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Waldsiedlung Wandlitz

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Wohl selten war ein Fragezeichen berechtigter: „Einzug ins Paradies?“ betitelte die Jugendsendung „Elf99“ des DDR-Fernsehens am 23. November 1989 ihre Reportage aus der Waldsiedlung Wandlitz. Die Aufnahmen aus der Wohnsiedlung der SED-Politbüromitglieder zeigten Journalisten, die auf der Suche nach Spektakulärem schließlich in einem verlassenen Haus Duscharmaturen begutachteten. Kaum verständlich scheint es, dass diese Berichte eine intensive Debatte um Machtmissbrauch anfachten.
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Eingangstor Waldsiedlung Wandlitz, Foto: ZZF / Hans - Hermann Hertle
Eingangstor Waldsiedlung Wandlitz, Foto: BStU, MfS, HA PS / FO / Nr. 116, Bild 26
Wohnhaus der Honeckers, Foto: ZZF / Hans - Hermann Hertle
1989 lebten einige der DDR-Spitzenfunktionäre seit fast 30 Jahren in der Siedlung, 25 Kilometer vom Zentrum Berlins entfernt. Die Abgelegenheit des Areals war 1958 ein entscheidendes Argument für den Umzug von Pankow nach Wandlitz gewesen. Die SED-Funktionäre lebten hier mit ihren Familien nach außen hin abgeschirmt in den 23 Wohnhäusern des „Innenrings“. Neben einem exklusiv ausgestatteten Kulturhaus gab es hier ein „Ladenkombinat“, in dem sie aus einem breiten Sortiment von Westprodukten auswählen konnten. Im benachbarten „Außenring“ waren Personal und Versorgungseinrichtungen untergebracht. Für die Verwaltung des Areals und die Betreuung der hier lebenden Politbüromitglieder waren zuletzt 650 Stasi-Mitarbeiter zuständig.

Der Name „Wandlitz“ stand für die DDR-Bevölkerung, gerade wegen der Unzugänglichkeit der Siedlung, für den elitären Lebensstil der SED-Führung und ihre Distanz zur DDR-Wirklichkeit. Die Öffnung der Siedlung gehörte deshalb mit zu den entscheidenden Ereignissen der friedlichen Revolution. Ende 1989 übergab der DDR-Ministerrat das weitläufige Gelände dem Gesundheitsministerium, das umfangreiche Umbauten einleitete. Heute bieten Informationsstelen auf dem öffentlich zugänglichen und seit Juni 2017 unter Denkmalschutz stehenden Areal, das von einer Rehabilitationseinrichtung genutzt wird, Orientierungshilfen.



Literatur:

  • Jürgen Danyel/Elke Kimmel, Waldsiedlung Wandlitz. Eine Landschaft der Macht, Berlin 2016
  • Elke Kimmel/Claudia Schmid-Rathjen, Waldsiedlung Wandlitz. Eine Region und die Staatsmacht, Berlin 2016

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Wohl selten war ein Fragezeichen berechtigter: „Einzug ins Paradies?“ betitelte die Jugendsendung „Elf99“ des DDR-Fernsehens am 23. November 1989 ihre Reportage aus der Waldsiedlung Wandlitz. Die Aufnahmen aus der Wohnsiedlung der SED-Politbüromitglieder zeigten Journalisten, die auf der Suche nach Spektakulärem schließlich in einem verlassenen Haus Duscharmaturen begutachteten. Kaum verständlich scheint es, dass diese Berichte eine intensive Debatte um Machtmissbrauch anfachten.
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Eingangstor Waldsiedlung Wandlitz, Foto: ZZF / Hans - Hermann Hertle
Eingangstor Waldsiedlung Wandlitz, Foto: BStU, MfS, HA PS / FO / Nr. 116, Bild 26
Wohnhaus der Honeckers, Foto: ZZF / Hans - Hermann Hertle
1989 lebten einige der DDR-Spitzenfunktionäre seit fast 30 Jahren in der Siedlung, 25 Kilometer vom Zentrum Berlins entfernt. Die Abgelegenheit des Areals war 1958 ein entscheidendes Argument für den Umzug von Pankow nach Wandlitz gewesen. Die SED-Funktionäre lebten hier mit ihren Familien nach außen hin abgeschirmt in den 23 Wohnhäusern des „Innenrings“. Neben einem exklusiv ausgestatteten Kulturhaus gab es hier ein „Ladenkombinat“, in dem sie aus einem breiten Sortiment von Westprodukten auswählen konnten. Im benachbarten „Außenring“ waren Personal und Versorgungseinrichtungen untergebracht. Für die Verwaltung des Areals und die Betreuung der hier lebenden Politbüromitglieder waren zuletzt 650 Stasi-Mitarbeiter zuständig.

Der Name „Wandlitz“ stand für die DDR-Bevölkerung, gerade wegen der Unzugänglichkeit der Siedlung, für den elitären Lebensstil der SED-Führung und ihre Distanz zur DDR-Wirklichkeit. Die Öffnung der Siedlung gehörte deshalb mit zu den entscheidenden Ereignissen der friedlichen Revolution. Ende 1989 übergab der DDR-Ministerrat das weitläufige Gelände dem Gesundheitsministerium, das umfangreiche Umbauten einleitete. Heute bieten Informationsstelen auf dem öffentlich zugänglichen und seit Juni 2017 unter Denkmalschutz stehenden Areal, das von einer Rehabilitationseinrichtung genutzt wird, Orientierungshilfen.



Literatur:

  • Jürgen Danyel/Elke Kimmel, Waldsiedlung Wandlitz. Eine Landschaft der Macht, Berlin 2016
  • Elke Kimmel/Claudia Schmid-Rathjen, Waldsiedlung Wandlitz. Eine Region und die Staatsmacht, Berlin 2016

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