Ganz in der Nähe des denkmalgeschützten Bahnhofs von 1866 liegt das Schloss, einer der Lieblingsorte des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. ("Soldatenkönig"). Seit 1698, als er 10 Jahre alt wurde, befand es sich in seinem Besitz. Als König von Preußen nutzte er das Anwesen aus dem 16. Jahrhundert als Sommersitz und Jagdresidenz. Daher wurde die Stadt 1718 schließlich von Wendisch Wusterhausen in Königs Wusterhausen umbenannt. Im Schloss fand außerdem das legendäre Tabakskollegium statt, eine vom König einberufene zwanglose Debattierrunde aus Militärs und Räten.
Die museale Einrichtung des einstigen Jagdschlosses repräsentiert heute das künstlerische Schaffen in Brandenburg-Preußen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als Preußens Aufstieg zur europäischen Großmacht begann. Im Festsaal des Schlosses Gemälde von Friedrich Wilhelm I. ausgestellt, die ihn zu einem Mitbegründer der Naiven Malerei machen.
Durch das königliche Jagdrevier
In einem Waldgebiet unweit des Schlosses entstand 1725 auf seinen Befehl ein Jagdrevier. Der Soldatenkönig ließ dort mehrere Gehege für Wild, Fasane und Rebhühner bauen. Heute führt durch das knapp 100 Hektar große Naturschutzgebiet mit seinen alten Eichen- und Buchenbeständen am Krimnicksee der Rundweg Tiergarten, der bei Spaziergängern, Joggern und Radfahrern beliebt ist. Die Schleuse im Stadtteil Neue Mühle auf der anderen Seite der Dahme zählt zu den ältesten Anlagen im Osten Deutschlands.
Die Wiege des Rundfunks
Als am 22. Dezember 1920 vom Funkerberg ein Weihnachtskonzert ausgestrahlt wurde, schlug die Geburtsstunde des Rundfunks in Deutschland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile der Sendeanlagen im Rahmen von Reparationsleistungen abgebaut und an die Sowjetunion geliefert. Mit der Deutschen Einheit schwand die Bedeutung des Funkerbergs als Sendestandort. Der reguläre Sendebetrieb wurde nach und nach verringert und schließlich ganz eingestellt. Einblicke in die Rundfunktechnik von damals erhalten Besucher noch heute im dortigen Sender- und Funktechnikmuseum.