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Binnendüne im Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel
Wildnisgebiet Jüterbog
Binnendüne im Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel
Wildnisgebiet Jüterbog

Wildnis in Brandenburg

Wildnisgebiet Jüterbog: Naturschätze vor der Haustür erleben

Wo einst Panzer fuhren, entsteht heute Wildnis. Im Wildnisgebiet Jüterbog im Fläming entwickelt sich auf 7.150 Hektar eines ehemaligen Truppenübungsplatzes einer der größten wilden Naturschätze Brandenburgs. Zwischen weiten Heideflächen, offenen Sandlandschaften, Dünen, Wäldern und Seen entsteht ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. 

Auf mehr als 30 Kilometern markierter und entmunitionierter Wanderwege lässt sich das Gebiet sicher und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben – vom Duft der Kiefernwälder über das violette Farbenmeer der Heideblüte bis zum Blick auf Flächen, auf denen neue Wildnis entsteht. 

Ob auf dem Wildkatzenpfad, am Wurzelberg mit Blick auf die Dünenlandschaft, auf dem Keilberg mit weitem Blick über die Landschaft, beim Froschkonzert an den Frankenförder Teichen oder bei einer geführten Exkursion der Wildnisstiftung – überall gibt es Spannendes zu entdecken.

Erlebe Wildnis direkt vor der Haustür südwestlich von Potsdam.
 

Heideblüte im Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel

Das Wildnisgebiet Jüterbog erleben

Zurück in Brandenburg: Die Wildkatze

Nach mehr als 200 Jahren ist die Wildkatze nach Brandenburg zurückgekehrt und steht stellvertretend für die Rückkehr der Wildnis. In den Wäldern fühlt sie sich wohl. Auch die seltene Mopsfledermaus und der Raufußkauz profitieren von den vielfältigen Lebensräumen.

Reiche Fauna für alle Sinne

Wer aufmerksam unterwegs ist, kann die Wildnis mit allen Sinnen erleben. So lassen sich mit etwas Glück Wiedehopf, Heidelerche oder Ziegenmelker beobachten. Unüberhörbar ist der unverwechselbaren Ruf („hup hup hup“) des Wiedehopfs. Pfotenabdrücke der heimischen Wolfsfamilie säumen den Wanderweg am Wurzelberg. An den Frankenförder Teichen schwirren im Sommer bunte Libellen über das Wasser und Fledermäuse gehen in der Abenddämmerung auf Insektenjagd. Entlang des Felgentreuer Rundwegs begleiten schnarrende Nachtschwalben und leuchtende Glühwürmchen laue Sommerabende.

Highlights im Wildnisgebiet

Luchs im Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel

Auf zwei Rundwegen (3,5 und 9,4 km) folgen Wandernde den Spuren der Wildkatze. Informationstafeln entlang des Weges erzählen von ihrer Rückkehr nach Brandenburg und von der Entwicklung der Wildnis.

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Binnendüne im Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel

Die offene Dünenlandschaft am Wurzelberg gehört zu den eindrucksvollsten Orten des Wildnisgebiets. Wind, Sand und natürliche Dynamik prägen das Landschaftsbild bis heute.

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Heideblüte im Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel

Im Spätsommer verwandeln sich weite Teile des Gebiets in ein violettes Blütenmeer. Die Heideflächen gehören zu den charakteristischen Lebensräumen des Wildnisgebiets.

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Wildnisgebiet Jüterbog, Foto: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung/Tilo Geisel

Vom Keilberg reicht der Blick über die abwechslungsreiche Landschaft bis in das Baruther Urstromtal. Hier wird die Größe des Wildnisgebiets besonders spürbar.

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Natur beobachten

Ob seltene Vögel, Insekten oder Spuren größerer Wildtiere – entlang der Wanderwege gibt es zu jeder Jahreszeit Neues zu entdecken.
 

FAQs zu Brandenburgs Wildnisgebieten

Was ist ein Wildnisgebiet?

Wildnisgebiete sind große, zusammenhängende Landschaften, die kaum von Straßen oder Siedlungen zerschnitten sind. Hier bekommt die Natur Raum und Zeit, ihren eigenen Weg zu gehen. Nur hier lässt sich erleben, wie sich Natur ohne Nutzung durch den Menschen entwickelt. Der Mensch beobachtet, wie sich die Landschaft im Laufe der Zeit verändert – und kann von der Natur lernen. So entstehen wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, die auf große, ungestörte Flächen angewiesen sind. Wildnis trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zum Klimaschutz und zum Schutz unserer Lebensgrundlagen bei.

Wie sind die Wildnisgebiete entstanden?

Wo einst Panzer fuhren und Munition im Boden zurückblieb, bekommt die Natur heute wieder Raum. Auf ehemaligen Truppenübungsplätzen darf sich Wildnis entwickeln. Die Wildnisgebiete der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung liegen auf solchen ehemaligen Militärflächen. Nach dem Ende der militärischen Nutzung wurden die Flächen dauerhaft für den Naturschutz gesichert.

Worin unterscheidet sich ein Wildnisgebiet von einer Nationalen Naturlandschaften?

Wildnisgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke gehören zu den Nationalen Naturlandschaften Deutschlands. Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Natur. Das Besondere an Wildnisgebieten ist die freie Naturentwicklung. Hier bekommt die Natur Raum und Zeit, ihren eigenen Weg zu gehen. Der Mensch greift möglichst wenig ein und kann beobachten, wie sich die Landschaft verändert. Nationalparke verfolgen ein ähnliches Ziel, sind aber gesetzlich ausgewiesene Schutzgebiete. Biosphärenreservate verbinden Naturschutz mit einer nachhaltigen Nutzung durch den Menschen. Naturparke fördern den Erhalt wertvoller Kulturlandschaften und verbinden Naturschutz, Erholung und nachhaltige Regionalentwicklung.
 

 

Was muss ich bei einem Besuch eines Wildnisgebietes beachten?

Wildnisgebiete sind Rückzugsorte für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Damit sie möglichst ungestört bleiben, gilt in den Wildnisgebieten der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung ein Wegegebot. Bitte bleib auf den ausgewiesenen und sicheren Wanderwegen oder erlebe das Wildnisgebiet auf einer geführten Exkursion. Die Wildnisgebiete liegen auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Abseits der Wege besteht die Gefahr durch Kampfmittel aus der Zeit der militärischen Nutzung. Die markierten Wanderwege dienen deshalb nicht nur dem Schutz der Natur, sondern auch deiner eigenen Sicherheit. Offenes Feuer und Rauchen sind in den Wildnisgebieten nicht erlaubt. Bitte nimm deinen Müll wieder mit und führe deinen Hund an der Leine. So trägst du dazu bei, die Wildnis und ihre Bewohner zu schützen.
 

Welche Tiere und Pflanzen kann man im Wildnisgebiet beobachten?

Die Wildnisgebiete bieten mit Wäldern, Heideflächen, Mooren, Seen und offenen Sandflächen vielfältige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – darunter viele seltene und geschützte Arten. Je nach Jahreszeit und Lebensraum lassen sich Rothirsche, Kraniche, Seeadler oder Wiedehopfe beobachten. Auch Wildkatze, Fischotter oder Wolf finden in den Wildnisgebieten ein Zuhause. Sie sind jedoch sehr scheu und nur mit etwas Glück zu entdecken. Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt die Wildnis oft im Kleinen: blühende Heide, Libellen am Wegesrand, ein brütendes Schwanenpaar, das Konzert der Frösche oder die Spuren wilder Tiere im Sand.

Ausflugstipps für das Wildnisgebiet und die nähere Umgebung

Auf den Spuren der Wildkatze
Der Wildkatzenpfad ist die ideale Route, um das Wildnisgebiet kennenzulernen. Der Rundweg führt durch unterschiedliche Lebensräume und vermittelt Wissenswertes über die heimliche 
Bewohnerin der Wälder.

Wildnis mit allen Sinnen erleben
Bei geführten Exkursionen der Wildnisstiftung erfahren Gäste mehr über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes und die Entwicklung der Wildnis.

Natur und Kultur verbinden
Ein Besuch des Wildnisgebiets lässt sich hervorragend mit einem Ausflug in die historische Altstadt von Jüterbog verbinden.

Aktiv durch den Fläming
Rad- und Wanderwege erschließen die abwechslungsreiche Landschaft der Region. Auch die Fläming-Skate bietet sich für einen aktiven Tagesausflug an.

Weitere Naturschätze entdecken

Anruf bei der TMB Urlaubshotline unter 0331-200 47 47 (+49) 0331 2004747 Wir sind telefonisch für dich da: werktags Mo-Fr 9-13 Uhr und am 31.10. 10-13 Uhr.

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