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Bundesweiter Vorlesetag: Lesung mit Gunnar Decker aus der Biografie des DDR-Autors „Erik Neutsch - der letzte Jakobiner“

Lesung / Vortrag
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p.P. = pro Person, p.P./N = pro Person / Nacht, p.E./N = pro Einheit/ Nacht, EZ = Einzelzimmer, DZ = Doppelzimmer, FeWo = Ferienwohnung oder -haus, App. = Appartement, Suite = Suite, FR = Frühstück, HP = Halbpension, VP = VollPension

Gunnar Decker hat für seine Biografie „Erik Neutsch - der letzte Jakobiner“ bislang unerschlossenes Archivmaterial gesichtet, das zahlreiche Aufschlüsse über die private Sphäre des Schriftstellers und seinen keinesfalls unkomplizierten Charakter liefert. Gleichzeitig analysiert er mit kundigem Blick auf die Literaturszene der DDR kulturpolitische Entwicklungen und markiert Neutschs Stellenwert: ein unbequemer Realist, leidenschaftlicher Erzähler und streitbarer Zeitgenosse.

Die Biografie zeichnet Leben und Schaffen jenes DDR-Autors nach, der wie kein anderer das Thema Arbeiter und Macht ins Zentrum seines Werkes stellte. Sein erster Roman, »Spur der Steine«, machte ihn über Nacht berühmt, gleichzeitig stieß er bei maßgeblichen Funktionären auf Ablehnung: der Blick auf Alltag und Widersprüche des Sozialismus seien zu ungestüm, zu frei, zu anarchisch. Seinem nächsten Roman, »Auf der Suche nach Gatt«, der Geschichte eines gescheiterten Parteisekretärs, wird jahrelang die Druckgenehmigung verweigert. Lebenslang verfolgte Neutsch das Thema des Jakobinertums, eindringlich gestaltet in seiner Erzählung »Forster in Paris«. Zerstört politische Radikalität die eigenen Ideale, oder schützt sie diese vor bloßer Beliebigkeit? Zwischen Parteitreue und Rebellion gefangen, gerät Neutsch in den Achtzigern in eine Schaffenskrise. Die Wende trifft ihn bis ins Mark – und setzt neue produktive Kräfte frei. Vom Literaturbetrieb weitgehend unbeachtet, gelingt ihm mit »Nach dem großen Aufstand«, einem Roman über den Renaissance-Maler Mathias Grünewald, ein visionäres Alterswerk von beeindruckender Intensität.

Der Kartenvorverkauf (10 €) erfolgt über:

 

Verbindliche Ticketreservierung über:

  • https://www.vhs-dahme-spreewald.de/kurssuche/kurs/C22-303-5E

Kooperation Stadtbibliothek Lübben und Volkshochschule Dahme-Spreewald

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Gunnar Decker hat für seine Biografie „Erik Neutsch - der letzte Jakobiner“ bislang unerschlossenes Archivmaterial gesichtet, das zahlreiche Aufschlüsse über die private Sphäre des Schriftstellers und seinen keinesfalls unkomplizierten Charakter liefert. Gleichzeitig analysiert er mit kundigem Blick auf die Literaturszene der DDR kulturpolitische Entwicklungen und markiert Neutschs Stellenwert: ein unbequemer Realist, leidenschaftlicher Erzähler und streitbarer Zeitgenosse.

Die Biografie zeichnet Leben und Schaffen jenes DDR-Autors nach, der wie kein anderer das Thema Arbeiter und Macht ins Zentrum seines Werkes stellte. Sein erster Roman, »Spur der Steine«, machte ihn über Nacht berühmt, gleichzeitig stieß er bei maßgeblichen Funktionären auf Ablehnung: der Blick auf Alltag und Widersprüche des Sozialismus seien zu ungestüm, zu frei, zu anarchisch. Seinem nächsten Roman, »Auf der Suche nach Gatt«, der Geschichte eines gescheiterten Parteisekretärs, wird jahrelang die Druckgenehmigung verweigert. Lebenslang verfolgte Neutsch das Thema des Jakobinertums, eindringlich gestaltet in seiner Erzählung »Forster in Paris«. Zerstört politische Radikalität die eigenen Ideale, oder schützt sie diese vor bloßer Beliebigkeit? Zwischen Parteitreue und Rebellion gefangen, gerät Neutsch in den Achtzigern in eine Schaffenskrise. Die Wende trifft ihn bis ins Mark – und setzt neue produktive Kräfte frei. Vom Literaturbetrieb weitgehend unbeachtet, gelingt ihm mit »Nach dem großen Aufstand«, einem Roman über den Renaissance-Maler Mathias Grünewald, ein visionäres Alterswerk von beeindruckender Intensität.

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