• Die Museumsbahn und Dampflokomotive Pollo, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer Die Museumsbahn und Dampflokomotive Pollo, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer
    Ort: Meyenburg

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Im Handumdrehen zum Lokführer
Nostalgie unter Volldampf im Eisenbahnromantikhotel

25. Oktober 2010 von Katja

Diese Hotel-Beschreibung dürfte ziemlich einmalig sein: „Das Doppelbett steht genau unter der Dampflokomotive“. Eisenbahnfans können sich hier also in richtige Stimmung bringen lassen und in Gedanken an zischende und fauchende Ungetüme aus vergangenen Zeiten einschlafen. Sie brauchen schließlich nur nach oben zu schauen, auch wenn da nicht eine echte Lok ins Blickfeld rückt.

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Die Museumsbahn und Dampflokomotive Pollo Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Über dem Bett hängt nur ein großes Bild eines dampfenden Ungetüms. Dafür steht eine richtige Dampflok der populären Baureihe 50 vor der Tür und im ganzen Hotel hängen Schilder, Lampen und allerlei andere Utensilien aus der Epoche der Stahlrösser. Das Eisenbahnromantik-Hotel in Meyenburg in der Prignitz macht damit seinem Namen nicht nur durch das besondere Bild über dem Bett alle Ehre.

Doch die Eisenbahnverrückten erwarten in diesem Hotel, das aus einem ehemaligen Wohnheim der Deutschen Reichsbahn für Weichensteller, Schrankenwärter und andere Bedienstete entstand, nicht nur nostalgische Souvenirs in Zimmer und im Restaurant. Hier können die Gäste die Prüfung zum Ehrenlokführer ablegen.

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Lok Baureihe 50 Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Was sich auf den ersten Blick etwas trocken und kompliziert anhört, macht viel Spaß und stellt obendrein in Deutschland eine Besonderheit dar. Denn im Unterschied zu Schmalspurbahnen an der Ostsee oder zur Heidekrautbahn in Basdorf im Norden Berlins stehen die Enthusiasten in Meyenburg während ihrer „Ausbildung“ nicht auf rußigen Führerständen einer Dampflok, sondern sitzen bequem vor Hebeln und Knöpfen eines Triebwagens. Dabei handelt es sich aber auch schon um ein betagtes Exemplar. Die letzten Triebwagen der Reihe „VT 798“ waren 1983 aus dem Fuhrpark der Deutschen Bundesbahn ausgemustert worden. Von Einheimischen ist dafür oft der umgangssprachliche Ausdruck „Ferkeltaxi“ zu hören. Einst beförderten die Bauern tatsächlich damit mitunter ihre Ferkel und anderen Tiere von Ort zu Ort. Aber damit war eigentlich ein anderer Typ als jener „VT 798“ gemeint.

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Eisenbahnfans kommen hier ganz auf ihre Kosten Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Auf jeden Fall beginnt so ein Ehrenlokführer-Wochenende mit der zweistündigen Einweisung in die Signale, Zeichen und Fahrdienstvorschriften, ehe es am nächsten Tag auf die dann gesperrte Strecke zwischen Meyenburg und Plau am See geht. Jeder Teilnehmer darf dann mehrere Kilometer selbst den Triebwagen steuern. Als beliebtestes Zeichen am Schienenstrang erweist sich schnell das „P“ oder noch viel mehr das doppelte „P“. Es kündigt jeweils einen unbeschrankten Bahnübergang an und fordert zum Hupen auf. Da erwacht dann buchstäblich das Kinderherz im Mann oder auch in der Frau. Mit Herzenslust wird gehupt. Am Ende der Fahrprüfung steht die Übergabe der Ehrenlokführerscheine im Rahmen eines festlichen Abendessens, an das sich dann eine schöne Nacht unter einer Dampflok anschließen kann.

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