Ausstellung Raphaël Fischer-Dieskau & Nils Blau - Nach dem Wald…

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p.P. = pro Person, p.P./N = pro Person / Nacht, p.E./N = pro Einheit/ Nacht, EZ = Einzelzimmer, DZ = Doppelzimmer, FeWo = Ferienwohnung oder -haus, App. = Appartement, Suite = Suite, FR = Frühstück, HP = Halbpension, VP = VollPension

Ein brennender Baum steht im Kornspeicher des Gut Kerkow. Einzelne Vogelstimmen, die nacheinander ertönen, liegen wie eine Soundkulisse über dem dystopischen Szenario, bevölkert zudem von seltsam verfremdet abstrakt-organischen Kreaturen….Der Baum, eine Installation von **Raphaël Fischer-Dieskau** , wirkt nicht gewachsen, sondern zusammengesetzt, montiert aus Einzelteilen, gehalten von einem Gerüst, das seine Verletzlichkeit
offenlegt. Schwarze, knorrige Äste ragen aus einer sichtbar technischen Konstruktion aus Metallstangen, Kabeln und Apparaturen. Rotes LED-Licht glüht in den Astgabelungen, während feiner Wasserdampf aufsteigt und den Eindruck von Rauch erzeugt. Was aus der Distanz wie ein Moment der Katastrophe erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als kontrollierte Simulation. Der Baum ist eine Chimäre – halb Naturkörper, halb Maschine – eine Art Frankenstein der Landschaft. In dieser künstlichen Wiederbelebung wird der Wald nicht romantisiert, sondern als etwas gezeigt, das nur noch technisch stabilisiert, rekonstruiert und erinnert werden kann. Das Werk stellt die Frage, was nach dem Wald bleibt: ein Bild, eine Apparatur, ein Nachleben aus Licht, Dampf und Erinnerung.

Die Vogelstimmen – Gesänge, die sonst beruhigend wirken – verstärken den Eindruck des Endzeitszenarios, denn die abgespielten Aufnahmen stammen von zehn ausgestorbenen Vogelarten. Fischer-Dieskaus Concerto for Extinct Birds ist eine eindringliche akustische Installation, die den Verlust natürlicher Klanglandschaften erfahrbar macht. Formal lehnt sich die Struktur an ein Konzertprinzip an: Der Kaua‘i o’o, ein ausgestorbener Vogel der Insel Kaua’i, fungiert als Solist, während die zeitliche Abfolge der Rufsequenzen unangetastet bleibt. So entsteht ein vielstimmiges, zugleich unnatürliches Klangereignis, das sowohl die Abwesenheit als auch die verlorene Vielfalt der Arten hörbar macht.

**Nils Blau** ergänzt diesen Ansatz auf einer anderen Ebene. Seine Keramikobjekte spielen mit dem Wiedererkennungswert natürlicher Formen - wie Polypen von Korallen, Lamellen von Pilzen, Pflanzenparasiten oder -samen …. - und brechen diesen zugleich durch ihre Materialität. In seiner
künstlerischen Praxis erforscht Blau die Beziehungen zwischen Natur und künstlichen Strukturen. Er erschafft - zum Teil interaktive - keramische Installationen und Objekte, deren Oberflächen zunächst Natürlichkeit simulieren, gleichzeitig aber eine Entfremdung erzeugen, die einen unnatürlichen Eindruck hinterlässt. Die Oberflächen der Skulpturen simulieren Natürlichkeit, wirken jedoch durch ihre Materialität und subtile Verfremdung unnatürlich. Durch diese Hybridität zwischen organischer Form und künstlicher Struktur lädt Blau dazu ein, Natur auf unterschiedlichen Ebenen wahrzunehmen und ihre Fragilität bewusst zu reflektieren. Die Arbeiten machen die Illusion von „Natürlichkeit“ sichtbar und schaffen eine Plattform, auf der die Dichotomie zwischen Natur und menschlichem Konstrukt erfahrbar wird.

Gemeinsam bilden die Arbeiten von Fischer-Dieskau und Blau eine intensive Auseinandersetzung mit der Fragilität der Natur, ihrem Nachleben in Erinnerung und Technik sowie der Illusion von Natürlichkeit in einer vom Menschen geprägten Welt
.
**Raphaël Fischer-Dieskau** ist ein zeitgenössischer Künstler, der mit Installation, Klang, Skulptur und digitalen Medien arbeitet. Seine Werke verbinden unterschiedliche Materialien und Ausdrucksformen zu atmosphärischen Situationen, in denen Fragen von Natur, Wahrnehmung und
gesellschaftlicher Verantwortung verhandelt werden. Ausgehend von einem Hintergrund in klassischer Musik, Fotografie, Bildender Kunst und ArtScience nimmt Klang in seiner Praxis eine zentrale Rolle ein. Licht, Raum und Sound dienen ihm als Mittel, um Verlust, Erinnerung und das
fragile Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt erfahrbar zu machen. Dabei interessiert ihn weniger die Darstellung von Natur als deren Nachhall in einer Zeit ökologischer und kultureller Umbrüche. Raphaël Fischer-Dieskau hat international in Galerien und Kunstinstitutionen ausgestellt. Seine
Arbeit bewegt sich zwischen künstlerischer Forschung und sinnlicher Erfahrung und untersucht, wie zeitgenössische Medien unser Verständnis von Gegenwart und Zukunft prägen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

**Nils Blau** arbeitet mit skulpturalen Keramikinstallationen, die organische Formen zitieren und zugleich gezielt irritieren. Auf den ersten Blick erinnern seine Arbeiten an natürliche Erscheinungen, offenbaren jedoch bei näherer Betrachtung ihre Künstlichkeit und erzeugen Momente der Entfremdung. Im Zentrum seiner Praxis steht die Auseinandersetzung mit hybriden Räumen zwischen Natur und menschengemachter Umwelt. Durch keramische Prozesse überführt Blau geologische und dendrologische Strukturen in skulpturale Setzungen, die zwischen Vertrautheit und Fremdheit oszillieren und die Wahrnehmung von Natur als Konstruktion, Illusion und vergängliches Phänomen hinterfragen. Seine Arbeiten wurden international in institutionellen und kommerziellen Kontexten präsentiert, darunter bei Art Biesenthal, in der Galerie im Turm, auf der Berlin Art Fair sowie in Galerien wie der Galerie Setareh. Nils Blau studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Er lebt und arbeitet in Berlin und erforscht in seiner künstlerischen Arbeit kontinuierlich die Beziehungen zwischen natürlichen Erscheinungsformen und künstlich geschaffenen Strukturen.
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  • Foto: Raphaël Fischer-Dieskau, Lizenz: Raphaël Fischer-Dieskau
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Ein brennender Baum steht im Kornspeicher des Gut Kerkow. Einzelne Vogelstimmen, die nacheinander ertönen, liegen wie eine Soundkulisse über dem dystopischen Szenario, bevölkert zudem von seltsam verfremdet abstrakt-organischen Kreaturen….Der Baum, eine Installation von **Raphaël Fischer-Dieskau** , wirkt nicht gewachsen, sondern zusammengesetzt, montiert aus Einzelteilen, gehalten von einem Gerüst, das seine Verletzlichkeit
offenlegt. Schwarze, knorrige Äste ragen aus einer sichtbar technischen Konstruktion aus Metallstangen, Kabeln und Apparaturen. Rotes LED-Licht glüht in den Astgabelungen, während feiner Wasserdampf aufsteigt und den Eindruck von Rauch erzeugt. Was aus der Distanz wie ein Moment der Katastrophe erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als kontrollierte Simulation. Der Baum ist eine Chimäre – halb Naturkörper, halb Maschine – eine Art Frankenstein der Landschaft. In dieser künstlichen Wiederbelebung wird der Wald nicht romantisiert, sondern als etwas gezeigt, das nur noch technisch stabilisiert, rekonstruiert und erinnert werden kann. Das Werk stellt die Frage, was nach dem Wald bleibt: ein Bild, eine Apparatur, ein Nachleben aus Licht, Dampf und Erinnerung.

Die Vogelstimmen – Gesänge, die sonst beruhigend wirken – verstärken den Eindruck des Endzeitszenarios, denn die abgespielten Aufnahmen stammen von zehn ausgestorbenen Vogelarten. Fischer-Dieskaus Concerto for Extinct Birds ist eine eindringliche akustische Installation, die den Verlust natürlicher Klanglandschaften erfahrbar macht. Formal lehnt sich die Struktur an ein Konzertprinzip an: Der Kaua‘i o’o, ein ausgestorbener Vogel der Insel Kaua’i, fungiert als Solist, während die zeitliche Abfolge der Rufsequenzen unangetastet bleibt. So entsteht ein vielstimmiges, zugleich unnatürliches Klangereignis, das sowohl die Abwesenheit als auch die verlorene Vielfalt der Arten hörbar macht.

**Nils Blau** ergänzt diesen Ansatz auf einer anderen Ebene. Seine Keramikobjekte spielen mit dem Wiedererkennungswert natürlicher Formen - wie Polypen von Korallen, Lamellen von Pilzen, Pflanzenparasiten oder -samen …. - und brechen diesen zugleich durch ihre Materialität. In seiner
künstlerischen Praxis erforscht Blau die Beziehungen zwischen Natur und künstlichen Strukturen. Er erschafft - zum Teil interaktive - keramische Installationen und Objekte, deren Oberflächen zunächst Natürlichkeit simulieren, gleichzeitig aber eine Entfremdung erzeugen, die einen unnatürlichen Eindruck hinterlässt. Die Oberflächen der Skulpturen simulieren Natürlichkeit, wirken jedoch durch ihre Materialität und subtile Verfremdung unnatürlich. Durch diese Hybridität zwischen organischer Form und künstlicher Struktur lädt Blau dazu ein, Natur auf unterschiedlichen Ebenen wahrzunehmen und ihre Fragilität bewusst zu reflektieren. Die Arbeiten machen die Illusion von „Natürlichkeit“ sichtbar und schaffen eine Plattform, auf der die Dichotomie zwischen Natur und menschlichem Konstrukt erfahrbar wird.

Gemeinsam bilden die Arbeiten von Fischer-Dieskau und Blau eine intensive Auseinandersetzung mit der Fragilität der Natur, ihrem Nachleben in Erinnerung und Technik sowie der Illusion von Natürlichkeit in einer vom Menschen geprägten Welt
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**Raphaël Fischer-Dieskau** ist ein zeitgenössischer Künstler, der mit Installation, Klang, Skulptur und digitalen Medien arbeitet. Seine Werke verbinden unterschiedliche Materialien und Ausdrucksformen zu atmosphärischen Situationen, in denen Fragen von Natur, Wahrnehmung und
gesellschaftlicher Verantwortung verhandelt werden. Ausgehend von einem Hintergrund in klassischer Musik, Fotografie, Bildender Kunst und ArtScience nimmt Klang in seiner Praxis eine zentrale Rolle ein. Licht, Raum und Sound dienen ihm als Mittel, um Verlust, Erinnerung und das
fragile Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt erfahrbar zu machen. Dabei interessiert ihn weniger die Darstellung von Natur als deren Nachhall in einer Zeit ökologischer und kultureller Umbrüche. Raphaël Fischer-Dieskau hat international in Galerien und Kunstinstitutionen ausgestellt. Seine
Arbeit bewegt sich zwischen künstlerischer Forschung und sinnlicher Erfahrung und untersucht, wie zeitgenössische Medien unser Verständnis von Gegenwart und Zukunft prägen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

**Nils Blau** arbeitet mit skulpturalen Keramikinstallationen, die organische Formen zitieren und zugleich gezielt irritieren. Auf den ersten Blick erinnern seine Arbeiten an natürliche Erscheinungen, offenbaren jedoch bei näherer Betrachtung ihre Künstlichkeit und erzeugen Momente der Entfremdung. Im Zentrum seiner Praxis steht die Auseinandersetzung mit hybriden Räumen zwischen Natur und menschengemachter Umwelt. Durch keramische Prozesse überführt Blau geologische und dendrologische Strukturen in skulpturale Setzungen, die zwischen Vertrautheit und Fremdheit oszillieren und die Wahrnehmung von Natur als Konstruktion, Illusion und vergängliches Phänomen hinterfragen. Seine Arbeiten wurden international in institutionellen und kommerziellen Kontexten präsentiert, darunter bei Art Biesenthal, in der Galerie im Turm, auf der Berlin Art Fair sowie in Galerien wie der Galerie Setareh. Nils Blau studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Er lebt und arbeitet in Berlin und erforscht in seiner künstlerischen Arbeit kontinuierlich die Beziehungen zwischen natürlichen Erscheinungsformen und künstlich geschaffenen Strukturen.
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