• Blick auf Einsteins Sommerhaus, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
    Ort: Schwielowsee

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Ein Blick in Einsteins Gästeliste
Capuths berühmtestes Gästebuch kommt ins Internet

18. Oktober 2012 von Steffen Lehmann

Albert Einstein war ein rastloser Mensch. Der geniale Physiker nannte sich selbst einen Wandervorgel. Es gab aber einen Ort für Einstein, der für ihn eine besondere Bedeutung hatte. Sein Sommerhaus in Caputh bei Potsdam bezeichnete er als Paradies. An keinem anderen Ort fühlte sich Einstein wohler. 

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Einsteins Sommerhaus in Caputh mit Terrasse Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Sein "Häusle" war ursprünglich als Sommerhaus konzipiert worden. Der Nobelpreisträger lebte aber fast das ganze Jahr in Caputh. Von April bis November verließ er sein Refugium nur, um an Vorträgen teilzunehmen oder öffentlich aufzutreten.

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Wegweiser zum Einsteinhaus Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

In Caputh fand Albert Einstein Ruhe

In der traumhaften Landschaft südwestlich von Berlin fand Einstein Zuflucht von der hektischen Großstadt Berlin. Hier lief er im Sommer mit freiem Oberkörper durch Haus und Garten. Ein ungewöhnlicher Anblick auch für seine Gäste. Und von diesen empfing er viele. In seinem Sommerhaus empfing Einstein regelmäßig Wissenschaftler, Schriftsteller, Philosophen, Journalisten und Künstler zu sich nach Caputh ein. Zu den Gästen gehörten die Schriftsteller Heinrich Mann, Käthe Kollwitz, der Maler Max Liebermann und viele andere.

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Hinweistafel vor dem Einsteinhaus in Caputh Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Archiv des Leo Baeck Instituts jetzt im Internet

Das Leo Baeck Institut New York hat jetzt sein umfangreiches Archiv für jeden zugänglich ins Internet gestellt. Unter den Dokumenten befindet sich auch das Gästebuch von Einsteins Sommerhaus in Caputh. Das digitalisierte Gästebuch und zahlreiche Fotografien geben einen kleinen Einblick in die Welt des Nobelpreisträgers in Caputh. Einstein wollte, dass seine Gäste sich mit kleinen Gedichten in dem Gästebuch verweigen. Er selbst machte den Anfang mit einer "Verordnung".

"Männer Weib und Kinderlein

Tragt Euch in dies Büchlein ein

Aber nicht mit plumpen Worten

Wie man mauschelt allerorten

Nur mit Verschen fein und zart

So nach heitrer Dichter Art

Fürcht Dich nicht und plag Dich nur

Kommst schon auf die gute Spur!"

Im Namen der Caputher Guts-Verwaltung,

der Hausherr.

Das Gästebuch umfasst sechs Seiten. Auf der ersten Seite steht die Widmung "Dem großen Nachbarn in Verehrung gewidmet vom Haus Stern, September 1929". Trotz zahlreicher Gäste hinterließen nur 20 Besucher ein paar Zeilen in dem Gästebuch. Der erste Eintrag stammt von Einsteins Freund und Medizin-Nobelpreisträger Max von Laue.

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Einsteins Sommerhaus in Caputh mit Terrasse Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Einstein verlässt Caputh im November 1932 – für immer

Zu den weiteren Gästen, die sich in dem Buch verewigten, gehören Chaim Weizmann, der Kritiker Alfred Kerr sowie der Dirigent Erich Kleiber und der junge Geiger Ruggiero Riccider Einstein im Oktober 1930 besuchte. Weizmann wurde später der erste Präsident Israels.

Das Gästebuch schließt mit einem Eintrag vom 29. November 1932. Dieser ist, wie schon der erste Eintrag, dem Arzt Max von Laue vorbehalten.

Der Einstein ist ein großer Mann

Die ganze Welt weiß was er kann

Die größte Leistung kennt sie nicht:

Er brachte mich (!) zum ersten Gedicht!!

Eine Woche später reisten Albert Einstein und seine Frau Elsa mit dem Schiff von Antwerpen nach Kalifornien. Albert Einstein kehrte nie wieder in sein Sommerhaus zurück.

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