• Strecke der Draisinenbahn von Templin nach Fürstenberg, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer Strecke der Draisinenbahn von Templin nach Fürstenberg, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
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Pedalritt auf stillgelegten Gleisen Ein Sonntagsausflug zwischen Templin und Fürstenberg/Havel mit der Draisine

22. Juni 2010 von Katja

Die Anspielung vor dem jüngsten Sonntagausflug war nicht zu überhören: "Diesmal haben wir ein Verkehrsmittel entdeckt, wo Du garantiert keine Landkarte und kein Navigationssystem brauchst und dich trotzdem nicht verfahren kannst", hatten die Freunde prophezeit. Das Rätselraten dauerte die ganze anderthalbstündige Autoreise von Berlin in den Brandenburger Norden an und löste sich auch beim Passieren des Ortseingangsschildes von Fürstenberg nicht auf. Dort liegen zwar mit dem Radweg Berlin-Kopenhagen und den Kanu-Strecken auf der Havel recht reizvolle Ausflugsziele, doch Verfahren kann man sich hier wie dort. Es musste also noch etwas anderes geben.

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Kanu in Fürstenberg/Havel Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Nach einer kurzen Tour durch Fürstenberg wartete dann unweit der Straße nach Lychen die Überraschung: Start der Draisinenbahn. Schnell dämmerte es.

Natürlich kann man sich auf einer stillgelegten Eisenbahnstrecke mit den nach dem badischen Erfinder Karl Freiherr von Drais benannten Schienenfahrzeugen nicht verfahren. Die Weichen sind längst demontiert.

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Wegweiser der Draisinenbahn Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

So eine Draisine bietet Platz für zwei Erwachsene oder schon etwas ältere Kinder, die auf beiden Seiten wie auf einem Fahrrad kräftig in die Pedalen treten können. Auf der Mittelbank sitzen entweder ein weiterer Erwachsener oder zwei Kinder. Ihr Gepäck verstauen die Touristen bequem auf der Draisinenfläche.

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Mit der Draisine nach Himmelpfort Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Dann beginnt auch schon das Abenteuer. Es erfordert doch mehr Kraft als erwartet, um das Gefährt richtig in Schwung zu setzen. Doch wenn es einmal rollt, stellt sich trotz des etwas hohen Geräuschpegels schnell ein großes Vergnügen ein. Das liegt vor allem an der schönen Landschaft. Die Wälder fliegen vorbei und ein ums andere Mal blitzt das Wasser eines Sees durch die Bäume. Wer will, kann an den ausgewiesenen Rastplätzen die Draisine einfach aus dem Gleis heben und sich zum Picknick in die Büsche oder auf eine kleine Lichtung schlagen. Selbst eine Erfrischung im kühlen Nass und das Sammeln von Pilzen in der entsprechenden Jahreszeit sind möglich.

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Eine Draisine an der Draisinenstrecke von Templin nach Fürstenberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Zusätzliche Aufregung bringen die Schranken. Denn die stehen im Unterschied zur richtigen Eisenbahn nicht an den Straßen, sondern direkt über den Schienen. So werden die Draisinenbesatzungen ganz zwangsläufig vor der möglichen Gefahrenstelle zum Stehen gezwungen, um per Hand die Schranken zu heben. Die Autofahrer halten aber fast immer beim Anblick der fröhlichen Pedaltreter vorsorglich an und winken freundlich herüber.

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Strecke der Draisinenbahn von Templin nach Fürstenberg Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Vor dem Start werden die Regeln geklärt. In Fürstenberg begeben sich die Teams auf den Draisinen täglich zwischen 9 und 11 bzw. 14.30 und 15 Uhr auf die Tour ins 12 Kilometer entfernte Hohenlychen und kehren dort um, während in Templin die Fahrzeuge zwischen 9 und 12 Uhr freie Fahrt bis ins 17 Kilometer entfernte Hohenlychen erhalten. Von dort geht es ab 14 Uhr wieder zurück.

Unser Ausflug verlief jedenfalls reibungslos. Die Freunde hatten nicht zu viel versprochen. Auf Draisinen kann sich niemand verfahren.

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Informationen

Weitere Informationen zur Draisinen - Erlebnisbahn unter www.draisine.com

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