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  • Außenansicht des Cafés Seerose, Foto: TMB-Fotoarchiv/Sophia Grützmann Außenansicht des Cafés Seerose, Foto: TMB-Fotoarchiv/Sophia Grützmann
    Ort: Potsdam

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Strandflair an der Havel Café Seerose in Potsdam

17. September 2014 von Sophia Grützmann

Die Breite Straße in Potsdams Innenstadt ist nicht gerade der Ort, an dem man eine architektonisch reizvolle Gaststätte erwarten würde. Doch genau an dieser Straße, unweit des im Stil einer Moschee gebauten Dampfmaschinenhauses von Friedrich Wilhelm IV., liegt die Seerose, eine kleine maritime Oase mit malerischem Blick auf die Neustädter Bucht.

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Das Café Seerose am Havelufer Foto: TMB-Fotoarchiv/Sophia Grützmann

Es ist ein warmer Nachmittag. Die Innenstadt ist gefüllt mit einer Mischung aus Touristen, Familien und Feierabend-Genießern. Die Sonne glitzert auf die Neustädter Bucht, als würde es nie Regentage geben. Es ist einer dieser Tage, wo man nicht verstehen kann, warum es irgendjemand im Sommer aus der Heimat zieht. Urlaubsfeeling direkt vor der Haustür. Sonne, Wasser, Feierabend – was will man mehr? Ich biege in die Breite Straße ein. Mein Blick fällt auf eine eigenartige Konstruktion am Wasser. Ein von mir geschlossen geglaubter Uferpavillion öffnete dieses Jahr wieder seine Pforten. Potsdam hat mit der wieder eröffneten Seerose ein architektonisch herausragendes Bauwerk zurückbekommen.

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Muschelform als Inspiration

Man möchte seinen Augen nicht trauen, wenn man die Baukonstruktion zum ersten Mal sieht. Das Dach des Gebäudes ist achtfach „gefaltet“! Mühelos, leicht und fließend wie Stoff lässt es die schwere Masse wirken. Eine überdimensionale Muschel! Der Architekt dieses ungewöhnlichen Werkes und Meister dieser Technik ist der heute fast in Vergessenheit geratene Ulrich Müther (1934-2007). Der Baumeister aus Binz auf Rügen schuf Gebäude, die nicht so ganz in das praktische Baueinerlei und die graue Tristesse-Architektur der DDR passten. Angeblich waren es die Muscheln am Strand, die ihn zu dieser Technik inspirierten.

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Außenansicht des Cafés Seerose Foto: TMB-Fotoarchiv/Sophia Grützmann

Der Landbaumeister von Rügen

Als Architekt widmete sich Müther fast gänzlich Betonschalenbauten in dieser und anderen ungewöhnlichen Formen. Scheinbar spielerisch setzte er sich mit dem harten Baustoff auseinander. Leider war er lange Zeit der verkannte Schatten hinter seinen Ausnahmebauten. Zwar baute er den Teepott in Warnemünde, die Rettungsstationen in Binz und zahlreiche Planetarien in aller Welt, trotzdem wird er meist nur mit dem Berliner Ahornblatt assoziiert, das vor 14 Jahren spektakulär abgerissen wurde. Der Erfolg seiner eigenen Person war ihm erst sehr spät gegönnt. Und doch, etwas bleibt vom Erbe des Landbaumeisters von Rügen, wie er sich selbst nannte.

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Blick vom Café Seerose auf die Potsdamer Havel Foto: TMB-Fotoarchiv/Sophia Grützmann

Maritime Sommergefühle an der Havel

Ein kleiner Funken Ostseeurlaub wurde nämlich von ihm nach Potsdam gebracht. Pünktlich zum 30. Jubiläum eröffnet die jahrelang geschlossene Seerose wieder. Innen neu eingerichtet, alles im Retro-Chic, durch die riesigen Glasscheiben blickt man direkt auf die Neustädter Bucht. Auf der großzügigen Terrasse entscheide ich mich für eine Liege. Richtige Entscheidung. Ich schließe die Augen und spüre die Sonne in meinem Gesicht.

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Am Bartresen des Cafés Seerose Foto: TMB-Fotoarchiv/Sophia Grützmann

Im Hintergrund freudiges Gequatsche, spielende Kinder, klirrende Gläser. So fühlt sich Sommer an. Als es dunkler wird, legt ein DJ ruhige Lounge-Musik auf. Es werden Cocktails geschlürft und Burger serviert. Das Feierabendbier schmeckt doch gleich doppelt so gut, wenn man dabei auf‘s Wasser gucken kann. Für einen kleinen Moment vergesse ich To-Do-Listen, aufgeschobene Arbeiten und das frühe Aufstehen. Urlaub zu Hause – gar nicht so weit hergeholt.

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