuren verfolgt haben oder den Eisvogel mit seinem bunten Gefieder, der in dem Wurzelteller eines umgekippten Baumes saß. Zufrieden und mit hunderten Bildern im Kopf fallen uns die Augen zu. Während ich noch eine Stimme rechts von mir höre, die über das Herbstwetter und Pfützen schwärmt, schnarcht schon ein anderes kleines Tier in mein linkes Ohr.

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2. Tag
Vormittags

Am nächsten Tag besuchen wir Eberswalde. Erstes Ziel ist der liebevoll gestaltete Familiengarten. Die Kids sind schon vorausgeeilt, weil sie Tretautos entdeckt haben. Ich schaue fasziniert auf eine Kletterskulptur aus Robinienholz und möchte zum Kletterkind werden. Seit der Landesgartenschau im Jahre 2008 ist der Familiengarten die grüne Oase in Eberswalde. 

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Familiengarten Eberswalde Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

Zwischen den kleinen Hexenhäuschen im Hexenwald spielen wir verstecken und kriechen bis in die hintersten Winkel. In den Kühlwasserkanälen einer ehemaligen Fabrik kann man Tretboot fahren. Als wir durch Tunnel und Lichtinstallationen paddeln, kommen wir uns vor, wie in einer künstlerisch gestalteten Geisterbahn. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber leider drängt die Zeit, denn wir haben noch eine Verabredung im Eberswalder Zoo.

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Mittags

Die Schule fängt an. Schule in den Ferien, klingt nicht gerade unterhaltsam. In der Zooschule findet jedoch ein vielseitiges Ferienprogramm zum Thema „Papier“ statt. Am Ende weiß jeder, wie das mit dem Papyrus war und wie man selber Papier herstellen kann. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Der Zoo Eberswald legt großes Augenmerk auf artgerechte Tierhaltung. Es gibt wie auf einer Arche Noah eine bunte Schar von Tieren. Merle versucht die Namen zu entziffern: Weißgesichtsseidenaffe, Gelbwangenschmuckschildkröte und Owamboziege. 

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Zooschule Eberswalde Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob
Nachmittag

Später erzählt uns der Zoodirektor Bernd Henschel von den gemeinschaftlichen Aktionen und dem Engagement seines Teams, das beim Aufbau des „Schönsten Zoos Deutschlands“ (2008) geholfen hat. Die Kids sind begeistert von unterschiedlichen Spielplätzen, die beispielsweise die Klimazonen repräsentieren. Durch den verglasten Gang, der durch das Tigergehege führt, gehen sie fast auf Zehenspitzen. Zwei Tage im Barnim voller Eindrücke gehen zu Ende. Tierisch gut, wäre eine treffende Zusammenfassung!

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Zoo Eberswalde Foto: TMB-Fotoarchiv/Geertje Jacob

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