Im Innenhof des Klosters wartet eine nicht minder "großartige" Attraktion: das Museum "Himmlisches Theater", das die berühmten Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab zeigt. Mit einem Heiligen Grab erinnern die Kirchen zu Ostern an den Leidensweg Jesu. Die bemalten Leinwände und Holztafeln entstanden um 1750 und sind bis zu sechs Meter hoch. Nicht nur wegen ihres Umfangs und ihrer Größe, sondern gerade auch wegen ihrer künstlerischen Qualität gelten sie als einzigartig in Europa.
Das Entree des Museums ist im ehemaligen Kutschstall untergebracht. Der Ausstellungsraum der Passionsdarstellungen wurde in den alten Weinberg des Klosters gebaut. Gedämpftes Licht empfängt den Besucher. Das Neuzeller Heilige Grab nutzt theatralisch die Mittel und Möglichkeiten barocker Inszenierung und ist auch technisch eine Meisterleistung. Von den 15 Passionsszenen sind nach umfangreicher Restaurierung die beiden Szenen "Judaskuss" und "Kreuztragung" mit 109 Figuren und Tafeln erstmals seit über 150 Jahren wieder vollständig in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Anordnung der Figuren und Tafeln ergibt einen verblüffenden dreidimensionalen Eindruck mit einer überwältigenden Fülle an Details.