Expressionistische Klinkerfassade
Das Wassertum-Rathaus von Wilhelm Wagner in Neuenhagen bei Berlin im Seenland Oder-Spree mit seinem Ratssaal im Bauhausstil.
Beim Thema Bauhaus denken die meisten zuallererst an Weimar und Dessau. Doch diese einflussreichste Stilrichtung, die Architektur, Kunst und Design seit dem frühen 20. Jahrhundert nachhaltig prägte, hat auch in Brandenburg ihre Spuren hinterlassen. Bemerkenswerte Zeugnisse sind etwa die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau im Barnimer Land oder der Einsteinturm in Potsdam. Entdecke die Zeugnisse des Bauhauses in Brandenburg und lerne sie näher kennen.
Im Jahr 2017 wurde die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die bereits seit 1996 bestehende Welterbestätte „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau“ wurde damit um das Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau erweitert.
Die Bundesschule ist nach dem Bauhaus-Gebäude in Dessau von 1925/26 (Architekt Walter Gropius) das zweite Schulgebäude aus dem Wirkungsfeld des Bauhauses. Sie steht bis heute als ein Beispiel für eine gegliederte bauliche Anlage, die frei und einfühlsam in den naturbelassenen Landschaftsraum komponiert wurde.
Von 1928 bis 1930 schufen der Bauhausdirektor Hannes Meyer, der Leiter der Bauhaus-Architekturwerkstatt Hans Wittwer sowie Studierende des Dessauer Bauhauses im Auftrag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) einen einzigartigen Schul- und Internatskomplex. Das funktionale Schulgebäude diente nicht nur der Wissensvermittlung, sondern vereinte gemeinsames Lernen und Leben mit Sport- und Kulturangeboten.
Das UNESCO-Welterbe Bundesschule Bernau kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Führungen finden ausschließlich mit Anmeldung statt. Sie werden immer am Sonnabend und Sonntag jeweils um 11.30 und 14.30 Uhr angeboten.
Die berühmte Hutfabrik Erich Mendelsohns in Luckenwalde gilt als herausragendes Beispiel expressionistischer Industriearchitektur, die vom frühen Bauhaus beeinflusst wurde. Mendelsohn, der selbst die Luckenwalder Hutfabrik zu seinen besten Entwürfen zählte, wurde durch seine neuartige Formgestaltung und moderne Architekturbauweise in der Stahlbetontechnik berühmt. Bis 1923 entstanden auf diesem Gelände vier Produktionshallen, ein Kessel- und Turbinenhaus sowie zwei zusammengehörende Torbauten. Der wohl markanteste Bau war die Färbereihalle, die mit seiner schachtförmigen Dachhaube einem Hut sehr ähnelte. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten erstrahlt das denkmalgeschütze Bauwerk, welches 1923 fertiggestellt wurde, seit 2011 wieder in ursprünglichem Glanz.
Mit dem Einsteinturm auf dem Telegrafenberg befindet sich in der Landeshauptstadt Potsdam das viel beachtete erste Bauwerk des Architekten Erich Mendelsohn, das als besonders herausragendes Zeugnis der expressionistischen Architektur gilt. Mendelsohn war eng mit Mies van der Rohe und Walter Gropius verbunden, mit denen er gemeinsam die Architektenvereinigung „Der Ring“ gegründet hatte. Im Einsteinturm befindet sich das Sonnenobservatorium des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam. Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.
Das Einsteinhaus in Caputh, das Sommer-Idyll des genialen Physikers, wurde 1929 in Holzbauweise vom jungen Architekten Konrad Wachsmann errichtet und ist wegen seiner Holzbauweise vom Bauhaus-Stil inspiriert.
Das 1927 erbaute Dieselkraftwerk in Cottbus zählt zu den eindrucksvollsten Bauten des Architekten Werner Issel und ist ein markantes Beispiel für dessen Werk. Die beiden Bauteile der Anlage verkörpern bis heute die großen architektonischen Stile der 1920er-Jahre. Das einstige Dieselkraftwerk war bis in die 1960er-Jahre in Betrieb. Seit 2008 beheimatet es das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst, Standort Cottbus, das bis Juli 2017 den Namen dkw – Kunstmuseum Dieselkraftwerk getragen hatte.
Bei einem Spaziergang durch die Villenkolonie Neubabelsberg kann man außerdem drei von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Villen bewundern: Haus Urbig in der Virchowstraße, Haus Mosler in der Karl-Marx-Straße sowie Haus Riehl in der Spitzweggasse – allesamt frühe Werke des Architekten, die zwischen 1907 und 1924 erbaut wurden. Interessante Details dazu gibt es beim geführten Rundgang „Babelsberg – Filmstars, Villen, Weltgeschichte“ von Mai bis Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat um 11 Uhr ab S-Bahnhof Potsdam-Griebnitzsee.
Im Nordosten Berlins liegt das UNESCO-Welterbe Bauhaus in Bernau. Fernab von Lärm und Trubel der Stadt sollte die Bundesschule des…
Der Einsteinturm ist das erste bedeutende Bauwerk des bekannten Architekten Erich Mendelsohn. Er entstand in den Jahren 1919 bis…
„Sei ein gutes faules Tier, streck alle Viere weit von Dir. Komm nach Caputh, pfeif‘ auf die Welt und auf Papa, wenn Dirs…
Die berühmte Hutfabrik Erich Mendelsohns gilt als herausragendes Beispiel expressionistischer Industriearchitektur. Mendelsohn,…
Wo vorher Wald und Maulbeerplantagen für die königlichen Seidenraupen zu finden waren, planten die kaiserlichen Bauräte ab 1871…
Am Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) ist die größte Sammlung von Kunst aus der DDR und den nachfolgenden,…
Das Museum Utopie und Alltag vereint das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und das Kunstarchiv…
Die fabrik Potsdam gehört europaweit zu den wichtigsten Tanztheatern. Auf der Bühne werden Aufführungen internationaler…
Weiterführende Informationen unserer Partner:
Veranstaltungen zu Bauhaus in Berlin auf der Webseite von Visit Berlin
Fernsehbeitrag zur Bundesschule Bernau im Rundfunk Berlin Brandenburg
Das Wassertum-Rathaus von Wilhelm Wagner in Neuenhagen bei Berlin im Seenland Oder-Spree mit seinem Ratssaal im Bauhausstil.